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Internetausfall in Indien: Eine Milliarde Menschen ohne Internet

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Netzausfall in Indien  

Eine Milliarde Menschen ohne Internet

30.01.2008, 17:27 Uhr | Sascha Plischke

Schuhputzer vor einem Internetcafé in der ägyptischen Hauptstadt Kairo. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)Auf dem Trockenen: Internetnutzer im Mittleren Osten bleiben ohne Verbindung. (Quelle: dpa) Ein Defekt an zwei Unterseekabeln im Mittelmeer hat weite Teile Indiens und des Mittleren Ostens vom Internet abgeschnitten. Der Ausfall war zunächst in Ägypten aufgetreten und setzte sich dann über die Länder der arabischen Halbinsel und den Iran bis nach Indien fort. Derzeit haben damit nach ersten Schätzungen bis zu einer Milliarde Menschen keinen oder nur eingeschränkten auf das weltweite Informationsnetz – das ist der wohl größte Internetausfall aller Zeiten. Zur Entspannung der Lage hat das ägyptische Informationsministerium die Bürger bereits aufgefordert, auf das Herunterladen von Filmen und Musik zu verzichten. Wohl bis Ende nächster Woche wird der Ausfall noch andauern.

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Indien leidet besonders unter dem Ausfall: Dort haben sich ganze Industriezweige darauf spezialisiert, ausgelagerte Online-Services für westliche Konzerne zu übernehmen. So läuft die Kundenbetreuung zahlreicher US-Unternehmen über Call-Center in indischen Metropolen, die Unternehmen erzielen zusammen einen jährlichen Umsatz von sieben Milliarden Euro. Ohne Internetverbindung kann dort die Arbeit nicht fortgesetzt werden. Vor allem die Verbindungen zur US-Ostküste und nach Großbritannien seien gestört, sagte ein Sprecher des indischen Verbands der Internet-Provider. "Die Bandbreite ist um 50 bis 60 Prozent gekappt." Der Sprecher rechnet mit mehr als zwei Wochen gestörten Internetverkehrs, weitere Totalausfälle nicht ausgeschlossen. Insgesamt sind 60 Prozent der indischen Bevölkerung ohne stabile Netzverbindung.

Auch Ägypten von Ausfall betroffen

Auch die arabische Welt ist schwer von dem Ausfall betroffen. In Ägypten bleiben etwa 70 Prozent der Leitungen tot, die übrigen haben mit extrem langen Ladezeiten zu kämpfen. Das ägyptische Ministerium für Kommunikation und Informationstechnologie hat bereits Notfall-Teams damit beauftragt, alternative Verbindungen aufzubauen. Zusätzlich forderte ein Sprecher des Ministeriums am Donnerstag dazu auf, auf den privaten Download von Filmen und Musik zu verzichten. So könnten die restlichen, stark beanspruchten Leitungen geschont werden. Minister Tariq Kamel äußerte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters die Hoffnung, dass Kommunikationsverbindungen über Satelliten den Netzausfall überbrücken könnten. Trotz aller Maßnahmen ist der Internetverkehr in dem Land jedoch weiterhin stark beeinträchtigt. Unter anderem hat die Börse zu leiden. Aktienhändler berichtet von Problemen internationale Orders zu platzieren. Am internationalen Flughafen von Kairo musste der Ticketverkauf eingestellt werden. Verzögerungen im Flugverkehr seien aber ausgeblieben, sagte ein Sprecher der ägyptischen Fluggesellschaft Egypt Air.

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Schaden an Unterseekabel verantwortlich

Die Ursache für den Ausfall liegt bislang noch im Dunklen. Offenbar hatte ein Schaden in zwei Unterseekabeln zwischen dem ägyptischen Alexandria und der italienischen Hafenstadt Palermo zu dem Problem geführt. Die Verbindungen sind zwei der Hauptkommunikationswege für den Mittleren Osten, den Iran und Indien. So hatten auch Saudi-Arabien, Dubai und Kuwait mit zähen Internetverbindungen und Ausfällen zu kämpfen. In Dubai musste einer der beiden Internetprovider des Landes seine Dienste zwischenzeitlich komplett einstellen. Der Provider versorgt neben den großen Luxus-Hotels und den exklusiven Wohnanlagen auf den künstlichen Inseln vor der Küste auch das Finanzzentrum des Emirats.

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