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Erster Fahrbericht zum Opel Insignia Grand Sport

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Erster Fahrbericht  

Erfüllt der neue Opel Insignia die hohen Erwartungen?

17.03.2017, 13:35 Uhr | Wolfgang Gomoll, Press-Inform

Erster Fahrbericht zum Opel Insignia Grand Sport. Opel Insignia Grand Sport (Quelle: Hersteller)

Erster Fahrbericht: Opel Insignia Grand Sport (Quelle: Hersteller)

Opel knüpft hohe Erwartungen an den Insignia Grand Sport: Das Rüsselsheimer Topmodell soll sich nicht nur gegen seine klassischen Mittelklasse-Konkurrenten durchsetzen, sondern auch bei den Premiumherstellern wildern.

Potz Blitz! Das ist mal eine klare Ansage! "Wir wollen mit dem Insignia Grand Sport auch die Premiumfahrzeuge herausfordern", verkündet Opel-Marketingmann Albrecht Schäfer mit stolzgeschwellter Brust. Als wenn das Ringen mit dem VW Passat, dem Skoda Superb oder dem Ford Mondeo um Marktanteile im Mittelklasse-Segment nicht schon schwer genug wäre, will der Rüsselsheimer Autobauer mit der zweiten Generation des Insignia jetzt also auch den deutschen Platzhirschen Audi A4, Mercedes C-Klasse und vor allem dem BMW 3er ans Leder. Ambitionierte Ziele, aber sind die auch realistisch?

Opel Insignia Grand Sport: Überzeugendes Design

Optisch wird das neue Opel Flaggschiff dem Namenszusatz "Grand Sport" durchaus gerecht. Das Design des Insignia hat viel von einem Coupé und muss sich hinter einem Passat CC oder einem Audi A5 nicht verstecken, ganz zu schweigen von einem Mazda 6, Skoda Superb oder Ford Mondeo. Doch die entscheidende Frage ist: Folgt dem schönen Schein auch echtes Sein?

DESIGN-UMFRAGE
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Wie gewohnt gute Sitze, doch Schwächen im Detail

Sobald man hinter dem Lenkrad des Insigina Platz genommen hat, beschleichen einen leichte Zweifel. Die neuesten AGR-Sitze sind bequem und genügen definitiv hohen Ansprüchen. Die Verarbeitung des Interieurs ist durchaus solide, aber erreicht keinesfalls Premiumniveau. Die Blinker- und Scheibenwischerhebel aus Hartplastik sind eher was für Astra-Nostalgiker. Dass der Infotainmentbildschirm mit maximal acht Zoll nicht das größte Format hat, und die graphische Darstellung auch nicht auf dem neuesten Stand ist, macht dem neuen Opel im Haifischbecken der Mittelklasse das Leben nicht einfacher.

Neue Plattform sorgt für deutlich weniger Gewicht

Der Insiginia steht auf der neuen GM E2-Plattform. Das macht sich nicht nur bei der Technik bemerkbar, sondern auch beim Gewicht. Da unterbietet der Neue seinen Vorgänger um bis zu 175 Kilogramm und wiegt jetzt knapp 1,5 Tonnen. Das bedeutet, dass die Motoren jetzt pro PS ein Kilo weniger bewegen müssen als bisher.

Opel Insignia Grand Sport: Der 1.5 DIT reicht aus

Das wirkt sich positiv auf die Fahrdynamik aus: Der quirlige 1,5-Liter-Turbobenziner mit 165 PS und einem maximalen von 250 Newtonmetern kommt mit dem Insignia gut zurecht, nur wenn er härter rangenommen wird, macht er seinem Unmut ab etwa 3500 Touren mit einem genervten Knurren Luft. Die Fahrleistungen sind in Ordnung, aber Bäume reißt das 1,5-Liter Aggregat nicht aus: Nach 8,9 Sekunden erreicht der Insignia Landstraßentempo, rennt weiter bis 222 km/h und verbraucht laut EU-Norm sechs Liter auf 100 Kilometer. 

