30.03.2010, 14:09 Uhr | pcwelt.de, PC-Welt
Größer und teurer: Das neue Aldi-Notebook kostet 100 Euro mehr als das letzte Discounter-Modell Medion Akoya P6620. Dafür besitzt das Medion Akoya P7612 (MD97860) auch ein größeres Display: 17,3 Zoll (44 Zentimeter) misst der Bildschirm im aktuellen Aldi-Notebook. Aber der Monitor ist nicht nur größer – er zeigt auch mehr Bildschirminhalt, denn seine Auflösung beträgt 1600 x 900 Bildpunkte. Der 16-Zoll-Vorgänger bot nur 1366 x 768 Pixel.
Aldi preist das Medion Akoya P7612 als Multimedia-Notebook für Film und Fernsehen an: Dazu passt der große Bildschirm im 16:9-Seitenformat – dieses Format eignet sich gut für DVD- und Blu-ray-Filme, denn die schwarzen Balken, die man normalerweise bei der Wiedergabe sieht, fallen schmaler aus oder verschwinden ganz.
Ungewöhnlich für ein Multimedia-Notebook: Das Medion Akoya P7612 besitzt einen entspiegelten Bildschirm. Üblicherweise setzen die Hersteller von Multimedia-Laptops auf Displays mit glänzender Oberfläche, weil diese auf den ersten Blick heller wirken und Farben intensiver zur Geltung bringen. Dafür reflektieren Spiegel-Displays das Umgebungslicht besonders stark: Das Medion Akoya P7612 kann man also flexibel an verschiedenen Orten mit wechselnden Lichtverhältnissen einsetzen – was man mit einem 3,34 Kilogramm schweren Dickschiff wie dem neuen Aldi-Notebook aber nur selten tun wird.
DVB-T-Stick im Lieferumfang
Das Multimedia-Angebot rundet Medion beim Akoya P7612 mit dem beigelegten DVB-T-Stick ab: Der USB-Stick Creatix CTX 1921 lässt sich per mitgeliefertem Adapter an die beigelegte Stabantenne anschließen: So kann man am Medion Akoya P7612 digitales Fernsehen genießen, sofern man in einer mit DVB-T versorgten Region wohnt.
Die Antenne ist mit einem Magneten versehen: So kann man sie am Notebook-Gehäuse befestigen. Die Antenne lässt sich außerdem neigen. Ebenfalls im Lieferumfang befindet sich eine Fernbedienung.
Rechentempo
Als Prozessor kommt im Medion Akoya P7612 wie im Vorgänger der Prozessor Core 2 Duo T6500 von Intel zum Einsatz: Er arbeitet mit 2,1 GHz, unterstützt 64 Bit, aber keine Virtualisierungsfunktionen.
Die Rechenleistung des Medion Akoya P7612 ist ordentlich: Im Leistungstest Sysmark 2007 schaffte das Notebook 105 Punkte. Mobilrechner der 1000-Euro-Klasse liegen meist bei rund 120 Punkten. Damit ist das Aldi-Notebook für alle Standard-Anwendungen und auch rechenintensivere Aufgaben wie beispielsweise Bildbearbeitung kräftig genug. Im Vergleich zum Medion Akoya P6620 schnitt das neue Aldi-Notebook aber bei den Office-Tests etwas schwächer ab: Das liegt an der eingebauten Festplatte von Seagate, deren Zugriffszeiten geringfügig höher waren als beim Western-Digital-Modell im Medion Akoya P6620.
Sparsame Spieleleistung
Bei der 3D-Leistung steht das Medion Akoya P7612 weniger gut da: Die eingebaute Grafikkarte nVidia GeForce G210M gehört in das Einsteigersegment. Für aktuelle Spiele ist sie in der maximalen Displayauflösung des Notebooks zu langsam – bei World in Conflict reichte es beispielsweise selbst bei DirectX9-Effekten in der mittleren Qualitätsstufe nur für 20 Bilder pro Sekunde. Um weitgehend ruckelfreie Bildraten zu erhalten, mussten wir bei World in Conflict auf die niedrige Auflösung 1024 x 768 herunterschalten. Auch Gelegenheitsspieler werden am Medion Akoya P7612 also nur wenig Freude haben.
