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Analyse zum WWDC: Baut Apple die besten sprachgesteuerten PC's?

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Wettrennen der Tech-Giganten  

Wer baut den besten sprechenden Computer?

06.06.2017, 20:47 Uhr | hd, dpa

Der Konzern stellte am Montag auf einer Entwicklerkonferenz in San Jose einen sprachgesteuerten Lautsprecher vor. (Screenshot: Apple)
Apple wagt sich mit HomePod auf neues Terrain

Der Konzern stellte am Montag auf einer Entwicklerkonferenz in San Jose einen sprachgesteuerten Lautsprecher vor.

Apples HomePod ist die Antwort auf Amazon Echo und Google Home. (Quelle: Reuters)


Mit einem neuen sprachgesteuerten Computer HomePod will Apple vernetzten Geräten wie Amazon Echo und Google Home Konkurrenz machen. Kann das klappen?

Apples HomePod hat die Form eines Zylinders. In der Mitte steckt ein Tieftöner für den Bass. Sieben im Kreis angeordnete Hochtöner sollen für räumlichen Sound sorgen. Mit der Sprachassistentin "Siri" und sechs Mikrofonen läuft die Kommunikation über die Apple-Server verschlüsselt und mit Anonymisierung für den Datenschutz, betonte Marketingchef Phil Schiller.

Sprachgesteuerte Computer werden einfach ins drahtlose Heimnetzwerk eingebunden. Die Assistenten lauschen nach dem Einschalten auf ihr Aktivierungswort. Sagt der Nutzer etwa "Alexa", aktiviert sich der Assistent und führt auf Kommando Aktionen aus. Die Mikrofone lassen sich zum Beispiel bei Amazons Echo auch abschalten.

Der HomePod komme im Dezember in den USA, Australien und Großbritannien auf den Markt, sagte Apple-Chef Tim Cook am Montag bei Apples-Entwicklerkonferenz WWDC im Silicon Valley. Er soll 349 US-Dollar (umgerechnet 309 Euro) kosten. Der Deutschlandstart von Apples Siri-Box "HomePod" ist für 2018 angekündigt. Googles Home-Lautsprecher soll im Sommer in Deutschland an den Start gehen. Amazons Alexa hilft bereits seit Anfang 2017 in deutschen Haushalten.

Musik und Klang sind Apples Schlüsselkompetenzen

Apple versucht über die Musik den Markt der Heimrechner aufzurollen: "Wir glauben, dass er euer Musikerlebnis zuhause auf das nächste Level bringt", erklärte Cook. Der HomePod lässt sich über Apples digitalen Assistenten Siri mit Zugriff auf Apple Music steuern. Apple-Vize-Chef Phil Schiller sagte, dazu hätten die Siri-Entwickler das Programm in einen "Musikwissenschaftler" verwandelt, der den Musikgeschmack seines Nutzers erkenne und ihm Songs aus der Internet-Cloud beschaffe.

Neben Musik kann der HomePod auch Nachrichten, Verkehr und Wetter-Infos vorlesen sowie für die Steuerung von vernetzten Geräten im Haus eingesetzt werden. Siri wird auf Anfrage auch alles mögliche übersetzen können.

Amazons dreifaches Echo - Seit 2014 der Platzhirsch

Amazons vernetzte Lautsprecher "Echo" und "Dot" hören ständig in den Raum und warten auf ein Aktivierungswort. Wer ungestört sein will, kann die Mikros stumm stellen. (Quelle: dpa/Franziska Gabbert)Amazons vernetzte Lautsprecher "Echo" und "Dot" hören ständig in den Raum und warten auf ein Aktivierungswort. Wer ungestört sein will, kann die Mikros stumm stellen. (Quelle: Franziska Gabbert/dpa)

Der Amazon Echo ist bereits seit 2014 in den USA erhältlich und wurde seitdem um zwei weitere System, den Echo Dot und Echo Show ergänzt. In den USA hat Amazon durch den zeitlichen Vorsprung einen Marktanteil von gut 70 Prozent, danach folgt Google Home mit knapp 24 Prozent. Apple gerät hier mit dem HomePod in eine umgedrehte iPad-Situation und muss die Marktdominanz erst einmal aufbrechen. In Deutschland sind Echo und Echo Dot seit Anfang 2017 verfügbar, in der kleineren Version Dot für knapp 60 Euro und einer größeren Echo-Version für 180 Euro.

Amazon bietet Zugriff auf Infos aus dem Internet, die Fähigkeiten von Alexa können beliebig von anderen Anbietern erweitert werden. Das Konzept scheint aufzugehen, erste "Skills" von Banken und Versicherungen, Autoherstellern und dem Lampenspezialisten Philips Hue sind verfügbar. Ein weiteres Modell mit Touchscreen steht bereits in den Startlöchern.

