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Erster Fahrbericht: Mercedes E 400 4Matic Coupé

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Erste Fahrt mit dem Topmodell  

Unterwegs im Mercedes E 400 4Matic Coupé

10.03.2017, 12:47 Uhr | Wolfgang Gomoll, Press-Inform

Erster Fahrbericht: Mercedes E 400 4Matic Coupé. Unterwegs im Mercedes E 400 4Matic Coupé (Quelle: Hersteller)

Mercedes E 400 4Matic Coupé: Mit 333 PS und 480 Nm ist der Zweitürer souverän motorisiert. (Quelle: Hersteller)

Das Mercedes E-Klasse Coupé ist ein schicker Hingucker mit echtem Gran-Turismo-Fahrgefühl. Der Beau mit dem Stern erlaubt sich aber auch Schwächen.

Gut sieht es aus – das neue E-Klasse Coupé. Der Radstand der aktuellen E-Klasse-Limousine wurde um 66 Millimeter verkürzt und die Spur im Vergleich zum Vorgänger um 68 Millimeter verbreitert. Das Resultat ist es überaus ansehnliches Auto.

Licht und Schatten statt Sicken und Kanten

"Die Zeit der Sicken und Kanten ist bei uns vorbei, wir wollen mit Licht und Schatten modellieren", sagt Designer Achim-Dietrich Badstübner, ganz der selbstbewussten Diktion des obersten Sternen-Formengebers Gordon Wagener folgend. Die fehlende B-Säule tut dem 4,83 Meter langen Coupé gut.

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Frei konfigurierbares Kombiinstrument

Auch die Sitzposition ist sportlich tiefer als in der E-Klasse Limousine und die runden turbinenartigen Belüftungsdüsen machen was her. Ein bis zwei weniger dürften es jedoch in der Mittelkonsole durchaus sein. Ansonsten strahlt den Passagieren das typische Interieur der E-Klasse mit den beiden großen Bildschirmen und dem etwas verspielen Schwung im Armaturenbrett entgegen. Immerhin kann man die digitalen Rundinstrumente so konfigurieren, dass sich der große Drehzahlmesser im Zentrum befindet. Viele werden aber die klassische Ansicht mit zwei Rundinstrumenten bevorzugen.

Mercedes E-Klasse Coupé: Mängel im Detail

Erstmals gibt es in einem Auto der E-Klasse-Modellreihe die aus dem Mercedes SL bekannten Scheibenwischer mit integrierten Waschdüsen – im Mercedes-Marketing-Jargon "Magic Vision". Funktioniert prächtig. Nicht ganz so zauberhaft sind die deutlich sichtbaren Aussparungen in der Motorhaube, wo sich sonst die konventionellen Wischdüsen befinden. Da hat der Spar-Rotstift zu viel weggestrichen. Auch die unverkleidete Unterseite der Hutablage, wäre in früheren Jahren bei einem Automobil, das den Stern trägt, ein Ding der Unmöglichkeit gewesen.

Ein Fall für zwei – trotz 4,83 Meter Länge

"Das E-Klasse Coupé ist ein Fahrerauto", heißt es bei Mercedes. Das mag ja angesichts des sportlich stämmigen Auftritts optisch noch einigermaßen zutreffen, aber wenn Produktmanager Matthias Lührs von "überdurchschnittlich geräumig" spricht, ist wohl nur die vordere Sitzreihe gemeint. Der Zustieg zum Fond ist trotz der artig nach vorne fahrenden Sitze recht beschwerlich und in der zweiten Reihe wird es trotz genug Beinfreiheit, für Zeitgenossen mit Gardemaß eng. Der Kofferraum geht mit einem Volumen von 425 Litern gerade noch in Ordnung, vor allem, wenn man die meiste Zeit ohnehin nur zu zweit unterwegs ist. Die Sorgen hat man vorne nicht. Gute Sportsitze umschmiegen den Fahrer. Auch mit dem Comand-Bediensystem kommt man zurecht, auch wenn das Infotainment nicht die Intuivität und Perfektion der Konkurrenten aus München und Ingolstadt erreicht. 

