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Lebensmitteldrucker: 3D-Drucker in der Küche

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Essen aus dem Drucker  

Lebensmitteldrucker – der 3D-Druck für die Geschmacksknospen

08.08.2016, 17:43 Uhr | tb, t-online.de

Lebensmitteldrucker: 3D-Drucker in der Küche. Ein Mann druckt auf einem 3D-Drucker Eierpfannkuchen aus. (Quelle: imago/China Foto Press)

Eierpfannkuchen aus dem 3D-Drucker. (Quelle: imago/China Foto Press)

Wenn das erste ungläubige Staunen über die seltsame Kombination der Worte "Lebensmittel" und "Drucker" erst einmal verflogen ist, setzt auch schon die Begeisterung über die neue Technologie ein. Lebensmittel können mithilfe eines Computers hergestellt werden? Wow. Wie aber funktioniert der 3D-Druck bei Lebensmitteldruckern? Wie ist es möglich, dass ein Computer, ein hochgradig unbelebter Gegenstand, in der Lage ist, Lebensmittel herzustellen?

Als Projekt der NASA begonnen, sind Lebensmitteldrucker heutzutage bei vielen Firmen in der Entwicklung. Das Konzept ist ähnlich wie bei herkömmlichen Tintenstrahldruckern oder 3D-Druckern. Ein Computer ist mit einer technischen Applikation ausgestattet, die es erlaubt, nach bestimmten Vorgaben zu arbeiten und eine Idee in ein echtes Produkt umzuwandeln. Anstatt Druckertinte oder Plastik zu verwenden, beruhen Lebensmitteldrucker auf der Zugabe von Lebensmitteln, die verschiedentlich kombiniert, angeordnet und designt werden können. 

Wie funktioniert ein Lebensmitteldrucker?

Die Lebensmittel können über Lebensmittelpatronen und Lebensmitteltinte beigefügt und vermischt werden. Die größte Gruppe von Lebensmittelpatronen basiert auf aromatisierten, gefärbten Inhaltsstoffen. Doch längst hat sich auch die Zugabe von frischen, natürlichen Produkten etabliert, aus denen zum Beispiel Schokolade hergestellt werden kann.

Der Lebensmitteldrucker wird je nach Druckerart auf die Produktion eines Lebensmittels eingestellt. Wenn nun die Lebensmittel hinzugegeben werden, kombiniert der Drucker diese automatisch nach den Vorgaben. Auf diese Weise entstehen unter anderem Tortenbeläge, Schokoladenherzen oder Pizzen.

Sushi aus dem 3D-Drucker. (Quelle: imago/AFLO)Sushi aus dem 3D-Drucker. (Quelle: imago/AFLO)

Was kann mit einem Lebensmitteldrucker hergestellt werden?

Die meisten Lebensmitteldrucker sind auf die Herstellung von Zuckerpapier spezialisiert, mit dem Kuchen, Torten und andere Süßigkeiten belegt werden können. Da der Lebensmitteldrucker ein vergleichsweise junges Projekt ist, sind andere Anwendungsbereiche derzeit entweder noch sehr spärlich gesät oder stecken in der Konzeptionsphase fest. Mit der Möglichkeit, eigene Schokoladekreationen zu entwerfen und zu produzieren, hat die Industrie jedoch schon einen Wink in Richtung Zukunft gegeben.

In absehbarer Zeit könnten mithilfe durchdachter Syntheseverfahren andere Lebensmittel hergestellt werden. Dazu müssen lediglich die Zutaten der Lebensmittel entschlüsselt und für den Handel isoliert sowie haltbar gemacht werden. Gelingt dies, könnten eines Tages wesentlich kompliziertere Erzeugnisse wie Früchte, Gemüsesorten oder Getreide hergestellt werden.

Welche Arten von Lebensmitteldruckern gibt es?

Derzeit beschränkt sich das Angebot an Lebensmitteldruckern größtenteils auf Backutensilien, mit denen Süßigkeiten verfeinert oder belegt werden können. Die meisten Lebensmitteldrucker, die für einen kleinen Preis auf dem Markt erhältlich sind, arbeiten mit Esspapier. Dieses wird ähnlich wie normales Papier in den Papiereinzug eingeführt und mit Lebensmittelfarbe bedruckt, sodass es beispielsweise auf der Tortendecke fixiert werden kann. Insofern arbeiten die Zuckerdrucker wie herkömmliche (2D-) Drucker. Die Bilder und Abbildungen sind meist so gestochen scharf, dass sie aussehen, als hätte man ein Foto auf die Torte gelegt. Für die Gestaltung von aufwändigen Torten gibt es Zuckerdrucker, die verschiedene Zuckergüsse und Beläge herstellen können.

Pfannkuchendrucker stellen aus den herkömmlichen Zutaten akkurat abgeschätzte Pfannkuchen zusammen. Sie orientieren sich am Vorbild der 3D-Drucker, vollbringen sie doch einen Sprung von der Bedruckung einer zweidimensionalen Fläche zu der Entwicklung von komplexeren dreidimensionalen Strukturen.