Ausstattung
Die interessanteste Neuerung beim aktuellen Aldi-Notebook versteckt sich an der linken Gehäuseseite: Medion versieht das Akoya P7612 mit einem Displayport-Anschluss. Dieser neue Verbindungsstandard für externe Monitore soll die VGA-Buchse für analoge sowie den DVI-Anschluss für digitale Monitore ablösen. Das Medion Akoya P7612 besitzt beispielsweise keinen VGA-Ausgang. Externe Monitore lassen sich nur per HDMI oder eben Displayport mit dem Notebook verbinden. Bisher sind vor allem teure Business-Notebooks mit einer Displayport-Schnittstelle ausgestattet.
Der Vorteil von Displayport: Die Buchse ist schmaler und nimmt daher am Notebook-Gehäuse weniger Platz weg als voluminöse VGA- oder DVI-Buchse. Ähnlich wie bei HDMI sind Displayport-Kabel schmaler, außerdem lässt sich per Displayport-Verbindung sowohl Bild wie Ton übertragen. Der Nachteil: Zum Anschluss eines externen Monitors ohne Displayport-Schnittstelle – und das ist derzeit noch die klare Mehrheit bei Bildschirmen – benötigen Sie einen Adapter. Ans Medion Akoya P7612 bringen Sie einen älteren Analog-Monitor sowieso nur mit Adapter – entweder über Displayport oder HDMI.
Viele Schnittstellen am Gehäuse
Das Medion Akoya P7612 besitzt viele Schnittstellen – ideal für ein Notebook, das den PC ersetzen soll: Zum Beispiel gibt es vier USB-Ports, einer davon ist als Kombianschluss mit eSATA ausgeführt. Außerdem besitzt das Medion Akoya P7612 drei Audiobuchsen, die sich im Treiber für den Anschluss von Surround-Lautsprechern konfigurieren lassen. Digitale Audiodaten gibt der optische S/P-DIF-Anschluss aus, der in der Kopfhörerbuchse integriert ist. Wie viele aktuelle Notebooks besitzt aber auch das Medion Akoya P7612 keinen Firewire-Anschluss – schlecht für Camcorder-Filmer.
Bei Hardware und Netzwerk bringt das Medion Akoya P7612 alles mit, was man in dieser Preisklasse erwarten darf – und noch mehr: Zum Beispiel eine 500 GB große Festplatte und einen DVD-Brenner sowie Gigabit-LAN und 11n-WLAN fürs Netzwerk.
Windows Vista mit 32 oder 64 Bit
Wie bei allen Aldi-Notebooks spart Medion auch beim Akoya P7612 nicht an Software-Beigaben: Das beginnt beim Betriebssystem – Medion legt Recovery-Medien für die installierte 32-Bit- und die 64-Bit-Version von Windows Vista Home Premium bei. Mit der integrierten Recovery-Funktion, die man durch die Taste F3 beim Start auslöst, lässt sich übrigens nur die 32-Bit-Version wiederherstellen – eine Auswahl zwischen 32- und 64-Bit bietet Medion nicht an.
Daneben ist eine Vielzahl an Multimedia-Software vorinstalliert – unter anderem von Cyberlink und Corel. Das mag für Einsteiger hilfreich sein – aber auch diese würden sich wahrscheinlich weniger, dafür hochwertige Tools wünschen statt des bunten Programm-Straußes, den Medion vorinstalliert. Einen Gutschein für das Upgrade auf das kommende Windows 7 liegt dem Akoya P7612 ebenfalls bei – für Bearbeitung und Versand berechnet Medion 19,95 Euro.
Displayqualität
Multimedia-Notebook: Da erwartet man ein helles, kontrastreiches und farbstarkes Display. Diesen Anspruch kann der Bildschirm im Medion Akoya P7612 nicht erfüllen – Notebooks mit Top-Displays kosten aber auch meist deutlich über 1000 Euro.
