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Audi Q5 2.0 TDI Quattro gegen Mercedes GLC 250d 4matic

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Audi Q5 gegen Mercedes GLC  

Zwei Premium-SUV mit 200-PS-Diesel im Vergleich

13.07.2017, 17:16 Uhr | Stefan Grundhoff/Wolfgang Gomoll/press-inform

Audi Q5 2.0 TDI Quattro gegen Mercedes GLC 250d 4matic. Die 2,0 und 2,2 Liter großen Diesel haben mit den jeweils knapp zwei Tonnen Leergewicht ordentlich zu schleppen. (Quelle: press-inform)

Die 2,0 und 2,2 Liter großen Diesel haben mit den jeweils knapp zwei Tonnen Leergewicht ordentlich zu schleppen. (Quelle: press-inform)

Alle Leute wollen SUV – fast alle. Besonders in der Mittelklasse scheinen die Kombifans von einst sich längst nur noch in einem Crossover wohl zu fühlen. Zwei der beliebtesten Modelle treten zum Wettstreit gegeneinander an: Der Audi Q5 will den Mercedes GLC ausstechen.

Dass in der SUV-Mittelklasse noch Modelle für Kopf und Herz stimmungsvollen Absatz verzeichneten, diese Zeiten scheinen langsam vorbei zu sein. Der Kunde giert nach sparsamen Dieselmotoren und längst darf es auch im elitären Premiumsegment ein kleiner Vierzylinder sein.

Beliebte Kombination: 200-PS-Diesel, Allradantrieb und Automatik

Diesel-Skandal hin und moderne Benziner her – in dieser Liga entscheiden sich die allermeisten für einen Zweiliter-Selbstzünder mit rund 200 PS, Allradantrieb und automatisiertem Getriebe. Obligatorisch gibt es dazu im Paket genug Platz, einen niedrigen Verbrauch und etwas Geländegängigkeit. Da machen Audi mit seinem Q5 und der Mercedes GLC keine Ausnahme. Beide messen 4,66 Meter in der Länge und zählen zu den Erfolgsmodellen unter dem jeweiligen Markendach. Scheinbar möchte kaum noch jemand in einem Kombi sitzen.

Audi Q5: Komplett neu und doch sehr vertraut

Der neuere in diesem Vergleich ist der Audi Q5. Das muss schon deshalb erwähnt werden, weil man ihm das kaum ansieht. Im Vergleich zu seinem sehr erfolgreichen Vorgänger gibt es optisch keine nennenswerten Unterschiede: Die präziseren Kanten, Linien und Falze fallen ebenso kaum ins Auge wie leicht modifizierte Leuchteinheiten an Front und Heck sowie die geschwungene Linie an der Flanke. Ihm gegenüber steht der Mercedes GLC, der schon ein Jahr länger auf dem Markt ist. Als Ablösung für den mittlerweile betagt anmutenden Vorgänger GLK ist der GLC deutlich erfolgreicher und auch optisch ansprechender.

Als Familienauto bieten die zwei SUV ein stimmiges Paket: es gibt ausreichend Platz für vier Erwachsene und Laderäume, die jeweils 550 Liter fassen. Durch Umlegen der geteilten Rückbänke steigen die Volumina auf 1550 (Q5) und 1600 Liter (GLC). 

Magere Serienausstattung und deftige Aufpreise

Mercedes bietet seinen mindestens 47.219 Euro teuren GLC 250d 4matic serienmäßig mit nicht mehr zeitgemäßem Halogenlicht an. Selbstverständlichkeiten wie Sitzheizung, Alarmanlage, Navigationssystem oder digitales Radio müssen ebenso extra bezahlt werden wie ein 66-Liter-Tank. Das Basismodell begnügt sich mit 50 Litern.

