07.10.2009, 13:18 Uhr | pcwelt.de, PC-Welt
Baugleich zum Aldi-Netbook: Medion Akoya E1311 im Test (Foto: pcwelt)
In unserem Test-Labor fand sich das Medion Akoya E1311 ein, das Medion im eigenen Online-Shop derzeit für 399 Euro verkauft. Es ist baugleich zum Aldi-Netbook Akoya E1312: Allerdings bekommen die Käufer bei Aldi drei Jahre Garantie und eine bessere Software-Ausstattung. Außerdem verkauft Aldi das Medion Akoya E1312 jetzt mit einem 9-Zellen-Akku. Anfang Juli und Ende August 2009 bekamen die Käufer des E1312 nur einen 6-Zellen-Akku – dieser Akku lag auch unserem Testgerät des Akoya E1311 bei. Den 9-Zellen-Akku kann man sich als Zubehör kaufen – im Medion-Shop kostet er 69 Euro.
Akkulaufzeit
Egal, ob man das Medion Akoya 1311 als Netbook oder leichtes Notebook bezeichnet: Am wichtigsten für diese Geräteklasse ist eine lange Akkulaufzeit – und hier kann der Mobil-Zwerg von Medion nicht überzeugen. Mit dem 6-Zellen-Akku (4,4 Ah, 49 Wattstunden) hielt er im Test nur knapp unter 3,5 Stunden beim WLAN-Surfen und 2,5 Stunden beim Abspielen eines Videos durch. Aktuelle Atom-Netbooks laufen mit der gleichen Akku-Kapazität rund 1,5 Stunden bis eine Stunde länger.
Mit dem 9-Zellen-Akku (6,6 Ah, 73 Wattstunden), den Aldi dem Akoya 1311 spendiert, dürfte das Aldi-Netbook auf eine Laufzeit von rund fünf Stunden beim WLAN-Surfen und 3:45 Stunden bei der Video-Wiedergabe kommen: Erst mit dem großen Akku erreicht das Akoya 1311 also Akku-Laufzeiten, die annähernd auf Netbook-Niveau liegen.
Allerdings erkauft man sich mit der längeren Laufzeit auch zusätzliches Gewicht: Schon mit dem 6-Zellen-Akku bringt das Aldi-Netbook 1,44 Kilogramm auf die Waage – mit dem 9-Zellen-Akku dürften es 1,6 Kilogramm mehr sein. Bereits mit dem Standard-Akku ist es also etwas schwerer als andere Netbooks mit 11,6-Zoll-Display, die bei 1,35 Kilogramm liegen. Und der 9-Zellen-Akku macht es dicker als 12-Zoll-Netbooks, die knapp unter 1,6 Kilogramm wiegen. Immerhin bleibt das Medion Akoya 1311 leichter als günstige Subnotebooks mit 13,3 Zoll großem Display wie das Acer Aspire 3810T: Die schlagen das Aldi-Netbook mit einer Akku-Laufzeit von über acht Stunden aber ganz klar in der Ausdauer.
Auch das Netzteil des Medion Akoya 1311 ist übrigens mit 400 Gramm alles andere als ein Leichtgewicht.
Atom-Netbooks sind außerdem deutlich sparsamer als das Medion Akoya 1311 – sowohl im Akkubetrieb als auch an der Steckdose. Netbooks mit großem Display nehmen an der Steckdose rund 12 Watt auf, wenn das System nichts zu tun hat, und rund 16 bis 18 Watt unter Last. Das Medion Akoya 1311 gönnte sich dagegen schon beim Nichtstun knapp über 20 Watt und nahm unter Last 33 Watt auf.
Display
Das 11,6 Zoll große Display des Medion Akoya 1311 zeigt eine Auflösung von 1366 x 768 Bildpunkten – wie andere Netbooks mit 11,6-Zoll-Display und die meisten Notebooks mit 13,3 Zoll großem Bildschirm.
