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Pistole aus 3D-Drucker: Student nimmt Waffen-Bauplan von Website

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3D-Druck  

Student nimmt Bauplan für Waffe zum Ausdrucken von der Website

12.05.2013, 14:07 Uhr | dpa

Pistole aus 3D-Drucker: Student nimmt Waffen-Bauplan von Website. Cody Wilson (Quelle: Cody Wilson/ Wikipedia)

Cody Wilson entwickelte die erste Pistole zum Ausdrucken. (Quelle: Cody Wilson/ Wikipedia)

Der Bauplan für die Pistole aus dem 3D-Drucker ist nicht mehr öffentlich im Internet zu sehen. Am Montag hatte ein Student die Anleitung für eine funktionsfähige Waffe, die sich fast vollständig mit einem 3D-Drucker ausdrucken lässt, auf seiner Website veröffentlicht. Nun gab er dem Druck der US-Regierung nach und entfernte den Bauplan. Dessen Verbreitung wird das aber nicht verhindern – die Pläne kursieren bereits auf anderen Seiten im Internet.

Auf Druck der Regierung in Washington hat ein US-Student die erst kürzlich veröffentlichten Baupläne für eine funktionsfähige Pistole aus einem 3D-Drucker wieder von seiner Homepage entfernt. Die Daten seien auf Bitten der Behörden dem öffentlichen Zugriff entzogen worden, teilte Defense Distributed, die Firma des 25-jährigen Jura-Studenten Cody Wilson aus Texas, am Donnerstag mit.

"Bis auf weiteres beansprucht die Regierung der Vereinigten Staaten die Kontrolle über die Informationen für sich", hieß es auf der Website. Allerdings waren die Blaupausen an anderer Stelle im Netz auch am Freitag noch verfügbar, etwa auf den Seiten von Pirate Bay oder Mega.

Pistole lässt sich komplett zu Hause ausdrucken

Mit den Plänen ist es möglich, eine scharfe Pistole mit einem handelsüblichen 3D-Drucker nahezu komplett aus Kunststoff herzustellen. Lediglich für den Schlagbolzen wird ein einfacher Nagel aus dem Baumarkt benötigt. Die Waffe ist daher auch kaum bei Sicherheitskontrollen durch Metalldetektoren aufzuspüren.

Bereits bei der Veröffentlichung der Pläne am vergangenen Montag waren Sicherheitsbedenken geäußert worden, da auch Kriminelle und Terroristen die Waffe mit relativ geringem Aufwand herstellen könnten. Wilson hatte die Pistole mit dem Namen "Liberator" (zu Deutsch: "Befreier"), die er mit einem bei eBay erworbenen gebrauchten 3D-Printer "ausgedruckt" hatte, in der vergangenen Woche zumindest ein Mal erfolgreich abgefeuert.

Anfang der Woche verteidigte er seine Entscheidung, die Baupläne ins Internet zu stellen: "Ich sehe ein, dass dieses Gerät dafür benutzt werden könnte, Menschen zu schaden – darum geht es – es ist eine Pistole." Aber er denke nicht, dass dies ein Grund sei, die Waffe nicht zu entwickeln oder die Baupläne nicht zu veröffentlichen.

Vor Waffen aus dem 3D-Drucker wird schon lange gewarnt

Wilson bekam eine Lizenz für Produktion und Verkauf der Waffe von der zuständigen US-Behörde ATF, wie die BBC berichtete. In den USA sei es zugleich grundsätzlich legal, selbst Waffen für den eigenen Gebrauch herzustellen, betonte eine Sprecherin des Amtes für Kontrolle von Alkohol, Tabak, Waffen und Sprengstoff.

Vor Waffen aus dem 3D-Drucker wird schon seit Jahren gewarnt. Wilson war mit seinem Projekt zuvor von Crowdfunding-Plattformen zurückgewiesen worden, wo man sich Geld bei Internet-Nutzern besorgen kann.

Plastik-Pistole zerfetzt

Der "Liberator" wurde bei den öffentlichen Tests vergangene Woche zunächst erfolgreich abgefeuert, ohne dabei Schaden zu nehmen. Dem Magazin Forbes zufolge versagte die Pistole allerdings bei einem nachfolgenden Versuch und wurde beim Übergang zu größerer Munition zerfetzt. Wilson stellte die Plastik-Waffe mit einem 3D-Drucker her, den er für 8000 Dollar im Internet gekauft hatte.

3D-Drucker erobern den Markt

Der 3D-Druck ist stark im Kommen. Die Geräte gibt es schon seit einigen Jahren, ursprünglich waren hochwertige Drucker aber sehr teuer und wurden deshalb vor allem für das Erstellen von Modellen in der Industrie benutzt. Inzwischen liefern allerdings auch die erschwinglichen Verbraucher-Modelle immer bessere Qualität ab. Experten sagen daher voraus, dass in Zukunft immer mehr Artikel im Alltag aus dem 3D-Drucker kommen werden.

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