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Der Mazda6 im Test: Fahrspaß für Individualisten

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Hingucker mit Stufenheck  

Der Mazda6 bietet Fahrspaß für Individualisten

15.12.2017, 11:23 Uhr | Holger Holzer/SP-X

Der Mazda6 im Test: Fahrspaß für Individualisten. Über üppige 4,87 Meter spannt sich im dynamischen Bogen eine sehnige Karosserie. (Quelle: Hersteller)

Über üppige 4,87 Meter spannt sich im dynamischen Bogen eine sehnige Karosserie. (Quelle: Hersteller)

Importlimousinen mit Stufenheck sind langweilig? Nicht der Mazda6. Er ist nicht nur ein Hingucker, sonder auch innovativ, leistungsstark und auch sparsam. Ein Testbericht von Holger Holzer (Agentur SP-X).

Wie macht man eine Mittelklasselimousine in Deutschland zum Verkaufserfolg? Mit dem Logo von Audi, BMW und Mercedes. Marken außerhalb des Premiumzirkels haben kaum eine Chance, Kunden für ihre Stufenheckmodelle zu finden. Schon gar nicht, wenn sie auch noch aus Asien kommen wie der Mazda6 – ein echter Geheimtipp im deutsch dominierten Segment.

Knackiges Heck und skulpturhafter Kühlergrill

Kaum 600 Einheiten der Limousinenvariante hat Mazda in den ersten zehn Monaten des Jahres in Deutschland verkauft. Vom Kombimodell wechselten im gleichen Zeitraum immerhin rund acht Mal so viele Fahrzeuge den Besitzer.

Das hat aber vor allem mit der deutschen Vorliebe für die Fahrzeuggattung mit den großen Gepäckabteilen zu tun, nicht mit fehlenden Qualitäten der Limousine. Denn rein äußerlich muss sich der Stufenheck-Sechser vor der Konkurrenz nicht verstecken.

Über üppige 4,87 Meter spannt sich im dynamischen Bogen eine sehnige Karosserie, die hinten in einem knackigen Heck und vorne in einem skulpturhaften Kühlergrill endet. Schon bei den kleineren Mazda-Modellen verfängt die aktuelle Designsprache der Marke. Bei dem großen Sechser wirken die Proportionen und damit das Gesamtbild noch stimmiger.

Seit dem Lifting im vergangenen Jahr passt endlich auch der Innenraum zum äußerlichen Auftritt: kräftig entrümpelt und verschlankt wirkt er nun deutlich moderner und hochwertiger. Kein deutsches Premium-Niveau sicherlich, aber auch nicht mehr meilenweit davon entfernt.

In Sachen Platzangebot gibt es ebenfalls kaum Kritikpunkte. Das abfallende Dach nimmt im Fond zwar ein wenig Kopffreiheit, deutlich besser sitzt man in dieser Preis- und Größenklasse aber auch in keinem anderen Modell.

Straffes Fahrwerk und geringer CO2-Verbrauch

Zu den Kompetenzen von Mazda zählt immer auch das Fahrverhalten. Der Sechser lässt zumindest erahnen, dass zum Portfolio der Marke auch ein Spaßmobil wie der Roadster MX-5 zählt. Denn für ihre Größe fährt sich die Limousine sehr handlich.

Das Fahrwerk ist eher straff ausgelegt, bietet aber zusammen mit den bequemen Sitzen auch bei Langsamfahrt und auf schlechten Straßen guten Komfort. Die Lenkung ist präzise, auf der Autobahn vielleicht ein wenig zu leichtgängig, so dass gelegentliches Nachjustieren nötig ist.

Eine reine Freude hingegen ist das Schalten mit dem markentypisch knackigen und präzisen Getriebe. Dass Mazda lediglich für den Top-Benziner und den stärksten Diesel überhaupt eine Automatik anbietet, muss daher kein Nachteil sein.

Beim Motor hingegen macht es einem der Sechser nicht leicht. Wie auch bei der Konkurrenz hat der Diesel zuletzt rasant an Reiz verloren. Auch wenn Mazda betont, selbst ohne SCR-Katalysator alle Emissionsregeln auch in der Praxis einhalten zu können, rückt für viele Interessenten der Benziner in den Fokus.

Die Japaner haben aktuell drei Varianten im Programm, einen 2,5-Liter-Vierzylinder mit 141 kW/192 PS als Top-Triebwerk und einen 2,0-Liter-Vierzylinder in zwei Leistungsstufen mit 107 kW/145 PS und 121 kW/165 PS.

Der Mazda6 kommt ohne Turbo aus

Im Testwagen war die stärkere Variante verbaut, die wie alle ihre Geschwister ohne Turbo auskommen muss und eine entsprechend hohe Drehzahl braucht. Was allerdings kein großes Problem ist, kommt der Sauger doch flott auf Touren und bleibt dabei akustisch unaufdringlich.

Für gesittetes Mitschwimmen reichen die gut 200 Nm allemal, gelegentliche Zwischenspurts sind bei beherztem Griff zum Schalthebel auch kein Problem. Den deutschen Konkurrenten muss man jedoch regelmäßig die linke Spur räumen.

Einen richtig schnellen Reisemotor gibt es nicht. Dafür bleibt der Verbrauch des Mazda6 zumindest in der gefahrenen Version im Rahmen: 6,5 Liter in der eher gemütlich absolvierten Praxis liegen lediglich rund einen halben Liter über dem Normwert.

Das kostet der Mazda6

Beim Preis fährt der Mazda6 den Premium-Modellen wiederum deutlich davon. Der Japaner bleibt mit einem Einstandspreis von knapp 26.000 Euro eher im Bereich von Limousinen wie Ford Mondeo, Opel Insignia und Skoda Superb, die als Limousinen allesamt kaum eine Rolle auf dem deutschen Markt spielen.

Auch der Mazda wird als Viertürer mit Stufenheck hierzulande wohl kaum ein Bestseller. Wer ein formschönes Mittelklasseauto mit einer Prise Fahrspaß und ohne große Schwächen sucht, wird jedoch beim Sechser fündig. Und kauft gleichzeitig auch noch ein seltenes und individuelles Auto. 

Mazda6 – Technische Daten:

  • Viertürige, fünfsitzige Mittelklasselimousine, Länge: 4,87 Meter, Breite: 1,84 Meter, Höhe: 1,45 Meter, Radstand: 2,83 Meter, Kofferraumvolumen: 480 Liter
  • 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner, 121 kW/165 PS bei 6.000 U/min, maximales Drehmoment: 210 Nm bei 4.000 U/min, 0-100 km/h: 9,1 s, Vmax: 216 km/h, Durchschnittsverbrauch: 6,0 l/100 km, CO2-Ausstoß: 139 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: C, Testverbrauch: 6,5 l/100 km, Preis: ab 31.190 Euro.

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