24.05.2013, 15:33 Uhr | Yaw Awuku
Die IP-Adresse: Ihr digitaler Fingerabdruck im Internet. (Quelle: Blickwinkel/imago)
Ein Internet-PC ohne IP-Adresse ist wie ein Telefon ohne Telefonnummer. Denn ohne die IP-Adressen würden alle Daten, die über das Internet verschickt werden, ins Leere laufen. Doch wie sieht eine IP-Adresse eigentlich aus, wo kommt sie her und was verrät sie über ihren Besitzer? In unserer Klickshow beantworten wir die häufigsten Fragen rund um die IP-Adresse. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie Sie die eigene IP-Adresse im Handumdrehen herausfinden.
Jedes Gerät innerhalb eines Datennetzwerkes braucht eine Adresse, damit es eindeutig identifiziert werden kann. Das gilt sowohl fürs kleine Heimnetzwerk als auch für das Internet. Nur so ist gesichert, dass der Datenstrom beim richtigen Gerät ankommt. Beim Aufruf einer Internetseite überträgt der Browser stets auch die IP-Adresse Ihres Geräts mit. Denn nur so weiß der Web-Server, wohin er das gewünschte Datenpaket senden soll.
Das Kürzel IP steht für Internet Protocol. Das Internet Protocol ist ein weit verbreiteter Netzwerkstandard – vergleichbar mit einer internationalen Verkehrssprache für Computer. Denn wie die Satz-Grammatik in Deutsch, Englisch und Französisch schreibt auch das Internet Protocol die Form vor, in der Informationen ausgetauscht werden dürfen.
Eine dieser Regeln besagt, dass jeder Computer, der über das Internet kommunizieren soll, eine IP-Adresse benötigt. Gleiches gilt für Internet-Telefone, DSL-Router und Server, die zum Beispiel Internetseiten anbieten.
Ein bekanntes Beispiel für eine IP-Adresse ist 192.168.0.1. Diese Adresse ist nach dem alten Standard IPv4 aufgebaut: vier Zahlen im Bereich von 0 bis 255, jede Zahl von der nächsten mit einem Punkt getrennt. Mit diesem System lassen sich jedoch nur eine begrenzte Zahl von Kombinationen darstellen.
Daher findet man immer häufiger auch IP-Adressen, die nach dem neuen Standard in Version 6 (IPv6). aufgebaut sind. Sie sind daran zu erkennen, dass sie aus acht Zeichenblöcken bestehen, die neben Ziffern auch Buchstaben enthalten wie in diesem Beispiel: fe80:0010:0000:0000:0000:0000:0000:0001. Da dies ziemlich unübersichtlich aussieht, darf eine lange Kette aus Nullen durch einen Doppelpunkt ersetzt werden. Die IPv6-Adresse aus dem Beispiel würde in verkürzter Form dann so aussehen: fe80:0010::1.
Die IP-Adresse eines Computers lässt sich über die Eingabeaufforderung von Windows und dem Befehl ipconfig ermitteln. Nutzen Sie einen Router, sehen Sie in diesem Fall aber nur ihre interne (lokale) IP-Adresse. Diese Adresse ist aber nach außen nicht sichtbar. Router-Besitzer können Ihre von außen sichtbare IP-Adresse zum Beispiel über http://fssecure.t-online.de/service/ip/ in Erfahrung bringen.
Wenn Sie Ihre Internetverbindung direkt über ein Modem aufbauen, erhalten Sie Ihre Adresse automatisch vom Internetprovider, sobald Sie eine Verbindung aufbauen. Nutzen Sie hingegen einen Router, ist dieser zwischengeschaltet. In diesem Fall dient der Router als "Gateway", das heißt: Er bezieht die externe IP-Adresse für die Verbindung ins Internet und vergibt interne IP-Adressen an die einzelnen Geräte Ihres Heimnetzwerkes.
In der Regel nicht. Internetdienstleister vergeben die IP-Adressen dynamisch. Das heißt: Die Nummer ist nur für eine Internetsitzung gültig. Trennt der Computer-Nutzer die Verbindung, erhält er beim nächsten Einwählen eine neue Adresse. Internetverbindungen werden in der Regel spätestens nach 24 Stunden automatisch kurz vom Provider getrennt.
Über die IP-Adresse lässt sich herausfinden, welchen Internet-Provider Sie nutzen und in welcher Region Sie sich aufhalten. Die Zahlenblöcke einer IP-Adresse – wie 80.210.x.x – sind dabei aber keinem bestimmten Land oder einer Region vorbehalten. Die IP-Adressbereiche werden aber an Internet-Provider, große Unternehmen und Behörden verteilt.
So ist es zum Beispiel wahrscheinlich, dass die IP-Adressen von Kunden der Deutschen Telekom mit 81, 91 oder 212 beginnen. Und je nachdem wie weit der nächste Interneteinwahlknoten entfernt ist, funktioniert auch die Ortsbestimmung (Geolocation) mehr oder weniger präzise. In städtischen Regionen liegen die Einwahlknoten in der Regel nur wenige hundert Meter vom eigenen Wohnort entfernt. In ländlichen Gebieten sind es meist ein paar Kilometer, der Einwahlknoten ist in der nächsten größeren Stadt zu finden.
Über die IP-Adresse kann der Internet-Provider zudem den Datenstrom seiner Kunden nachverfolgen. Theoretisch weiß Ihr Internetanbieter also, wonach Sie im Netz gesucht, welche Seiten Sie besucht und welche Dateien Sie heruntergeladen haben. Nach der aktuellen Gesetzgebung müssen Internet-Provider jedoch die gesamten Verlaufsdaten einer Internetsitzung löschen, sobald diese beendet ist. Auch an Kunden vergebene IP-Adressen dürfen Internet-Provider höchstens sieben Tage lang speichern.
Eine IP-Adresse allein kann Hackern kaum ein Einfallstor bieten. Zwar kann die IP-Adresse als Anlaufpunkt dienen, um einen PC nach Sicherheitslücken auszuschnüffeln. Doch stellen sich einem Hacker auf diesem Weg viele Hürden. Denn auf den meisten Computern ist eine Firewall eingeschaltet, die vor Angriffen dieser Art schützt.
Zudem stellen die meisten PC über einen Router die Verbindung zu dem Internet her. Der Router verfügt wiederum über eine eigene IP-Adresse und eigene Schutzmechanismen. Um einen Angriff auf den Computer zu starten, müsste der Hacker also erst an dem Router vorbei kommen. Da sich dynamische IP-Adressen stetig ändern, müsste ein IP-Hacker all diese Hürden relativ schnell überwinden.
Eine IP-Adresse lässt sich nicht vollkommen verstecken. Aber es gibt unterschiedliche Programme wie Tor oder JAP, mit denen Sie Ihren Fingerabdruck im Internet verwischen können. Doch bei solchen Programmen gibt es einen Nachteil: Die Geschwindigkeit beim Surfen muss leiden. Denn die Anwendungen schalten sich wie ein Vermittler zwischen Ihren Computer und die angesteuerten Webseiten.
24.05.2013, 15:33 Uhr | Yaw Awuku
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