Schokoladen- und Pizzadrucker

Mit einem Schokoladendrucker können vielseitige Kreationen für Schokoladenfreunde entworfen werden. Neben Visitenkarten oder Bilderrahmen aus Schokolade stellt der Schokoladendrucker auch aufwändige Skulpturen aus der braunen Masse her. Mithilfe von Bildern oder Fotos ist es möglich, die Süßigkeiten mit Porträts zu verzieren.

Die größte Sensation auf dem Markt der Lebensmitteldrucker ist derzeit jedoch der Pizzadrucker. Dieser macht es möglich, eine ganze Pizza künstlich herstellen zu lassen. Nach einem mehrstufigen Verfahren stellt der Drucker alle grundlegenden Zutaten der Pizza (Teig, Käse, Tomatenmark, Gewürze) bereit. Für ausgeklügelte Kompositionen fernab der Pizza Margherita können zusätzliche Ingredienzien hinzugefügt werden. Nach der physischen Zusammensetzung der Einzelteile zur ganzen Pizza wird diese auch noch gebacken. Der Pizzadrucker ersetzt also alle Prozesse zwischen dem Kauf der Zutaten und dem Verzehr am Ende.

Blini aus dem 3D-Drucker: So ein schickes Muster klappt nicht per Hand. (Quelle: imago/ZUMA Press)Blini aus dem 3D-Drucker: So ein schickes Muster klappt nicht per Hand.

Erst kürzlich hat ein britisches Unternehmen bekanntgegeben, Früchtedrucker zu entwickeln, mit denen Geschmacksrichtungen in Tropfenform kombiniert werden können. Die Form und die Farbe der daraus entstehenden Kügelchen ist individuell anpassbar. In der Konsistenz ähneln die Kügelchen Kaviar. Lebensmittel auf molekularer Basis waren bislang nur in der Molekularküche verbreitet. Für die Zubereitung dieser Speisen brauchte es ein ausgedehntes gastronomisches Fachwissen. Dieses ist jedoch für die Bedienung von Früchtedruckern nicht notwendig.

Welches Zubehör benötigt ein herkömmlicher Lebensmitteldrucker?

Einfache Lebensmitteldrucker funktionieren auf dieselbe Weise wie normale Drucker. Sie gründen sich auf die Verwendung von Tintenpatronen, die farbige Lebensmittelzutaten enthalten. Über einen Einzug kann man dem Drucker Esspapier zuführen. Dieses wird im Anschluss mit einem selbstgewählten Motiv bedruckt.

Für die Wartung der Drucker ist der bekannte Druckkopfreiniger vonnöten. Dieser muss nach einer gewissen Zeit ausgetauscht werden, um den Drucker vor der Ansammlung von Klebemasse zu schützen.

Was kostet ein Lebensmitteldrucker?

Anders als bei den wesentlich aufwändigeren 3D-Druckern muss für einen Lebensmitteldrucker keine mindestens vierstellige Summe bezahlt werden. Bei diversen Online-Verkaufsportalen sind einfache Lebensmitteldrucker ab 150 Euro erhältlich. Diese bedrucken jedoch lediglich Esspapier und können nicht zur Herstellung von wirklichen Speisen benutzt werden.

Kompliziertere Erzeugnisse wie der Schokoladendrucker sind wesentlich teurer. Die Kosten für einen Schokoladendrucker beginnen bei ungefähr 3000 Euro. Das ist nicht weiter verwunderlich. Im Gegensatz zum herkömmlichen Lebensmitteldrucker findet beim Schokoladendrucker die 3D-Technik Anwendung. Das heißt, dass verschiedene plastische Formen mithilfe des Druckers produziert werden können.

Der aufsehenerregende Pizzadrucker ist dagegen noch gar nicht im Handel erhältlich. Bis auf weiteres handelt es sich beim Pizzadrucker nur um ein vielversprechendes Projekt, das noch in den Entwicklungsphase steckt. Wann und ob der Pizzadrucker für den öffentlichen Markt erscheint, ist derzeit noch unklar.

Der Lebensmitteldrucker – ein Schritt in eine Welt ohne Hunger?

Die derzeitige Leistungsfähigkeit von Lebensmitteldruckern ist noch vergleichsweise gering. Bislang bewegt sie sich eher im Bereich "technische Spielerei". Für den privaten Haushalt oder professionelle Bäckereien, Konditoreien oder Restaurants sind Lebensmitteldrucker eine sinnreiche Ergänzung, die die Herstellung von eigenen Kreationen vereinfacht.

Gerätschaften wie der Pizzadrucker jedoch zeigen das Potenzial des Lebensmitteldruckers. Wenn durch die Kombination einiger Grundzutaten auf lange Sicht Produkte hergestellt werden können, die sonst nur saisonal und lokal begrenzt vorkommen, könnten sich weitreichende Konsequenzen für die globale Ernährung ergeben.

Die Möglichkeit dazu ist vorhanden. Der Lebensmitteldrucker steckt noch in den Kinderschuhen, sorgt jedoch heute schon allenthalben für Erstaunen. Unter Zuhilfenahme von biochemischen und technologischen Forschungsstudien scheinen der Leistungsfähigkeit von Lebensmitteldruckern langfristig kaum Grenzen gesetzt

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