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Digitale Fotografie: Adobe erfindet das Unmögliche

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Digitale Fotografie  

Das unmögliche Foto

22.09.2008, 12:46 Uhr | Bela Beier

Wie ein Insektenauge zerlegt die Linse das einfallende Licht. Zusammengesetzt wird das Bild dann am PC.  (Quelle: Hersteller)Wie ein Insektenauge zerlegt die Linse das einfallende Licht. Zusammengesetzt wird das Bild am PC. (Quelle: Hersteller) Der Traum der Fotografen wird wahr: Bilder nach dem Fotografieren scharf stellen. Was bislang physikalisch undenkbar war, ermöglicht eine Wunderlinse des Photoshop-Entwicklers Adobe mittels cleverer Ebenentechnik. Damit ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten der Bildgestaltung. Doch die Wunderoptik hat einen Haken: die vorerst miserable Bildqualität.

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Dieses Bild zeigt die Möglichkeiten der Adobe 3D Lens. (Quelle: Hersteller)Dieses Bild zeigt die Möglichkeiten der Adobe 3D Lens. (Quelle: Hersteller) Die Innovation, die Adobe bereits vergangenen Oktober präsentierte, erschließt Neuland in der Fotografie. Der Clou der Adobe-Linse: Ähnlich wie ein Insektenauge ist jede der 20 Teil-Linsen unterschiedlich fokussiert. Bei der Aufnahme entstehen 20 Bilder auf einmal, und jedes ist in einem anderen Bereich scharf. Im Computer werden die Bilder dann übereinandergelegt. Dadurch entstehen Fotos, die eigentlich nicht möglich sind. Adobe demonstriert dies an einem Foto, das verschiedene Schärfebereiche innerhalb der jeweiligen Bildebenen hat. Das ist mit heutigen Mitteln so nicht möglich.

Bilder entstehen erst im Computer

Wer ein solches Bild bislang anfertigen wollte, musste mehrere Aufnahmen desselben Motivs machen. Diese wurden dann am Computer mit Bildbearbeitungsprogrammen übereinandergelegt, so dass im Nachhinein künstlich der Schärfeverlauf beeinflusst werden konnte. Dies übernimmt nun die Wunderlinse aus dem Hause Adobe im Zusammenspiel mit spezieller Software - und das besser denn je. Denn erstmals können auch Fotos von bewegten Motiven geschossen und nachträglich scharf gestellt werden.

Störende Gegenstände einfach umgehen

Vorerst existiert genau ein Prototyp der Wunderlinse. Die Insektenaugenstruktur dieser Vorstufe ist deutlich zu erkennen. (Quelle: Hersteller)Vorerst existiert genau ein Prototyp der Wunderlinse. Die Insektenaugenstruktur dieser Vorstufe ist deutlich zu erkennen. (Quelle: Hersteller) Eine weitere Neuerung ist der Blickwinkelversatz: Weil alle Bilder einen leicht unterschiedlichen Blick auf das Motiv haben, ermöglicht das Adobe-Konzept nachträglich mit geringen Qualitätsverlusten ein paar Grad um das Motiv herumzugehen. So sind störende Gegenstände im Hintergrund wie Türme oder Laternen leicht verschiebbar.

Wermutstropfen Bildqualität

Aber nicht alles an Adobes Konzept ist perfekt: Da sich die Teil-Linsen einen Sensor teilen müssen, sinkt die Bildqualität enorm. Der Prototyp verteilt das eingefangene Licht auf 20 Bereiche des Sensors, wodurch die Auflösung um den Faktor 20 sinkt. Marktreife Lösungen, die frühestens in vier Jahren zu erwarten sind, müssen dieses Problem zunächst einmal lösen. Eine Möglichkeit wäre viele kleine Sensoren. Doch das würde riesige Kameragehäuse erfordern, auch wenn auf die Autofokus-Mechanik verzichtet werden kann.

Riesen-Sensoren und bewegliche Teile

Eine andere Möglichkeit sind Riesen-Sensoren, die allerdings viele hundert Megapixel bieten müssten - ein Vielfaches der aktuell führenden Megapixelboliden. Die vermutlich am praktikabelste Lösung wird ein beweglicher Sensor sein, der mehrere Bereiche abdeckt und die Einzelbilder nach dem Fotografieren zusammensetzt. Aber vielleicht findet der Softwarehersteller Adobe auch eine Möglichkeit, die Bildqualität in der Software derart zu verbessern. Das wäre ja eine der Spezialitäten der Photoshop-Entwickler.

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