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Dreister Datendieb plündert Hotelgäste aus

14.04.2008, 15:06 Uhr | Sascha Plischke

Für einen besonders frechen Datendieb gab es nun eine saftige Strafe: Neun Jahre Haft brummte ihm ein Gericht in den USA auf. Der Kolumbianer hatte auf Rechnern in Hotel-Lobbys rund um den Globus Spionage-Software installiert und so vertrauliche Daten der Gäste abgegriffen. Damit plünderte der Mann die Konten seiner Opfer und verteilte das Geld über ein geschicktes Netzwerk von Tarnadressen weltweit. Geschätzte Beute des cleveren Gangsters: 1,4 Millionen US-Dollar.

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Mario Simbaqueba Bonilla hatte eine "geniale" Idee: In jeder Hotel Lobby stehen öffentliche Computer. Die Gäste, oft in Eile und auf Reisen auf den Internetzugang angewiesen, wickeln darüber gerne vor der Abreise noch das eine oder andere Geschäft ab. Die Rechner sind wahre Schatzkisten für Datendiebe: Banküberweisungen, Kreditkartenrechnungen, sogar Aktiengeschäfte laufen von hier aus über das World Wide Web. Warum also nicht einfach diese Computer ausspionieren? Jeder kann sie benutzen, und das installieren von Überwachungsprogrammen ist kein Problem.

Weltweites Netzwerk aus Scheinkonten

Also wurde der 40-jährige Kolumbianer Online-Gangster. In dutzenden Hotels überall auf der Welt machte er sich über die Rechner her. Mit Keyloggern spionierte er dort Kontozugänge und Kreditkartennummern seiner Opfer aus, mit Vorliebe US-Bürger. Denen ließ sich nämlich nicht nur problemlos Geld aus der Tasche ziehen – über die Sozialversicherung konnte Bonilla auch gleich die ganze Identität der Amerikaner stehlen. Mit diesen Identitäten bewaffnet errichtete Simbaquebe Bonilla ein undurchsichtiges Geflecht aus Scheinkonten rund um den Globus. Von dem ersten Opfer stahl er das Geld, unter dem Namen des Zweiten eröffnete er ein Konto. Dorthin floss das gestohlene Geld. Dann ließ sich der Kolumbianer von dort Schecks auf den Namen eines dritten Opfers ausstellen und an eine Tarnadresse schicken. Dort kam das Geld blitzsauber gewaschen und in Bar verfügbar an.

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Luxus-Raubzüge rund um den Globus

Insgesamt 1,4 Millionen US-Dollar riss sich der Kolumbianer so unter den Nagel. Davon leistete er sich teure Elektronikgeräte und Luxusreisen in die erlesensten Hotels in Hong Kong, Frankreich, Italien oder Chile – jedes davon mit einer Lobby, weiteren Rechnern und neuen, gut betuchten Opfern. Doch der Kolumbianer wurde unvorsichtig, die amerikanische Bundesbehörde FBI kam dem Dieb auf die Schliche. Als Simbaquebe Bonilla schließlich im August 2007 in die USA einreisen wollte, klickten die Handschellen. Bei sich trug er einen Computer mit Namen und Adressen von mehr als 600 Opfern.

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Neun Jahre Haft als Quittung

Ein Bundesgericht verteilte den Kolumbianer nun zu einer Haftstrafe von neun Jahren sowie einer Geldstrafe 347.000 US-Dollar. Das gestohlene Vermögen wird eingezogen, und nach seiner Entlassung steht der Mann für weitere drei Jahre unter Aufsicht der Behörden. Die schönsten Hotelbetten der Welt tauscht Simbaquebe Bonilla nun gegen das harte Lager hinter Gittern – eine Hotellobby wird der 40-jährige so schnell nicht wieder betreten.

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