Amazon verkaufe mit seinem kompakten Home-Computer "Echo" und der Assistentin "Alexa" zwar smarte Geräte, erklärte Apple auf der WWDC, böte aber nur "eine mittelmäßige Soundqualität". Apple wolle beides miteinander verbinden und die Musiknutzung zuhause revolutionieren - So wie einst mit dem iPod-Player, versprach das Unternehmen auf der Entwicklerkonferenz WWDC.

Google Home - bisher nur in den USA

Google stellte sein "Home"-System im Mai 2016 in Mountain View, Kalifornien (USA) vor (Quelle: imago)Google stellte sein "Home"-System im Mai 2016 in Mountain View, Kalifornien (USA) vor (Quelle: imago)

"Google Home" ist bisher nur in den USA verfügbar und kostet dort 109 Dollar (97 Euro). Das smarte, kompakte Gerät greift nach dem Sprachbefehl "OK, Google" auf Googles Suche zu und gibt alle Ergebnissen gesprochen aus. Das soll mit Nachrichten, Wetter-News und ähnlichem gut klappen.

In Kombination mit einem Android-Smartphone lassen sind damit auch Telefonate führen. Diese sollen in Kürze verfügbar sein, allerdings nur in den USA und Kanada. Ob und wann die Telefonie in Deutschland auf den Markt kommt, steht allerdings noch nicht fest. Im Sommer landet zumindest der Lautsprecher mit den grundlegenden Funktionen in Deutschland. Gerade im Bereich der Übersetzungen hat die Künstliche Intelligenz enorme Fortschritte gemacht, so dass viele Möglichkeiten nicht mehr so lange nur auf den englischen Sprachraum beschränkt werden.

Sonos: Noch nicht smart aber lautstark

Sonos bietet unter dem Namen "Play" seine Streaming-Lautsprecher an. Smarte Funktionen fehlen ihnen (noch). (Quelle: Hersteller/Sonos)Sonos bietet unter dem Namen "Play" seine Streaming-Lautsprecher an. Smarte Funktionen fehlen ihnen (noch). (Quelle: Sonos/Hersteller)

Andere Konkurrenten wie Sonos seien besonders gut darin, Musik drahtlos in verschiedene Räume zu bringen, bauten aber keine smarten Lautsprecher, sagte Apple-Vize Phil Schiller. Sonos bietet seine Musik-Streaming-Box "Play 1" ab 229 Euro an. Diese verfügt aber ab Werk nicht über die Verbindung zu Smart-Home-Geräten und reagiert nicht auf Sprachbefehle. Die Lautsprecher sind spezialisiert darauf, Musikstreams aus dem Internet in möglichst hoher Klangqualität wiederzugeben. Das System lässt sich mit Extra-Tieftönern, TV-Soundbars und einem Zentralrechner erweitern. Die Preise für einzelnen Komponenten sind mit 800 Euro relativ hoch. 

Ähnliche Produkte gibt es auch von Herstellern, wie Lenovo, Denon, Raumfeld, Teufel, LG und Harman Kardon. Letzerer arbeitet mit Microsoft zusammen, die mit "Cortana" einen eigenen Sprachassistenten am Start haben.

Sonos wird Amazons Alexa integrieren, auch Googles Assistent findet seinen Weg auf die Multiroom-Lautsprecher.

Apples HomePod (Quelle: Apple)In den USA wird HomePod im Dezember für 350 US-Dollar erhältlich sein. (Quelle: Apple)

Fazit: Amazon erster, Apple zieht nach, Situation komplett offen

Amazon hat - Stand heute - die besten Chancen, den deutschen Markt für Sprachcomputer aufzurollen. Zumal sich Alexa auf die Systeme von Sonos und andere ausbreitet. Die Hardware ist vergleichsweise günstig, die Sprachfunktionen recht ausgereift und Smart Home gut ausgebaut. Über andere Anbieter kommen laufend weitere Fähigkeiten dazu.

Apple kommt mit HomePod noch nach Google in deutsche Haushalte, wenn der Marktstart vor dem Weihnachtsgeschäft gelingt. Google bietet eine starke Künstliche Intelligenz und sitzt schon auf allen Telefonen außerhalb der iPhones. Zumal die Zielgruppe für WLAN-Lautsprecher vielleicht schon ein Sonos-System oder ähnliches besitzt und freie Auswahl unter den Assistenten genießt.

Das Thema Datenschutz könnte hier ein besonderer Schwerpunkt sein, deutsche Kunden sind hier deutlich sensibler als amerikanische Käufer. Auf diesem Feld kann Apple punkten.

Ob das 349 US-Dollar rechtfertigt, ist noch komplett offen. Bei der Apple Watch hat das Unternehmen aus Cupertino schon einmal gezeigt, wie ein Markt spontan verdreifacht und dominiert werden konnte.


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