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Bonneville Salt Flats: Die Rekordjagd 2016

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Die irre Jagd nach den Rekorden

12.09.2016, 10:15 Uhr | ampnet/hrr

Bonneville Salt Flats: Die Rekordjagd 2016. Rasante Boliden wie der Elektrorenner Venturi VBB-3 gehen in der Salzwüste von Utah wieder auf Rekordjagd. (Quelle: Ohio State University)

Rasante Boliden wie der Elektrorenner Venturi VBB-3 gehen in der Salzwüste von Utah wieder auf Rekordjagd. (Quelle: Ohio State University)

Nach zwei Jahren Pause geht die Rekordhatz auf den Salzseen von Utah wieder los. Schon seit 120 Jahren sind rasante Fahrzeuge auf den Bonneville Salt Flats unterwegs. Manche Autos wirken wie Raketen auf Rädern. In diesem Jahr sollen die Rekorde bei Motorrädern und Elektroautos fallen.

Kein Zweifel, es gibt attraktivere Gegenden im amerikanischen Bundesstaat Utah als die Bonneville Salt Flats. Monument Valley oder Bryce Canyon zum Beispiel. Dennoch zieht es jedes Jahr Fans schneller und schnellster Fahrzeuge mit zwei, vier oder noch mehr Rädern in die große Salzwüste. Mitten im Nirgendwo sagen sich noch nicht einmal die Füchse "Gute Nacht". Weil es keine gibt. Weder Tiere noch Pflanzen sind hier vorhanden. Stattdessen findet sich hier meist von August bis Oktober eine riesige, ausgetrocknete, topfebene, in der Sonne gleißend weiße und glatte Salzfläche. Sie bietet einen idealen Untergrund für alle möglichen Fahrzeuge mit hohen und höchsten Geschwindigkeiten.

2014 und 2015 fiel die Rekordjagd aus

Manchmal meinen es die Umstände mit den Jägern aberwitziger Temporekorde im Mormonenstaat Utah weniger gut. So zum Beispiel im vergangen und im Jahr davor. 2014 und 2015 weigerte sich der Untergrund am International Speedway standhaft, völlig auszutrocknen und die notwendige Stärke zu erreichen. Wegen zu viel Wasser und zu wenig Salz mussten die Tempo-Junkies unverrichteter Dinge wieder nach Hause fahren. Die Schuld daran trug der Salzabbau in der Nähe. Veteranen erinnern sich, dass die Salzschicht in den 1950er-Jahren noch bis zu 60 Zentimeter dick war, heute sind es meist nur noch fünf. Die Sorge ist groß, dass die Weltrekordjagd eineinhalb Autostunden westlich von Salt Lake City bald der Vergangenheit angehört.

Doch dieses Jahr stehen die Ampeln endlich wieder auf grün. So fand bereits im August die Bonneville Speed Week statt, im September gibt es an gleicher Stelle die World of Speed und im Oktober abschließend die World Finals.

Erster Rekord bei Autos fiel 1914

Angefangen hat die Raserei vor 120 Jahren mit einem Fahrradrennen. 1914 ließ sich der amerikanische Rennfahrer Teddy Tetzlaff zum ersten Mal mit einem Auto auf den Bonneville Salt Flats sehen. Mit seinem deutschen Blitzen-Benz, einem für Autorennen eigens konstruierten Wettbewerbsfahrzeug von Benz & Cie in Mannheim (Vier-Zylinder-Reihenmotor, 21,5 Liter Hubraum,  200 PS) schaffte er 229,85 km/h.

1935 raste der Schotte Malcolm Campbell mit 485 km/h erstmals mehr als 300 Meilen in der Stunde mit seinem Campbell Rolls-Royce Railton Blue Bird (Rolls-Royce-V12-Motor, 36,7 Liter Hubraum, 2332 PS).

1970 war der erste Bolide über 1000 km/h schnell

Erster mit mehr als 1000 km/h war im Oktober 1970 der Amerikaner Gary Gabelich mit seinem Raketenauto Blue Flame (1001,67 km/h). Dieser Rekord bestand 13 Jahre lang bis der Engländer Andy Green mit seinem Trust SSC (SSC = Super Sonic Car) erstmals mit einem düsengetriebenen Landfahrzeug die Schallmauer durchbrach und 1227,985 km/h fuhr – allerdings nicht auf den Bonneville Salt Flats, sondern rund 500 Kilometer westlich in der Black Rock Desert im Bundesstaat Nevada. 

Triumph will den Rekord bei Zweirädern

Auch für Motorräder gibt es eine Rekordliste. Derzeitiger Spitzenreiter ist der Amerikaner Rocky Robinson, der mit seiner Top Oil Ack Attack, die für Laien keineswegs als Motorrad erkennbar ist, im September 2010 genau 605,698 km/h fuhr. Das Kraftrad verfügt über zwei turbogeladene Suzuki-Motoren mit zusammen 2,6 Litern Hubraum und 1020 PS. Triumph will in diesem Jahr die 400-Meilen-Marke knacken und mit der Infor Rocket Streamliner mehr als 640 km/h schnell sein.

Über 700 Weltrekorde

Ein riesiges Regelwerk mit strikt getrennten Rubriken dient der Ordnung. Denn vom motorisierten Rollstuhl bis zum raketengetriebenen Einsitzer darf alles mitmachen, was Räder hat. Auch die Wahl des Treibstoffs bleibt den Teilnehmern überlassen, egal ob Äther, Benzin, Diesel, Ethanol oder Elektrizität. Auf diese Weise summieren sich die derzeit gültigen unterschiedlichen Weltrekorde auf über 700. Um die Zeit korrekt messen zu können, wird eine schnurgerade Kurzstrecke über sechseinhalb und eine längere über elf Kilometer abgesteckt. Der kleinere Kurs gehört den Fahrzeugen, die nicht schneller als 282 km/h sind, die längere mit einem genügend langen Bremsweg für rasantere Fortbewegung. Auf diesen Pisten gilt es, über eine Meile (1,6 Kilometer) in beide Richtungen entweder aus dem Stand oder fliegend zu starten. Regeln, Strecken und ein paar transportable Toiletten sind die einzigen künstlichen Einrichtungen während der Veranstaltungen. Für Schatten, Kühlung und Getränke haben die Teilnehmer selbst zu sorgen, was bei Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius lebenswichtig sein kann.

Fällt der Weltrekord bei Elektroautos?

Die Studenten der Ohio State University in Columbus/Ohio wollen mit ihrem neuen Elektrofahrzeug Venturi Buckeye Bullet 3 ihren alten Rekord von 2010 übertreffen. Dafür haben sie via Internet fleißig Spenden gesammelt und ihr Auto auf 3041 PS getunt. Das soll für mehr als 700 km/h reichen.

2017 startet der Bloodhound zur Rekordhatz

Für das kommende Jahr hat sich Andy Green ebenfalls etwas Besonderes vorgenommen. Als hauptberuflicher Pilot der britischen Royal Air Force im Rang eines Oberstleutnants ist er hohes Tempo gewöhnt und will als erster Mensch mit seinem Bloodhound SSC die 1000-Meilen-Grenze knacken. Dann sollen 135.000 PS das 13,5 Meter lange Monstrum mit Raketenantrieb in Bewegung setzen. Bis auf über 1609 km/h. 

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