Souveräne Motorisierung: Zwei Liter Turbo mit 260 PS

Wem das alles nicht reicht, der greift zum aufgeladenen 2,0-Liter-Benziner mit 260 PS und einem maximalen Drehmoment von 400 Nm. Der hat dann auch Allradantrieb, Torque Vectoring und eine moderne Achtgang-Automatik. Während sich der kleine Bruder mit sechs Fahrstufen zufriedengeben muss – egal ob automatisiert oder manuell.

Opel Insignia: Besseres Fahrwerk, präzisere Lenkung

Auch bei der Fahrdynamik ist der Fortschritt unverkennbar: Gutmütig zieht der Insignia seine Bahn und lässt sich auch bei engen Kurven nicht vorschnell aus der Ruhe bringen. Die Lenkung ist deutlich präziser als bisher und meldet eifrig den Zustand des Straßenbelags. Nur wenn man es mit der Slalomfreude etwas übertreibt, kann der Fronttriebler nicht aus seiner Haut und schiebt berechenbar über die Vorderräder. Das serienmäßige Stahlfahrwerk erledigt ebenfalls einen guten Job, könnte aber etwas komfortabler sein. Adaptiver Dämpfer sind allerdings nur für die größeren Diesel und den Top-Benziner erhältlich.

Gardemaß: Die Außenlänge nähert sich der Oberklasse 

Platz ist im Opel Insignia dank der Länge von 4,90 Meter auch hinten genug. Erst ab einer Körpergröße von 1,90 Metern wird es um den Kopf herum eng – ein Tribut an die schnittig abfallende Dachlinie. Trotz aller Bemühungen der Ingenieure sitzt der Fahrer immer noch einen Tick zu hoch. Der Kofferraum fasst mit einem Volumen von 490 bis 1450 Litern gut 130 Liter mehr als der des Vorgängers. Die Ladefläche ist bei umgelegten Rücksitzlehnen nahezu eben. Störend fällt allerdings die recht hohe Ladekante auf.

Insignia Grand Sport: Preis und Ausstattung stimmen

Bei der Ausstattung schlägt die große Stunde des Insginia: Für einen Basispreis von 25.940 Euro sind unter anderem Keyless Go, ein Frontkollsionswarner mit Fußgängererkennung und automatischer City-Gefahrenbremsung sowie ein Spurhalte-Assistent ab Werk verbaut. Damit spielt der Opel in seinem Segment ganz vorne mit. Zum Vergleich beim BMW 3er geht es bei 30.900 Euro los, der VW Passat ist ab 26.750 Euro zu haben, der Skoda Superb ab 25.750 Euro und der Ford Mondeo ab 25.990 Euro.

Business Innovation überzeugt mit Reichhaltigkeit

Bei der gefahrenen Business-Innovation-Ausstattung (ab 30.790 Euro) sind unter anderem der OnStar-Service (der Concierge bucht jetzt auch Hotels und hilft bei der Parkplatzsuche), ein verbessertes LED-Matrix-Licht, ein Head-Up-Display, ein adaptiver Tempomat mit Notbremsassistenten, einen Spurhalte-Assistent mit automatischer Lenkkorrektur serienmäßig. Damit es die Fondpassagiere genauso wohlig, wie die Personen vorne haben, werden beide hinteren Plätze ebenfalls beheizt und Lederbezüge sorgen für Bequemlichkeit. Gegen Aufpreis gibt es dann solche Extras, wie eine 360-Grad-Kamera mit Warnung vor Querverkehr beim Zurücksetzen.

Opel Insignia Grand Sport: Kein Premium-Killer

Aller Voraussicht nach wird so aus dem Insignia kein Premium-Killer, doch ein gutes Angebot ist er allemal – vor allem, weil er ein solides Auto ohne große Schwächen ist. Ab 24. Juni steht der Opel Insignia beim Händler.

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