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Autonomes Fahren: Autopilot-Technik von Tesla reichte nicht aus

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Autopilot-Technik von Tesla  

Sensoren reichen nicht zum autonom Fahren

27.07.2016, 14:13 Uhr | Andreas Of I Auto, Motor und Sport

Autonomes Fahren: Autopilot-Technik von Tesla reichte nicht aus. "Autopilot" von Tesla: Autonomes Fahren ist damit nicht möglich. (Quelle: Hersteller)

"Autopilot" von Tesla: Autonomes Fahren ist damit nicht möglich. (Quelle: Hersteller)

Nach mehreren Unfällen mit der Autopilot-Funktion steht Tesla in der Kritik. Elon Musk hat offenbar mehr versprochen, als die Technik halten kann, spricht erst von einer Beta-Version, um dann zu sagen, Beta sei nicht gleich Beta. Kann ein Tesla Model S autonom fahren? Nein, dafür bräuchte es bessere Sensoren, sagen unter anderem selbst deren Hersteller.

Ein Model S, wie es an dem tödlichen Unfall in Florida Anfang Mai beteiligt war, verfügt über Kamera und Radar an der Front, eine zusätzliche kleine Kamera vorn und eine hinten, sowie sechs Ultraschall-Sensoren an Front und Heck. Damit soll das Elektroauto autonom fahren können? Was Tesla Autopilot nennt, hat nicht viel mehr Sensoren als etwa ein Spurhalte- und Abstandsassistent. Doch laut Tesla soll das System viel mehr können: "Die digitale Verbundsteuerung von Motor, Bremsen und Lenkung hält das Fahrzeug in der vorgesehenen Spur und hilft gleichzeitig, Front- und Seitenkollisionen zu vermeiden." Im Video ist gut zu sehen, wie das System die Spur hält. Der Test vom vergangenen Herbst zeigt aber auch die Grenzen des Tesla-Systems auf.

Mobileye: Kamera mit klaren Grenzen

Was Tesla auch nach den Unfällen in den USA auf seiner Website Autopilot nennt, hat mit autonomem Fahren wenig zu tun. Ausgerechnet ein wichtiger Lieferant geht nach Informationen der Süddeutschen Zeitung auf Distanz zum Tesla-Versprechen: Die israelische Firma Mobileye stellt klar, dass die Kameras ein System mit klaren Grenzen seien. Eine Situation mit einem kreuzenden Fahrzeug, wie sie zu dem tödlichen Unfall mit einem Model S geführt hat, könnten Mobileye-Systeme erst ab 2018 erkennen - also in etwa zwei Jahren.

Autonomes Fahren mit Tesla

Der ADAC hat den sogenannten Autopiloten in der Elektrolimousine Model S von Tesla unter die Lupe genommen.

So funktioniert autonomes Fahren mit Tesla


Obwohl der Unfall in den USA passierte, droht Tesla auch in der EU Ärger: Technikexperten der Kommission diskutieren, ob die Typzulassung überhaupt für den Autopiloten gilt. Tesla hat für das Model S eine Typrüfung aus den Niederlanden. Diese gilt für die einzelnen Systeme wie die Kameras, den Radar und die Ultraschallsensoren, aber nicht für das Gesamtsystem, das Tesla Autopilot nennt.

Assistenzsysteme mit Schwächen

Während die Kamera für die Spurführung wichtig ist und beim Erkennen von Objekten hilft, erfasst der Radar den Abstand zu Objekten. Beide Systeme haben ihre Grenzen: Die Kamera hat bei Gegenlicht Probleme, Objekte vom Hintergrund zu unterscheiden. Genau das soll bei dem tödlichen Unfall in den USA eine Rolle gespielt haben: Der Kontrast zwischen der hellen Plane eines kreuzenden Lkw und dem Himmel war zu gering, um die Gefahr zu erkennen. Ein Radar ist zwar prima, um Abstände zu erfassen, hat jedoch Schwierigkeiten mit stehenden Objekten.

Ein Sonderfall sind die Ultraschall-Sensoren: Diese kennen viele Autofahrer als Teil einer Einparkhilfe: Die Sensoren messen den Abstand zu Objekten. Ihre Reichweite beträgt aber nur nur wenige Meter. Jeder, der mit Parkpiepsern schon einmal etwas zügiger eingeparkt hat, kennt andere Grenzen. Wenn es piepst, kann es schon zu spät sein. Tesla verwendet die Sensoren als bisher einziger Hersteller für den Spurwechsel. Andernorts wird dafür ein weit leistungsfähigerer Radar eingesetzt, manche Hersteller verwenden auch zwei bis drei unterschiedlich ausgerichtete Radar-Elemente am Heck.

Trotz des höheren Aufwandes, den etwa Audi, BMW oder Mercedes für ihre Fahrerassistenzsysteme treiben, sind die deutschen Hersteller noch sehr vorsichtig mit autonomen Fahrfunktionen. Bisher muss der Fahrer immer die Kontrolle behalten - und die Hände am Lenkrad. Einige Tesla-Fahrer hingegen stellten, womöglich animiert von Musks Autonomie-Versprechen, Videos ins Netz, in denen der Fahrer mit seinen Passagieren Karten spielt oder auf andere Art vom Verkehr abgelenkt ist.

Elon Musk in Erklärungsnot

Elon Musk ist seit den Unfällen in Erklärungsnot. Er versuchte zu erklären, dass der "Autopilot" zwar als "Beta-Version" bezeichnet würde, jedoch keine Beta-Version sei. Man habe das Wort Beta lediglich verwendet, damit die Nutzer besser aufpassen, so Musk. Doch auch von der eine Milliarde Kilometer, die das System laut Tesla benötige, um zuverlässig zu funktionieren, fehlt noch der allergrößte Teil: 200 Millionen Kilometer seien bisher zurückgelegt worden.

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