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Acer Aspire One A110L - Test Netbook

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Acer Aspire One A110L  

Acer Aspire One A110L: 8,9 Zoll Netbook im Test

13.08.2008, 15:52 Uhr | pcwelt.de, PC-Welt

Acer Aspire One A110L - Test Netbook. Acer Aspire One A110L: Mini-Notebook mit Linux (Foto: pcwelt)

Acer Aspire One A110L: Mini-Notebook mit Linux (Foto: pcwelt)

Das Aspire One A110L ist das bisher schönste Netbook. Es steckt in einem glänzenden dunkelblauen Gehäuse. Auch die schwarze Einfassung des Display präsentiert sich in Glanzoptik. Als Farbtupfer sind die Displayscharniere rot eingefasst.

Doch das schicke Design des 330 Euro günstigen Netbooks hat auch Nachteile: Fingerabdrücke hinterlassen unschöne und deutlich sichtbare Spuren auf dem Gehäuse. Hier ist ständiges Putzen angesagt, wenn das Mini-Laptop so schön wie beim ersten Auspacken bleiben soll. Das wird nicht der einzige Fall bleiben, wo beim Aspire One der erste Eindruck täuscht.

Acer Aspire One A110L: Linux als Betriebssystem

Das Aspire One kostet zwar mehr als der erste Eee PC. Aber mit 330 Euro ist das Acer-Netbook deutlich günstiger als die aktuelle Konkurrenzprodukte von Asus und Medion. Den günstigen Preis erzielt Acer dadurch, dass auf dem Aspire One als Betriebssystem Linux zum Einsatz kommt. Acer installiert Linpus Linux Lite, das auf Fedora basiert. Die Kernel-Version ist 2.6.23. Mit Windows XP ist es als Acer Aspire One A150 erhältlich

Das Betriebssystem startet sehr schnell, auf den ersten Blick: Bereits nach rund 15 Sekunden erscheint der Startbildschirm. Allerdings dauert es dann weitere 20 Sekunden bis die Icons für Netzwerkverbindung und Akkustand in der Systemleiste auftauchen und das Netbook endgültig einsatzbereit ist.

Das Aspire One lässt sich sofort nach dem Auspacken und Anschalten produktiv nutzen, denn Acer hat viel Software aufgespielt: Der Startbildschirm präsentiert die Programme unterteilt in die Bereiche Verbinden, Arbeit, Spaß und Dateien. In jedem stehen drei Programm-Icons. Nach einem Klick auf den Pfeil neben den Programmen zeigt das Aspire One alle installierten Programme aus dem gewählten Themenbereich.

Unter Verbinden finden sich beispielsweise Firefox sowie Links auf Wikipedia und Google-Maps. Als Mail- und Messenger-Programm steuert Acer Eigenentwicklungen bei und verzichtet auf die Standard-Programme Thunderbird und Pidgin. Das Mailprogramm unterstützt neben POP3 und IMAP auch Lotus Domino Webmail und Microsoft Exchange Webmail. Der Messenger unterstützt nur die Protokolle von MSN, Yahoo, Google und AOL - ICQ fehlt. Für Video-Chats bindet er die Web-Cam des Aspire One ein: Auf Skype, das Standard-Tool für diesen Zweck, verzichtet Acer.

Für Texte, Tabellen und Präsentationen steht unter Arbeit OpenOffice 2.3 bereit. In der Spaß-Abteilung finden sich der Media-Player, ein Fotomanager, diverse Spiele sowie das Malprogramm Kolourpaint. Der Media-Player hatte allerdings Probleme beim Abspielen von Divx- und Xvid-Filmen.

Mittels einer Recovery-DVD soll sich laut Handbuch das Betriebssystem im Schadensfall wiederherstellen lassen. Das konnten wir nicht testen, da unserem Gerät keine DVD beilag.

Acer Aspire One A110L: Ausreichende Leistung, zu kleine Festplatte

Dank der übersichtlichen Benutzeroberfläche fällt die Bedienung des Acer Aspire One leicht. Die Programme starten ohne größere Verzögerung, OpenOffice beispielsweise in fünf Sekunden. Im Praxis-Alltag fällt kaum auf, dass im Acer Aspire One nur 512 MB RAM stecken.

