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Raubkopien  

Filmindustrie lügt über Raubkopien

23.01.2008, 16:08 Uhr | Christoph Schmidt

Die US-Filmindustrie hat jahrelang mit falschen Zahlen zum Schaden durch Raubkopien argumentiert. Wie die Motion Picture Association of America (MPAA) nun zugeben musste, sind Filmpiraten für einen weitaus geringeren Teil der Umsatzverluste verantwortlich.

Die MPAA hatte in der Vergangenheit behauptet, Studenten mit Breitbandnutzung seien für 44 Prozent der Umsatzverluste der Hollywood-Studios verantwortlich. Diese Zahl mussten die Film-Bosse nun auf 15 Prozent korrigieren. Experten halten diese Zahl immer noch für viel zu hoch.

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Menschliches Versagen verantwortlich

Die Verantwortlichen sprechen von "menschlichem Versagen", das zu den überhöhten Werten geführt habe. Die falschen Zahlen stammen von einer Studie aus dem Jahr 2005. Der Fehler wurde entdeckt, als die Zahlen für 2007 in den Bericht einfließen sollten. Aus der Studie geht hervor, dass die US-Filmindustrie durch Raubkopien jährlich Verluste in Höhe von 6,1 Milliarden Dollar hinnehmen muss. Die Filmindustrie hatte jahrelang auf Grundlage dieser Zahlen Druck auf Universitäten ausgeübt. Die Forderung: Campus-Netzwerke sollten stärker überwacht werden, um den Verbreitung illegaler Downloads zu unterbinden. Zudem wurde mit der Studie für Gesetzesverschärfungen geworben.

Experte: Zahlen immer noch zu hoch

Der IT-Experte Mark Luger von der Campusgruppe Educause hält aber auch die 15 Prozent für noch viel zu hoch. Gegenüber der Nachrichtenagentur AP sagte er, dass die Studie nicht in Betracht ziehe, dass 80 Prozent der Studenten nicht auf dem Campus lebten und deshalb die Universitäts-Netzwerke nicht notwendigerweise nutzten. Drei Prozent seien ein realistischer Wert für den Anteil, den Studenten an den Umsatzverlusten der Filmindustrie zu verantworten hätten.

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