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Oldtimer-Rarität: der Mercedes Typ SS

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Dieses Auto ist für Millionen versichert

03.06.2016, 10:42 Uhr | Thomas Geiger, dpa

Oldtimer-Rarität: der Mercedes Typ SS. Das Millionending: Der Mercedes Typ SS aus dem Werksfundus ist für einen zweistelligen Millionenbetrag versichert. (Quelle: Daimler AG/Thomas Starck)

Das Millionending: Der Mercedes Typ SS aus dem Werksfundus ist für einen zweistelligen Millionenbetrag versichert. (Quelle: Daimler AG/Thomas Starck)

Bei der Mille Miglia, der berühmtesten Oldtimer-Ausfahrt der Welt in Italien, geht auch eine ganz besondere Rarität an den Start: der Vorkriegswagen Mercedes Typ SS. Wir erklären, was an dem Wagen so besonders ist.

Bei seinem Debüt 1928 galt der Mercedes Typ SS als Baureihe W 06 vorgestellte Sportwagen als topmodernes Auto. Es siegte in der für die Rundstrecke gekürzten Version SSK in Serie bei den Grand Prix jener Ära. Doch wer sich heute ans riesige Holzlenkrad des "Supersport" klemmt, fühlt sich in die automobile Steinzeit katapultiert. Was bei diesem Wagen auch nicht verwundert.

Gaspedal und Bremse sind vertauscht

Aber so fuhr man damals: Das beginnt beim komplexen Spiel mit Zündzeitpunkt und Standgas beim Anlassen des sieben Liter großen Reihensechszylinders. Es geht weiter beim Versuch, dem unsynchronisierten Getriebe mit der doppelten Betätigung der höllisch schweren Kupplung und ganz feinfühligem Zwischengas den richtigen der vier Gänge abzuringen. Es gipfelt darin, den Berg aus Stahl und Eisen mit vertauschten Gas- und Bremspedalen und einer Lenkung auf Kurs zu halten, die schwergängig ist wie bei einem historischen Traktor im knietiefen Matsch.

Erst recht, wenn sich nach dem Kraftakt eines Kickdowns mit dem infernalischen Surren der Kompressor zuschaltet, die Leistung von 170 PS auf 225 PS steigt und der Mercedes wie ein D-Zug Fahrt aufnimmt. Erst langsam und gemächlich, dann schnell und immer schneller. Verweichlicht von Automatikgetrieben, Servolenkung und Bremskraftverstärker, haben moderne Autofahrer schon im ersten Etappenziel in Rimini Schwielen an den Fingern, Krämpfe in den Waden und ein Brennen im Bizeps. Mit jedem halbwegs geglückten Gangwechsel schlägt das Selbstbewusstsein Purzelbäume und jede einigermaßen sauber gefahrene Kurve lässt einen weitere fünf Zentimeter wachsen. 

Selbst als Neuwagen schon fast unbezahlbar

Auf der Tour durch halb Italien verlangt die Listennummer 1230 aus dem Mercedes-Museumsfuhrpark neben etwa 900 Litern Sprit auch 24 Zündkerzen und eine Reihe nicht immer kleiner Reparaturen. Es braucht ein großes Team, das sich liebevoll um den Wagen kümmert. "Doch das war auch nicht viel anders, als dieser Oldtimer noch ein Neuwagen war", sagt Mercedes-Entwicklungsvorstand Thomas Weber. 

Wer sich zu Zeiten der Original-Mille-Miglia (1927 bis 1957) ein Auto wie den Typ SS leisten konnte, der hatte auch einen Wagenmeister, der sich um all solche Nebensächlichkeiten kümmerte. Der Sportwagen mit Preisen ab 31.000 Reichsmark für das nackte Fahrgestell und mindestens 42.000 Reichsmark für das zweisitzige Sportcabrio hat mehr gekostet, als einfache Arbeiter im ganzen Leben verdient haben.

Darum ist der Oldtimer so viel wert

Das ist eine Konstante, die bis heute gilt, sagt Michael Plag vom Mercedes Classic-Center in Fellbach, zu dessen Fahrzeugpool Nummer 1230 gehört: "Denn auch heute ist ein Auto wie der Mercedes SS quasi unbezahlbar." Denn die verbliebenen der gut 100 von 1928 bis 1933 gebauten Exemplare werden so gut wie nie gehandelt. Und wenn doch, gehen die Preise weit ins Siebenstellige.

Auch der Mercedes Typ SS mit dem Kennzeichen S-OV 12H ist für einen zweistelligen Millionenbetrag versichert. Vor dem Hintergrund werden die 900 Liter Sprit während der Rallye zum Taschengeld.

Eine historisch gewachsene Verbindung

Die Mille Miglia und Mercedes sind seit 1955 untrennbar miteinander verbunden. Damals gewann der britische Rennfahrer Stirling Moss die 1000 Meilen durch Italien im 300 SLR. Mit einem Schnitt von 157,62 km/h in 10 Stunden, 7 Minuten und 48 Sekunden hatte er sich einen Rekord für die Ewigkeit gesichert. Aber bei allem Respekt: Verglichen mit den Leistungen seiner Vorgänger war das nur eine Sonntagsfahrt. Diesen Eindruck kann gewinnen, wer das heute als Oldtimer-Rallye ausgetragene Rennen in einem Mercedes Typ SS von 1930 fährt.

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