Wer mehr Programme installieren oder Multimedia-Dateien speichern will, bemerkt allerdings bald, dass der Festplattenplatz des Netbooks mit 8 GB knapp bemessen ist. Zumal für eigene Dateien nur 3,7 GB netto frei sind. Den Rest belegen das Betriebssystem und die vorinstallierten Programme.

Wie bei anderen Netbooks lässt sich der knappe Speicherplatz beim Acer Aspire One durch eine externe USB-Platte oder eine Speicherkarte erweitern. Das Acer-Netbook bietet dafür nicht nur den normalen Kartenleser. Auf der linken Seite sitzt ein spezieller SD-Karten-Steckplatz (Storage Expansion): Legt man dort eine Speicherkarte ein, wird ihre Kapazität automatisch zum freien Speicherplatz für die eigenen Dateien addiert. In diesem Steckplatz verschwindet die SD-Karte übrigens komplett, während sie im Kartenleser auf der rechten Seite aus dem Schacht heraussteht.

Acer Aspire One A110L: Gewicht und Akkulaufzeit

Das Acer Aspire One wiegt 960 Gramm. Damit unterbietet es den Eee PC 900 um 40 Gramm und das Aldi-Netbook sogar um 180 Gramm. Die Kehrseite: Acer baut nur einen 3-Zellen-Akku ein (24 Wh). Damit hält das Netbook beim Surfen per WLAN nur 2:20 Stunden durch. Mit geringer Prozessorlast kommt man maximal auf 2,5 Stunden. Damit wird das Acer Aspire One knapp von der Windows-Version des Eee PC geschlagen, die aber einen etwas größeren Akku besitzt. Das Medion Akoya Netbook erreicht ungefähr die Laufzeit des Acer Aspire One.

Im Akkubetrieb liegt die Leistungsaufnahme des Aspire One bei geringer Systemlast knapp unter, beim WLAN-Surfen knapp über 10 Watt. Läuft es an der Steckdose, nimmt es rund 12 Watt bei geringer und 18 Watt bei hoher Systemlast auf. Damit ist es insgesamt ein bisschen sparsamer als die Netbooks von Asus und Medion.

Das Acer Aspire One bietet im Power Center drei Energieschemata: Höchstleistung, Ausgeglichen und Energiesparen. Allerdings kann man zwischen ihnen nicht umschalten: Wählt man ein anderes Schema aus, ist beim nächsten Aufruf des Power Center wieder Ausgeglichen markiert. Ein weiteres Manko: Die Anzeige des Akkustandes in der Systemleiste ist sehr unzuverlässig. Kurz bevor der Akku ganz leer ist, zeigt sie beispielsweise vollen Ladestand an.

Online geht der Acer Aspire One entweder per Kabel über Fast-Ethernet-LAN oder kabellos per WLAN (802.11g). Das WLAN lässt sich über einen Schiebetaster vorne rechts am Gehäuse an- und ausschalten. Bluetooth fehlt dem Mini-Laptop ebenso wie ein UMTS-Modem: Acer will aber kommende Modelle mit einem internen Mobilfunk-Modem ausstatten.

Acer Aspire One A110L: Spiegel-Display

Acer baut ins Aspire One ein 8,9-Zoll-Display mit Glanzoberfläche ein. Auf den ersten Blick wirkt es heller und farbkräftiger als die matten Displays im Asus Eee PC und im Medion Akoya Mini. Für ein Mobilgerät, das man unter verschiedenen Lichtverhältnissen nutzen will, ist das Glare-Display aber eine schlechte Wahl. Bei hellem Umgebungslicht - zum Beispiel in der Sonne - ist es nur schwer abzulesen, weil seine Helligkeit die Reflexionen nicht überstrahlen kann. Für Innenräume ist die durchschnittliche Leuchtdichte von 144 cd/m2 aber ausreichend.

Acer Aspire One A110L: Tastatur

Die Tastatur des Aspire One ist 24 Zentimeter breit, drei Zentimeter mehr als beim Asus Eee PC 900, der die gleiche Displaygröße besitzt. Die meisten Tasten liegen 17,5 Millimeter auseinander, auch Anwender mit größeren Händen sollten daher sicher und schnell auf dem Aspire One tippen können. Positiv für Blindtipper: Die Eingabetaste ist zweizeilig und der Cursorblock abgesetzt. Von den Standardtasten sind nur drei schmaler (13,5 Millimeter), die Funktions-, Cursor- und Bildlauftasten sind allerdings noch kleiner. Beim Schreiben gibt die Tastatur spürbar nach, das Tasten-Feedback ist aber ausreichend.