Im Test maßen wir eine nur mittelmäßige Helligkeit von 152 cd/m2: Für draußen ist das Netbook daher aufgrund des spiegelnden Displays kaum geeignet, für Innenräume reicht die Leuchtdichte aber problemlos aus. Farben stellte das Medion Akoya 1311 recht ordentlich dar, Hauttöne gerieten ihm aber zu hell.
Auffällig: Im Vergleich zu den meisten Netbooks mit Atom-Prozessor dreht der Lüfter im Medion Akoya 1311 öfter – im Test war er fast ständig aktiv. Zwar störte er mit maximal 0,6 Sone höchstens in absolut ruhiger Umgebung – doch viele Netbooks zeigen, dass es noch leiser geht.
Tastatur
Fast alle Tasten des Medion Akoya 1311 liegen in einem 19-Millimeter-Raster – das entspricht einer Standard-Notebook-Tastatur. Beim Tippen gab sie aber spürbar nach – vor allem auf der rechten Seite. Insgesamt fanden wir den Tastenanschlag noch ordentlich, nur den Tastenhub hätten wir uns deutlicher gewünscht. Mit zwei Spezialtasten versetzt man das Medion Akoya 1311 in den so genannten Flugzeug-Modus, der die Wireless-Geräte abschaltet sowie in einen stromsparenden Eco-Modus.
Ausstattung
Bei der Hardware geht das Medion Akoya 1311 nicht über das hinaus, was man von den meisten Netbooks kennt: Ihm fehlt ebenso wie den anderen Mini-Notebooks ein optisches Laufwerk, die Festplatte ist 160 GB groß – auch das ist Netbook-Standard, ebenso wie das installierte Betriebssystem Windows XP Home. Fürs Netzwerk sind Fast-Ethernet-Netzwerk, 11n-WLAN-Modul und Bluetooth dabei. Eine Besonderheit findet sich bei den Schnittstellen: Das Medion Akoya 1311 bietet einen HDMI-Ausgang für einen externen digitalen Monitor sowie einen Expresscard-Steckplatz – beides noch eine Seltenheit bei Netbooks.
Tempo
Im Akoya 1311 steckt kein Intel-Atom-Prozessor: Medion setzt auf eine stromsparende Single-Core-CPU von AMD, den Sempron 210U. Die CPU arbeitet mit einer Taktrate von 1,5 GHz und bringt 256 KB L2-Cache mit. Bei prozessorintensiven Anwendungen wie Cinebench arbeitete der Sempron 210U rund 30 Prozent schneller als der Atom N270. Auch die Chipsatz-Grafik im Medion Akoya 1311, ATIs Radeon Express X1250, ist deutlich leistungsfähiger als die üblicherweise in Netbooks verbaute Intel-Grafik: In den Tests mit 3D Mark 03 und 3D Mark 06 war sie rund doppelt bis dreimal so schnell. Trotzdem liegt sie deutlich hinter Notebooks selbst mit Einsteiger-Grafikkarten zurück und genügt höchstens für ältere Spiele. Im PC Mark 05 schaffte das Medion Akoya 1311 insgesamt 1812 Punkte – schneller als alle anderen Netbooks. Aber immer noch deutlich langsamer als günstige Subnotebooks mit Single-Core-CPU.
In der Praxis reichte die Rechenkraft des Medion Akoya 1311 beispielsweise für die Wiedergabe von HD-Videos in 720p. WMV-codierte Videos gibt das Netbook auch in 1080p ruckelfrei wieder. Für Flash-Videos in HD oder 1080p-Inhalte, die mit H.264 codiert sind, ist das Medion Akoya 1311 aber zu schwach – hier liegt die CPU-Last fast bei 100 Prozent, die Videos ruckeln oder lassen sich nur mit Aussetzern abspielen.
