14.11.2011, 14:00 Uhr | Andreas Lerg
Flut in Thailand treibt Festplattenpreise hoch. (Quelle: imago)
Der Preis für Festplattenspeicher ist in den vergangenen Wochen enorm gestiegen. Verbraucher mussten seit Anfang September Preissteigerungen von durchschnittlich 80 Prozent für Festplatten hinnehmen, wie eine Studie im Auftrag des Branchenverbandes BITKOM ermittelt hat. Grund ist die Flutkatastrophe in Thailand.
Die schweren Überschwemmungen in Thailand, wo fast ein Drittel aller Festplatten produziert wird, haben zu einer Verknappung bei Massenspeicher geführt. Firmen wie Western Digital, Toshiba, Seagate und Hitachi mussten die Produktion in den Krisengebieten stilllegen. Die Weltproduktion sank seit September um 25 Prozent, Zugleich stiegen die Preise für die Massenspeicher um 80 Prozent an, wie guenstiger.de im Auftrag des Verbandes BITKOM ermittelte. Das Preisvergleichsportal überprüfte die Preisentwicklung von 300 Festplattenmodellen vom 2. September bis 9. November.
"Die Liefersituation bei Festplatten bleibt angespannt", sagte Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des BITKOM. "Die Hersteller arbeiten intensiv daran, ihre Fabriken wieder in Betrieb zu nehmen und die Produktionskapazitäten an anderen Standorten hochzufahren." Die Preise für Festplattenlaufwerke steigen, denn die Lagerbestände im Großhandel gehen zur Neige. Endverbraucher müssen daher im Einzelhandel deutlich mehr für eine Festplatte bezahlen als noch vor wenigen Wochen.
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Bei manchen Produkten stiegen die Preise dramatisch an. So kostete beispielsweise die 3,5-Zoll-Festplatte Western Digital Caviar Green mit zwei Terabyte Kapazität bis Mitte Oktober durchschnittlich 60 Euro, der aktuelle Preis steht allerdings zwischen 150 und 180 Euro. Die Produktion der Hersteller läuft zwar wieder an, aber die Lage wird sich nicht kurzfristig bessern. Zudem steht in Kürze das Weihnachtsgeschäft mit einer höheren Nachfrage an.
In den nächsten Wochen könnten auch Computer teurer werden, denn neben Festplatten sind auch noch andere Komponenten durch die Katastrophe in Thailand betroffen. Das Marktforschungsunternehmen International Data Company (IDC) rechnet damit, dass im ersten Quartal 2012 im ungünstigsten Fall ein Einbruch der PC-Stückzahlen um 20 Prozent zu befürchten sei.
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Quelle: Andreas Lerg
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