Zwar überzeugt die Tastatur des Aspire One. Dafür machte im Praxistest das Touchpad Probleme: Seine Tasten liegen neben dem Touchpad-Feld - nicht darunter, wie sonst üblich. Außerdem ist es nur fünf Zentimeter breit. Beim Navigieren fährt man daher oft ungewollt über das Touchpad-Feld hinaus auf die Tasten - ein hüpfender Cursor und fehlerhafte Eingaben sind die Folge.

Fazit Acer Aspire One

Das Acer Aspire One ist eine echte Konkurrenz zum Asus Eee PC: Es überflügelt sowohl die Linux- wie die Windows-Variante des Netbook-Pioniers in vielen Aspekten. Und es ist günstig: Während aktuelle Netbooks schon bei rund 400 Euro liegen, kostet der Aspire One nur 330 Euro. Das schönste Netbook ist es außerdem - wenn man es regelmäßig reinigt.

Dank Linux und der vielen installieren Programme lässt sich das Aspire One komfortabel bedienen. Doch für einige Tools gibt es besser ausgereifte und leistungsfähigere Alternativen, die Linux-Kenner anstelle des Acer-Angebotes installieren sollten.

Die Rechenleistung reicht für das beschränkte Einsatzgebiet des Aspire One vollkommen aus. Ein klarer Minuspunkt ist aber der geringe Festplattenplatz: Hier ist das Medion Akoya mit seiner 80-GB-Festplatte deutlich besser gestellt. Über den Storage-Expansion-Slot lässt sich beim Acer-Netbook Speicherplatz aber unkompliziert nachrüsten.

Die Tastatur ist auch für Viel- und Schnellschreiber geeignet, jedenfalls besser als die des Asus Eee PC. Die Referenz bleibt aber weiterhin die etwas größere und stabilere Tastatur des Medion Akoya E1210. Das kleine Touchpad mit seiner ungewohnten Tastenanordnung nervte im Praxisbetrieb sehr.

Im mobilen Einsatz zeigte das Aspire One Licht und Schatten: Es ist sehr leicht, die Akkulaufzeit aber zu kurz. Das spiegelnde Display gefällt in Innenräumen, für draußen ist es weniger geeignet.

Alternativen zum Acer Aspire One A110L

Der Asus Eee PC 900 bringt Windows mit und einen etwas größeren Akku. Eine ähnlich kurze Akkulaufzeit wie das Aspire One hat das Medion Akoya Mini Netbook E1210: Dafür liegt es bei Display und Tastatur vorne. Beide Netbooks sind mit 400 beziehungsweise 420 Euro aber deutlich teurer als das Acer Aspire One.

Technische Daten und Testergebnisse

Hersteller / Produkt

Acer Aspire One A110L

Preis

329 Euro
Preis im t-online.de Shop
Preise vergleichen

Internet

www.acer.de

AUSSTATTUNG

Prozessor

Intel Atom N270 (1,6 GHz)

Arbeitsspeicher

512 MB

Festplatte

8 GB Flash

optisches Laufwerk

-

Grafik

Intel GMA 950

Display-Größe / -Auflösung

8,9 Zoll / 1024 x 600 Bildpunkten

Schnittstellen

Links: VGA, USB, Storage Expansion, Netzwerk
Rechts: 2 USB, Audio-In, Audio-out, Kartenleser, Kensington

Web-Cam

ja

Kommunikation

Fast-Ethernet-LAN, WLAN (802.11g)

Betriebssystem

Linux Linpus Lite

Abmessungen

24,8 x 17 x 3 cm (B x L x H)

Gewicht

960 Gramm (Netzteil: 320 Gramm)

MESSWERTE

Akkulaufzeit in Minuten (geringe Systemlast / WLAN-Surfen)

156 / 140

Betriebsgeräusch in Sone (geringe Systemlast / Volllast)

0,1 / 0,2

Display Helligkeit in cd/m² (maximal / Durchschnitt)

160 / 144

 

 
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