Fazit Medion Akoya Mini 1311
Das Medion Akoya 1311 punktet in den Kriterien, die weniger wichtig für Netbooks sind: Es ist rechenstärker und besser ausgestattet als die meisten Mini-Notebooks. Günstigen Subnotebooks ist es aber auch hier deutlich unterlegen. Deshalb kommt es höchstens für Anwender in Frage, die für 400 Euro so viel Leistung und Ausstattung wie möglich in einem leichten Rechner wollen. Bei Akkulaufzeit, Gewicht und Displayqualität kann es mit guten Netbooks nicht mithalten – und genau darauf kommt es bei den kleinen Mobilrechnern am meisten an. Ähnliches gilt für die Tastatur, die zwar sehr groß, aber für Vieltipper nicht ideal ist.
Alternativen
Das Toshiba NB200-110 bietet eine Akkulaufzeit von über zehn Stunden, der Asus Eee PC 1008HA wiegt nur knapp über einem Kilogramm. Beide Netbooks besitzen aber nur ein 10-Zoll-Display. Aber auch Netbooks mit 11,6-Zoll-Display wie das Acer Aspire One 751 oder der Asus Eee PC 1101HA sind ausdauernder und leichter als das Medion Akoya Mini 1311.
Varianten
Medion Akoya Mini E1311 weiß (MD97109): getestet
Medion Akoya Mini E1311 schwarz (MD97107)
Netbook | |
Medion Akoya Mini 1311 | |
Gesamtnote | befriedigend (2,68) |
Testkategorie | Netbook |
Hersteller des Mini-Notebooks | Medion |
Medions Internetadresse | |
Preis (Straßenpreis, Stand 24.09.2009) | rund 400 Euro |
Mediona technische Hotline | 0900/1633466 |
Garantie des Herstellers | 24 Monate |
Medion Akoya Mini 1311 | |
BEWERTUNG (0-100 Punkte) | |
Tempo (10%) | 100 |
Ausstattung (15%) | 98 |
Mobilität (30%) | 23 |
Ergonomie (20%) | 35 |
Handhabung (20%) | 72 |
Service (5%) | 100 |
Gesamtwertung | 58 von 100 |
Preis-Leistung | angemessen |
Medion Akoya Mini 1311 | |
TESTERGEBNIS | |
Benchmarks | |
PC-Mark 05 | 1812 Punkte |
3D Mark 03 | 1301 3D-Marks |
Akkulaufzeit WLAN | 204 Minuten |
Akkulaufzeit Video | 150 Minuten |
Display | |
Max. Helligkeit | 179 cd/m² |
Min. Helligkeit | 134 cd/m² |
Durchschn. Helligkeit | 152 cd/m² |
Helligkeitsverteilung | 75 % |
Max. Kontrast | 102:1 |
Betriebsgeräusch | |
Ruhe | 22,0 dB(A) / 0,4 Sone |
Last | 26,3 dB(A) / 0,6 Sone |
Gewicht | |
Notebook | 1,44 kg |
Netzteil | 0,400 kg |
Medion Akoya Mini 1311 | |
TECHNISCHE DATEN | |
Prozessor | AMD Sempron 210U (1,50 GHz) |
Arbeitsspeicher | 1024 MB DDR2-800 |
Grafikchip | ATI Radeon Xpress 1250, 128 MB (max., vom Arbeitsspeicher) |
Display | 11,6 Zoll, 1366 x 768 Pixel, spiegelnd |
Festplatte | Western Digital; 160 GB |
optisches Laufwerk | - |
Fingerprint-Scanner | nein |
Betriebssystem | Windows XP Home SP3 |
Kommunikation | |
Modem | nein |
Ethernet | Fast Ethernet (10/100) |
WLAN | ja (802.11n) |
Bluetooth | ja |
Schnittstellen Peripherie | 3x USB (2x rechts, 1x links), 1x Expresscard (1x rechts, 34), 1x Kartenleser (1x rechts, SD) |
Schnittstellen Video | 1x VGA (1x links), 1x HDMI (1x links) |
Schnittstellen Audio | |
Mikrofon | ja |
Kopfhörer | ja |
Line-In | nein |
S/P-Dif out | kombiniert |
Quelle: pcwelt.de, PC-Welt
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