13.12.2012, 07:56 Uhr | Christian Fenselau
Aldi verkauft bundesweit ab 13. Dezember das Notebook Medion Akoya E6234. Das "Multimedia-Notebook" mit 15,6-Zoll-Display geht schon für 399 Euro über den Ladentisch. Ist es auch gut oder einfach nur billig? Wir haben uns Aldis Notebook-Angebot einmal genauer angeschaut und verraten, ob sich der Kauf lohnt.
Schon auf den ersten Blick wird klar, dass es beim neuen Aldi-Notebook hauptsächlich um den Preis geht. Auf der Aldi-Produktseite ist als erste Eigenschaft "Stark; verlässlich; überzeugender Preis" angegeben, erst danach folgen die technischen Einzelheiten. Diese bestätigen den ersten Eindruck; beim Prozessor und einigen weiteren Ausstattungsdetails hat der Hersteller gespart – ein Turbo-Notebook sollte niemand erwarten.
Das Medion Akoya E6234 läuft mit dem Betriebssystem Windows 8 und wird von einem Intel Pentium B960 angetrieben, einem Doppelkernprozessor mit 2,2 Gigahertz und 2 MB Cache. Dabei handelt es sich um einen Einstiegsprozessor mit Sandy-Bridge-Architektur. Im Gegensatz zu den Core-CPUs hat er weder Hyperthreading zur Emulation weiterer Rechenkerne noch Turbo-Boost zur kurzfristigen Takterhöhung. Auch die Grafikausgabe liegt nicht auf dem Niveau der Core-Baureihe. Der hier integrierte Grafikchip Intel HD Graphics 2000 ist deutlich schwächer als die 3000er oder 4000er bei den schnelleren Verwandten Core i3 bis i7. Ein separater Grafikbeschleuniger fehlt.
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Die weitere Ausstattung ist vielen vorigen Aldi-Notebooks ähnlich: 15,6"-Bildschirm mit 1366 × 768 Pixeln, 4 GB Arbeitsspeicher, DVD-Laufwerk, 6-Zellen-Akku und reichlich Schnittstellen von USB 3.0 bis HDMI. Die Festplatte ist mit 500 Gigabyte kleiner als bei vielen bisherigen Medion-Notebooks, die Aldi 2012 anbot. Zum Vergleich: Das Medion Akoya E6232 vom 1. November hatte eine doppelt so große Festplatte.
Das Medion Akoya E6234 hat eine für diese Preisklasse typische Klarlack-Optik, die auf den ersten Blick zwar schick aussehen mag, aber wenig praktisch ist. Das Gehäuse ist empfindlich gegen Fingerabdrücke, der spiegelnde Monitor lässt bei starkem Lichteinfall kaum noch ein Bild erkennen. Dass es auch anders geht, hat das bereits erwähnte Medion Akoya E6232 mit mattem Gehäuse und entspiegeltem Bildschirm gezeigt.
Das als "Multimedia-Notebook" beworbene Aldi-Notebook Medion Akoya E6234 zeigt sich bei genauem Hinsehen als nur begrenzt multimedial. Ein Blu-ray-Laufwerk für HD-Filme fehlt, der Bildschirm zeigt konsequenterweise auch keine Full-HD-Auflösung. Ein TV-Stick, den Aldi vielen Notebooks gerne beilegt, fehlt ebenfalls. Auch die verbauten Komponenten wie Prozessor oder Speichergröße charakterisieren eher einen Office- und Internet-PC als einen Multimedia-Alleskönner. Mit dem Betriebssystem Windows 8 lassen sich nicht einmal DVD-Kinofilme anschauen. Hierzu ist eine Software wie Cyberlink PowerDVD nötig, die Aldi dem Notebook beigelegt hat. Als Alternative bietet sich die Freeware VLC Player an, bei der die notwendigen Codecs bereits integriert sind.
Der Medion Akoya E6234 ist konsequent auf billig getrimmt. Nur die Schnittstellen-Vielfalt ist für diese Preisklasse vorbildlich, an vielen anderen Ecken wurde gespart. Das zeigt auch der Vergleich zum Akoya E6232 vom 1. November, das zwar 100 Euro teurer, aber gleich an mehreren Stellen besser bestückt war. Es gibt einige Alternativen für ebenfalls 400 Euro, zum Teil sogar in besserer Ausstattung: So ist das Lenovo G580 für denselben Preis schon mit einem Core-i3-Prozessor zu bekommen. Von Lenovo selbst gibt es für 30 Euro mehr das Akoya E6227 mit besserem Prozessor und mattem Display. Beide Alternativen laufen allerdings noch mit Windows 7.
Als Einsteiger-Notebook ohne große Ansprüche reicht das neue Aldi-Notebook Medion Akoya E6234 durchaus, wenn man Gefallen am Hochglanzplastik findet. Für echte Multimedia-Fans empfiehlt sich das Warten auf ein zukünftiges Angebot.
Quelle: Christian Fenselau
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