Das 17,3-Zoll-Display im Medion Akoya P7612 ist ein mittelmäßiger Bildschirm, dessen Qualität für Office und Internet auf jeden Fall ausreicht. Auch für die gelegentliche Fotoshow oder einen DVD-Film eignet er sich. Doch wer ernsthaft Fotos bearbeiten will oder bei der Filmwiedergabe nur mit bester Bildqualität zufrieden ist, sollte die Finger vom Medion Akoya P7612 lassen.
Das Display ist zwar sehr gleichmäßig ausgeleuchtet, was bei einem großen Bildschirm nicht selbstverständlich ist. Seine Helligkeit liegt mit durchschnittlich 175 cd/m2 aber nicht übermäßig hoch. Auch der Kontrast ist gering, Farben und Hauttöne stellte das Display etwas zu hell dar. Ebenfall schwach: Der stabile Blickwinkel war beim Medion Akoya P7612 nicht besonders groß. Das ist problematisch bei einem Notebook mit großem Display, auf dem man gerne mehreren Leuten Fotos oder Filme präsentieren will.
Tastatur mit Ziffernblock
Die Tastatur besitzt einen dreispaltigen Ziffernblock. Die Tasten haben einen deutlichen Anschlag, der aber rechts klarer ausfiel als auf der linken Tastaturseite. Hier federte die Tastatur beim Tippen außerdem etwas. Weiterer Kritikpunkt: Unser Testgerät stand nicht gleichmäßig stabil auf allen vier Gummifüßchen – der vordere linke hatte keinen Kontakt mit der Unterlage.
Auch das große Touchpad überzeugte uns nicht: Es bremste für unser Gefühl den Finger bei der Maussteuerung zu sehr. Die Touchpad-Tasten boten einen klaren Druckpunkt, waren aber auch recht laut und nicht stabil eingehängt. Wer das Medion Akoya P7612 vor allem als Schreibmaschine verwenden will, sollte daher besser in eine externe Tastatur und eine externe Maus investieren.
Positiv: Der Lüfter blieb auch bei hoher Systemlast angenehm leise – mit maximal 0,6 Sone erreichte er nie eine störende Lautstärke.
Akkulaufzeit
Bei einem großen Multimedia-Notebook wie dem Medion Akoya P7612 sind geringes Gewicht und lange Akkulaufzeit eher nebensächlich: Doch das neue Aldi-Notebook macht selbst unterwegs keine schlechte Figur. Medion stattet des Akoya P7612 mit einem 8-Zellen-Akku aus (62 Wh) – damit hielt es im Akkutest gute 3:48 Stunden durch. Allerdings ist das 17,3-Zoll-Notebook mit einem Gewicht von 3,34 Kilogramm sehr schwer.
Probleme im Praxisbetrieb
Im Praxisbetrieb fiel uns das Fehlen einer Status-LED für die Festplatte immer wieder schmerzlich auf: Zum Beispiel als sich bei einer versuchten Wiederherstellung des Betriebssystem das integrierte Imaging-Programm Ghost öffnete, aber die Recovery nicht startete: Erst mit dem Ohr nahe am Gehäuse konnten wir feststellen, dass die Festplatte tatsächlich nicht mehr arbeitete und das System offensichtlich abgestürzt war – für eine Recovery-Funktion übrigens kein besonders Vertrauen erweckendes Verhalten.
Davon abgesehen verhielt sich das Medion Akoya P7612 im Praxisbetrieb unauffällig: Einmal quittierte es das Versetzen in den Standby-Modus mit einem Bluescreen – dieses Verhalten konnten wir aber nicht reproduzieren.
Fazit Medion Akoya P7610 MD97860
Wie die meisten Aldi-Notebooks punktet auch das Medion Akoya P7610 mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Mehr Ausstattung als beim aktuellen Aldi-Notebook bekommen Sie kaum in dieser Preisklasse – mehr Garantie übrigens auch nicht: Medion gibt wie auf alle Aldi-Notebooks auch auf das Akoya P7612 drei Jahre. Auch die Rechenleistung ist okay. Die Grafikkarte ist allerdings etwas schwachbrüstig – selbst Gelegenheitsspieler greifen besser zu einem Notebook mit stärkerer Grafikkarte.
