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Online-Sicherheit  

Professor führt Banken vor

30.11.2007, 09:44 Uhr | Sascha Plischke

Ein norwegischer Professor für Computersicherheit hat ein Jahr lang die Sicherheit des Online-Bankings in Norwegen getestet. Der Wissenschaftler und seine Doktoranden knackten dazu systematisch die Sicherheitscodes der Banken, um deren Wirksamkeit gegen echte Hackerangriffe zu testen. Das Ergebnis: Die Schutzsysteme der Kreditinstitute wären für ernsthafte Kriminelle kein allzu großes Hindernis.

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Mit der Aktion wollte Professor Kjell Jørgen Hole in Bergen den Beweis für seine Überzeugung liefern, dass die Sicherheitssysteme der Banken beim Einloggen von Kunden zum Internet-Banking "sehr schwach" sind. "Wir haben gezeigt, dass man sich ohne weiteres mit einer falschen Identität einloggen kann", meinte Hole nach den erfolgreichen Einbruchsversuchen seines Teams. Obwohl er und die Studenten die zuständigen Aufsichtsstellen von Beginn an auf die eigenen Aktivitäten hingewiesen hätten, seien die "Türen zu Konten das ganze Jahr über immer weit offen geblieben".

Realistischen Angriff simuliert

Hole und sein Team attackierten in ihrem Test ausschließlich eigene Konten, um nicht in den Verdacht zu geraten, selbst kriminelle Ziele zu verfolgen. Projektziel war es, einen realistischen Hacker-Angriff zu simulieren und ohne Kenntnis von Passwort oder Benutzernamen die Kontrolle über die Konten zu erlangen. Zum Knacken der Sicherheitssysteme habe man "so gedacht wie Kriminelle und deren allseits bekannten Angriffstechniken verwandt", berichtete Hole. Das Ergebnis hat auch für Deutschland Konsequenzen: Die Banken hierzulande verwenden ganz ähnliche Sicherungssysteme wie die Kreditinstitute in Norwegen.

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Besorgniserregende Sicherheitsmängel

Die norwegische Aufsichtsstelle BankID warf dem Professor indes "Kompetenzüberschreitung" vor. Das von den Akademikern gefundene Sicherheitsloch sei im November geschlossen worden. Der Erfolg des norwegischen Teams ist dennoch besorgniserregend, gilt der Schutz von Online-Banking-Systemen gegen Einbrüche doch als äußerst sicher. Bisher versuchen Online-Kriminelle, mit unterschiedlichen Methoden an die Zugangsdaten der Bankkunden zu gelangen, um sich dann ohne Einbruch Zugang zu den Konten ihrer Opfer zu verschaffen. Solche Strategien könnten angesichts der von den Norwegern festgestellten Schwäche der Sicherheitssysteme demnächst unnötig wären – Kriminelle könnten ganz ohne Umwege einfach einbrechen und die Konten leer räumen.

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