Souveräner Sechszylinder mit Durst

Auf der Straße schlägt sich der E 400 beachtlich. Der 3,0-Liter-V6 passt mit seiner geschmeidigen Laufkultur, der Leistung von 333 PS und dem maximalen Drehmoment von 480 Nm perfekt zum Sternen-GT. Nach 5,3 Sekunden erreicht das kräftige Coupé Landstraßentempo, beschleunigt weiter bis es die Elektronik bei 250 km/h einbremst und soll sich nach EU-Norm mit 8,1 Litern auf 100 Kilometern begnügen. Bei der ersten Testfahrt, die zum Teil über kurvenreiche Strecken führte, zeigte der Bordcomputer allerdings 11,3 Liter an. Kein Gedanke daran, in einen der Vierzylinder zu steigen. Der Motorklang der aufgeladenen Vierzylinder ist eine Beleidigung für jeden Coupé-Fan.

V6-Tango mit doppeltem Kickdown

Was aber die Werte des E 400 nur unzureichend wiedergeben, ist die Geschmeidigkeit mit der sich der Mercedes fortbewegt: Die 9-Gang-Automatik arbeitet beinahe unmerklich, das Triebwerk ist immer Herr der Lage und werkelt entspannt vor sich hin. Dank des relativ niedrigen cw-Werts von 0,29 und der guten Dämmung ist es in dem E-Klasse Coupé extrem leise, nur wenige Windgeräusche stören die fast schon himmlische Ruhe. Nur wenn der Motor zum V6-Tango gebeten wird, zeigt er auch akustisch seine sportliche Seite, ohne jemals aufdringlich zu werden. Ein kleiner Trick erhöht den Spaßfaktor: Je nach Gang und Geschwindigkeit, veranlasst ein zweifaches Tippen des Gaspedals, die Elektronik zum Runterschalten, ohne, dass der Automatik-Modus verlassen wird. Die fünf Fahrprogrammen sind aus der E-Klasse bekannt und sind entsprechend abgestimmt, für Querdynamik-Fans ist "Sport plus" die beste Wahl.

Fahrdynamik: kontrolliert sportlich und sicher

In langen, geschwungenen Kurven funktioniert das Zusammenspiel aus Allradantrieb, Torque-Vectoring per Bremseingriff und breiter Spur hervorragend. Wie auf Schienen durcheilt der 1845 Kilogramm schwere Mercedes die Fahrbahn, carvt auf der Ideallinie, fein säuberlich dirigiert von der präzisen Lenkung, die etwas mehr über den Traktions- und Richtungsstatus preisgeben könnte. Wenn es dann etwas ambitionierter vorangeht, meldet sich das freundlich aktive Heck, ehe der Schwabe über alle vier Räder nach außen drängt. Dass das E-Klasse Coupé mehr ein schwerer Gran Turismo denn ein leichtfüßiger Tänzer ist, merkt man in engen Kehren. Hier folgt dem Untersteuern dann ein Übersteuern, dass aber von fast unmerklich agierenden Fahrassistenzsystemen entspannt kontrolliert wird. 

Schwäbischer Perfektionismus hat seinen Preis

Ab 18. März wird das E-Klasse Coupé zu haben sein. Zum Marktstart gibt es vier Motorisierungen, die ausschließlich in Verbindung mit der 9-Gang-Automatik erhältlich sind. Der einzige Selbstzünder E 220 d mit 194 PS kostet mindestens 50.575 Euro. Der 184 PS starke E 200 startet bei 49.051,80 Euro. Darüber rangiert mit 54.740 Euro der E 300 (245 PS) und für das getestete Topmodell E 400 4Matic ruft Mercedes mindestens 64.807,40 Euro auf.

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