Als Zweit-Fernseher kann das Medion Akoya P7612 samt DVB-T-Stick überzeugen: Für hohen Film- und Fernsehgenuss ist die Bildqualität des Displays zu gering. Ebenfalls nicht ganz überzeugt waren wir von der Tastatur – hier waren die Aldi-Notebooks schon mal besser.
Alternativen
Das Toshiba Satellite P300-24Z kostet ebenfalls rund 700 Euro und besitzt einen 17,1-Zoll-Bildschirm im 16:10-Format. Es bietet ähnliche Rechenleistung wie das Medion Akoya P7612, aber seine Grafikkarte ATI Mobility Radeon HD4570 ist stärker als die im Aldi-Notebook. Teurer, aber mit einem schickeren Design und mehr Festplattenplatz präsentiert sich das HP Pavilion dv7-1280eg.
Notebook bis 1000 Euro | |
Medion Akoya P7612 MD97860 | |
Gesamtnote | befriedigend (2,65) |
Testkategorie | Notebook bis 1000 Euro |
Notebook-Hersteller | Medion |
Medions Internetadresse | |
Preis | 699 Euro |
Medions technische Hotline | 0900/1633466 |
Garantie des Herstellers | 36 Monate |
Medion Akoya P7612 MD97860 | |
BEWERTUNG (0-100 Punkte) | |
Tempo (25%) | 82 |
Ausstattung (25%) | 100 |
Mobilität(15%) | 31 |
Ergonomie (15%) | 37 |
Handhabung (10%) | 15 |
Service (10%) | 100 |
Gesamtwertung | 67 von 100 |
Preis-Leistung | sehr günstig |
Medion Akoya P7612 MD97860 | |
TESTERGEBNIS | |
Benchmarks | |
Sysmark 2007 | 105 Punkte |
3D Mark 06 | 3553 3D-Marks |
Akkulaufzeit | 228 Minuten |
Display | |
Max. Helligkeit | 189 cd/m² |
Min. Helligkeit | 160 cd/m² |
Durchschn. Helligkeit | 175 cd/m² |
Helligkeitsverteilung | 85 % |
Max. Kontrast | 119:1 |
Betriebsgeräusch | |
Ruhe | 21,0 dB(A) / 0,2 Sone |
Last | 25,0 dB(A) / 0,6 Sone |
Gewicht | |
Notebook | 3,34 kg |
Netzteil | 0,520 kg |
Medion Akoya P7612 MD97860 | |
TECHNISCHE DATEN | |
Prozessor | Intel Core 2 Duo T6500 (2,10 GHz) |
Arbeitsspeicher | 4096 MB, DDR2-800 |
Grafikchip | Nvidia Geforce G210M, 256 MB |
Display | 17,3 Zoll, 1600 x 900, Matt |
Festplatte | Seagate Momentus 5400.6; 500 GB |
optisches Laufwerk | HL-DT-ST GSA-T50N (DVD-Brenner, unterstützte Medientypen: DVD+R/+RW/+R DL/-R/-RW/-R DL/-RAM/CD-R/-RW, Tempo: 8-/8-/6-/8-/6-/6-/5-/24-/24fach) |
Fingerprint-Scanner | nein |
Betriebssystem | Windows Vista Home Premium SP1 (32 Bit oder 64 Bit) |
Kommunikation | |
Modem | nein |
Ethernet | 1x (1x links) |
10/100 Mbit/s | nein |
10/100/1000 Mbit/s | ja |
WLAN | 802.11n |
Bluetooth | nein |
Schnittstellen Peripherie | 3x USB (3x rechts), 1x Expresscard (1x links, 54), 1x Kartenleser (1x links, SD; MS/Pro), 1x e-SATA/USB (1x links) |
Schnittstellen Video | 1x HDMI (1x links), 1x Displayport (1x links), 1x Webcam |
Schnittstellen Audio | |
Mikrofon | ja |
Kopfhörer | ja |
Line-In | ja |
Digitaler Audioausgang | kombiniert |
Quelle: pcwelt.de, PC-Welt
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