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Oldtimer von Tchibo: Experte warnt

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Tchibo-Oldtimer keine Schnäppchen

02.09.2016, 10:10 Uhr | Anne Jäger

Oldtimer von Tchibo: Experte warnt. Noch bis Ende September hat Tchibo auch Oldtimer im Angebot. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Tchibo)

Noch bis Ende September hat Tchibo auch Oldtimer im Angebot. (Quelle: Tchibo/Thinkstock by Getty-Images)

"Einen Espresso, einen Donut und einen Bulli to Go, bitte!" Wer in den vergangenen Tagen eine Tchibo-Filiale aufgesucht hat, dürfte sich gewundert haben. Der Anbieter, der neben Kaffee auch "Non Food"-Produkte wie Fitness-Gadgets oder Geschirr verkauft, hat nun zudem Oldtimer im Programm. Doch ein Experte warnt: Die Angaben reichen zum Kauf nicht aus – und billig seien die Modelle auch nicht.

Acht Oldtimer umfasst das Angebot, das noch bis Ende September läuft: eine "Ente" Citroën 2 CV, einen VW Käfer "Ovali" mit Faltdach, einen Ford Mustang Cabrio Baujahr 1964, einen AMC Jeep CJ 7, einen Mercedes 280 SL Automatik W113 "Pagode", einen Porsche 914, einen DKW 3/6 "Schnellaster" als Pritschenwagen sowie den beliebten Volkswagen "Bulli" Typ 2 T1.

Die Preise reichen von 15.500 Euro für die "Ente" bis zu 89.950 Euro für den Samba-Bus. Das Angebot ist eine Kooperation von Tchibo mit dem Hamburger Klassiker-Spezialisten Westsidecars. Bei diesem findet dann die erste Jahresinspektion inklusive Ölwechsel statt, die es gratis dazu gibt. 

Nach Angaben von Westsidecars meldeten sich bereits in der ersten Woche einige hundert Interessenten, die über Tchibo auf die Auto-Ikonen aufmerksam wurden. Die "Ente", das günstigste Angebot, ist bereits vergriffen.

Ein gutes Angebot?

WANTED.DE wollte wissen: Sind die Oldtimer zum Schnäppchenpreis zu bekommen? Können wir unseren Lesern diesen Deal empfehlen? Dafür befragten wir einen Experten, der sich in der Einordnung von Oldtimern auskennt: Marius Brune ist der Geschäftsleiter von Classic-Data (www.classic-data.de), einem renommierten deutschen Unternehmen für die Bewertung klassischer Fahrzeuge. 

Keine Schnäppchen

Wer nun als Oldtimer-Laie denkt, Tchibo würde ihm super günstige Deals offerieren, der irrt sich. "Schnäppchen sind die alle nicht", sagt Brune. Er führt als Beispiel das Mustang Cabrio aus dem Jahr 1964 auf, das 39.900 Euro kosten soll. "30.000 wäre angemessen", erläutert Brune. Zumindest bei einem Handel von privat zu privat. Hier käme noch ein Händlerzuschlag hinzu und zudem wisse er nicht, wie viel Verhandlungsspielraum besteht. "Das ist nicht wahnsinnig teuer", ordnet er den Preis ein "aber eben auch kein Schnäppchen."

Über Tchibo zum Traumauto – der gängigste Weg einen Oldtimer zu kaufen, ist das nicht. Üblich ist eher die Recherche über Onlineportale, wo Oldies von privat an privat verkauft würden, erklärt Brune. Früher studierten Kaufwillige Kleinanzeigen, heute wird im Internet recherchiert.

Beschreibung unzureichend

Brune äußert jedoch, was die Beschreibung anbelangt, ebenfalls Kritik: "Die Infos sind zu dünn, um nur aufgrund der Beschreibung zu kaufen." Wann wurde die letzte Inspektion gemacht? Wie viele Vorbesitzer hatte das Auto? Wurde das Scheckheft regelmäßig gepflegt? All diese Infos stehen Interessenten zunächst nicht zur Verfügung. 

Angaben zum Tachostand werden als "abgelesen" angegeben, doch Brune sagt dazu: "Ohne nähere Angaben oder einen Blick ins Scheckheft kann man keine Aussage zur tatsächlichen Laufleistung treffen. Ausgetauschte Tachometer aufgrund von früheren Defekten sind bei Oldtimern nicht selten." Zudem ist bei einigen Oldtimern der Tachostand nur fünfstellig. Das bedeutet, anhand des Ablesens könne niemand zwischen 30.000 und 130.000 Kilometern unterscheiden. 

Zudem ist Westsidecars bei der Beschreibung der Angebote wohl nicht davon ausgegangen, dass sich auch Oldtimer-Laien, die sich einen Lebenstraum erfüllen möchten, für die Autos interessieren. So kann das geschulte Auge bei der Beschreibung des Mercedes 280 SL anhand der Bilder und der Meilenangabe auf dem Tacho erkennen, dass es sich um ein weniger beliebtes US-Modell handelt. Ob Interessenten mit weniger Fachkenntnis auf dieses Detail achten, ist fraglich.

Die richtige Vorgehensweise beim Oldie-Kauf

Brune rät daher dazu, sich den Wagen genau und persönlich anzugucken und jemanden mit Fachkenntnis oder gar einen Sachverständigen zur Besichtigung mitzunehmen. Denn: "Beim Oldtimer-Kauf lässt sich viel verkehrt machen und was gibt es schlimmeres, als jemand, der von der Oldtimer-Szene sofort enttäuscht wird?" 

Fazit: Sollten Sie sich für ein Tchibo-Auto interessieren, machen Sie einen Termin für eine Besichtigung und Probefahrt aus und nehmen Sie jemanden mit Oldtimer-Expertise mit zu dem Termin!

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