26.04.2010, 13:03 Uhr | Andreas Lerg
Das Ende der Diskette ist besiegelt: Ausgerechnet zum 30. Jahrestag wird Hauptproduzent Sony die Produktion einstellen. Damit ist die Ära des 1,44 Megabyte fassenden Speichermediums im März 2011 endgültig vorbei. Die Floppydisk genügt heutigen Speicheranforderungen längst nicht mehr. CD, DVD, USB-Sticks und externe Festplatten mit im Vergleich gigantischen Speichermengen haben die Diskette schon lange verdrängt.
Im März 2011 wird Sony die Produktion der Floppydisk endgültig einstellen. Das meldet die japanische Tageszeitung Mainichi Daily. Das Unternehmen beliefert ohnehin nur noch den heimischen Markt und setzt dort knapp zwölf Millionen Disketten pro Jahr ab. Ende der 1990er Jahre wurden jährlich noch über zwei Milliarden Floppydisks verkauft. Die Floppydisk ist als Speichermedium längst überflüssig und die meisten andere Hersteller haben die Produktion bereits vor Jahren eingestellt. Damit reiht sich die Floppydisk bei den vergessenen Techniklegenden ein.
Im Jahr 1981 brachte Sony dann die erste 3,5 Zoll-Floppydisk auf den Markt. Die bot mit 720 Kilobyte Speicherplatz damals viel Speicherplatz für wenig Geld. Sechs Jahre später erblickte der Disketten-Klassiker schlechthin das Licht der Welt - die 1,44 MB Floppydisk. Diese blieb die 1990er hindurch der übliche Standard. Zwar gab es auch Disketten, die 2,88 MB speichern konnten, doch konnte das Speichermedium mit den modernen Techniken nicht mithalten. 2,88 MB genügen heutzutage kaum für ein Musikstück im MP3-Format oder ein hochauflösendes Digitalfoto.
Neben Sony stellt heute nur noch Verbatim die Speichermedien her. Der Hersteller vorerst an der Produktion festhalten, denn in Russland und in anderen Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion gibt es noch einen Markt. So findet die Floppydisk in Russland als Medium für die elektronische Steuererklärung Verwendung. Verbatin meldet, dass das Unternehmen im Jahr 2009 immerhin 50 Millionen Datenträger verkauft hat und zehn Prozent davon nach Deutschland geliefert wurden.
Auch die Hardwareindustrie hat sich schon längst von dem einst beliebten Speichermedium verabschiedet. Kein PC-Hersteller stattet seine Computer heute ab Werk mit einem Disketten-Laufwerk aus. Oft fehlen sogar die nötigen Einbauschächte im Gehäuse des Computers. Apple verabschiedete sich 1998 zuerst von der Floppy-Disk, andere große Hersteller wie Dell zogen wenige Jahre später nach. Die Rolle der Diskette hat mittlerweile der USB-Stick eingenommen. Der passt locker in jede Hosentasche und fasst bis zu 256 Gigabyte. Ein Speichervolumen, von dem man 1981 noch nicht einmal vorstellen konnte, wie es zu füllen sei.
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Quelle: Andreas Lerg
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