Leider sieht es beim Audi Q5 2.0 TDI (ab 46.400 Euro) nicht viel anders aus. Zwar sparen sich die Ingolstädter die Tankposse und verbauen durchweg 65-Liter-Tanks, doch auch hier ist die Serienausstattung recht karg. Hier gibt es ab Werk zwar Xenonlicht – Sitzheizung, Alarmanlage oder Navigation sind dagegen aufpreispflichtig. Wer eines der beiden SUV mit klassenüblichem Ausstattungspaket bestellt, muss mit rund 55.000 Euro rechnen. Und wenn es die zahllosen Fahrerassistenzsysteme oder vollelektrische Ledersitze sein sollen, dann wird es schnell noch deutlich teurer.

Beim Thema Bedienung und Navigation holt sich der Audi Q5 wertvolle Punkte gegenüber dem Mercedes GLC. Beides wirkt bei dem in Mexiko gebauten Exil-Ingolstädter moderner. Dennoch erfolgt die Bedienung bei den getesteten Modellen über die Dreh-Drücksteller nicht so intuitiv wie beispielsweise beim BMW X3.

2,0-Liter-Diesel von Audi überzeugt mit guter Laufruhe

Dafür gibt es moderne Vierzylinderdiesel, von denen der Audi Q5 der deutlich ausgewogenere ist. Er leistet als 2.0 TDI zwar nur 190 PS (GLC: 204 PS) und ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmeter (GLC: 500 Nm) in Sachen Tatendrang kaum nach. Der 1,9 Tonnen schwere Audi beschleunigt aus dem Stand in 7,9 Sekunden auf Tempo 100 und schafft fast 220 km/h Höchstgeschwindigkeit. Dabei läuft der Motor deutlich vibrationsärmer als der Mercedes-Diesel, der besonders im kalten Zustand wie ein rustikaler Traktor wirkt. Immerhin stimmen seine Fahrleistungen, denn er benötigt 7,6 Sekunden für den Standardsprint und erreicht maximal 222 km/h.

Die Kombination mit der 9-Gang-Automatik passt gut, wenn auch die Gangwechsel nicht derart direkt wie beim siebenstufigen Doppelkupplungsgetriebe von Audi vonstatten gehen. Da beide auch beim Realverbrauch auf Augenhöhe liegen (Audi Q5: 7,5 Liter / Mercedes GLC: 7,3 Liter), macht der ruhiger laufende Selbstzünder im Vier-Ringe-Modell das Rennen. Unseren zwei Konkurrenten merkt man im Fahrbetrieb schnell an, dass sie rund zwei Tonnen Leergewicht auf die Fahrbahn drücken. Hier kommen die Vierzylinder-Diesel an ihre Grenzen.

Q5 und GLC: Hoher Fahrkomfort mit teuren Luftfederungen

Neben den serienmäßigen Feder-Dämpfer-Kombinationen gibt es für beide SUV optional Luftfederungen, deren Vorteile im Realbetrieb ohne Geländeeinsatz nicht so recht einleuchten wollen. Zwar lässt sich die Bodenfreiheit mannigfaltig variieren und im Komfortbereich gibt es spürbare Vorteile gegenüber den Standard-Fahrwerken, doch wieder einmal macht der Preis die Musik. Mercedes lässt sich seine feine Luftfeder mit 2261 Euro extra bezahlen und Audi ist mit 1900 Euro nicht viel günstiger. Die serienmäßigen Dämpfersysteme sind mehr als ausreichend, wobei der Audi je nach Räderkombination das etwas komfortabler abgestimmte Fahrzeug ist.

Zudem erfreut die Lenkung des Q5 mit höherer Präzision.

Fazit: Audi Q5 2.0 TDI Quattro gewinnt knapp

Letztlich kann der Audi Q5 2.0 TDI Quattro diesen Vergleichstest knapp für sich entscheiden. Er wirkt auf die Insassen als das modernere Auto. Insbesondere gefällt sein Motor und die Fahrwerksabstimmung. Dem Schwaben würde die neue Vierzylindergeneration, die bereits in der E-Klasse verbaut ist, gut zu Gesicht stehen – doch so ist das SUV mit dem Stern im Kühlergrill nur zweiter Sieger.

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