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Teenager stellt Nacktfotos seiner Ex-Freundin ins Netz

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Teenager stellt Nacktfotos seiner Ex-Freundin ins Netz

23.05.2008, 11:21 Uhr | Spiegel Online

Ein Brite filmte sich bei Straftaten und stellte die Videos bei YouTube ein. (Quelle: t-online.de)Ein Brite filmte sich bei Straftaten und stellte die Videos bei YouTube ein.Dümmer als die Polizei erlaubt: Ein US-Teenager zeigte Nacktfotos seiner minderjährigen Ex-Freundin bei MySpace - nun kommt er vor Gericht. Ein Brite nahm Videos verschiedener Straftaten auf, die er selbst beging - und stellte sie online. Das Web 2.0 ist für die Behörden längst Fahndungswerkzeug.

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Der Brite hatte offenbar eine etwas eigentümliche Vorstellung von dem schnellen Ruhm, den das Internet und seine Liebe zu nutzergenerierten Inhalten verspricht: Der junge Mann aus Leeds stellte mehr als 80 selbstgedrehte Videos auf YouTube, die zeigten, wie er mal allein oder mal mit Komplizen harte Drogen konsumierte, Autorennen veranstaltete, Menschen beschimpfte oder sogar in fremde Wohnungen einstieg. "Damit hat er uns die Beweise gegen ihn auf einem Silbertablett serviert", sagte Stadtvertreter Les Carter.

Filmverbot für kriminellen Briten

Seine Filme darf der 23-Jährige nun einen Monat lang nicht zeigen. Ein Gericht in Leeds verbot ihm, mit seinen Taten im Internet zu prahlen. Der Brite selbst gab an, nur als zufälliger Zuschauer die Straftaten gefilmt zu haben. Dass Videos von Straftaten bei YouTube auftauchen, ist nichts Neues - gerade von illegalen Straßenrennen gibt es reihenweise Videodokumente.

Video überführt Gang-Mitglieder

Üblicherweise inkriminieren sich diejenigen, die sie auf die Seite stellen, mit den Clips aber nicht selbst. Ausnahmen hat es jedoch schon mehrfach gegeben. Etwa, als zwei Gang-Mitglieder in Miami im Januar mit Waffen vor der Webcam posierten und die Polizei aufforderte, sie doch holen zu kommen. Was die prompt tat. Im April vergangenen Jahres stellte ein Franzose einen Clip von sich ins Netz, der ihn zeigte, wie er 115 Km/h zu schnell über eine französische Autobahn bretterte - auch ihn brachte das Filmchen vor den Richter.

"Scheiß drauf, ich lasse die Bilder drauf"

Ein Siebzehnjähriger aus dem US-Staat Wisconsin verhielt sich ähnlich dämlich - nur dass für ihn die Konsequenzen noch ungleich schwerwiegender sein könnten als für den öffentlichkeitswirksamen Briten. Der Teenager war eine zeitlang mit einer Sechzehnjährigen zusammen gewesen - die beiden kamen offenbar so gut miteinander aus, dass ihm seine Freundin zwei Handy-Bilder von sich selbst schickte, auf beiden war sie unbekleidet. Eins der beiden Bilder war dem Polizeibericht zufolge ein Nahaufnahme ihrer primären Geschlechtsorgane.

Nacktbilder in Netz gestellt

Als die beiden sich trennten, war der Siebzehnjährige so wütend, dass er die beiden Bilder, versehen mit einem wenig höflichen Kommentar, auf seine MySpace-Seite stellte. Als ihn ein Polizist anrief und ihm riet, die Nacktfotos schleunigst zu entfernen, da ihm sonst eine Haftstrafe drohe, antwortete er dem Bericht zufolge unklugerweise "scheiß drauf, ich lasse sie drauf".

Anzeige wegen Rufschädigung

Nun hat sich der Siebzehnjährige ein Anzeige wegen Rufschädigung, sexueller Ausbeutung einer Minderjährigen und wegen Besitzes von Kinderpornografie eingehandelt. Kommentatoren bei "Salon.com" und bei "Gawker" merken an, dass vor allem der letzte Vorwurf vielleicht etwas hart ausgefallen ist - schließlich habe die Geschädigte die Bilder einst selbst zur Verfügung gestellt. Aber, so der "Salon"-Blogger "Machinist": "Wenn dieser Fall andere verlassene Teenager-Jungs davon abhält, Nacktfotorache auf MySpace zu üben, hat er vielleicht sein Gutes."

Polizei sucht Videoportale ab

Social Networks und Videoplattformen werden übrigens nicht nur von unterbelichteten Straftätern zur versehentlichen Selbstanzeige benutzt - YouTube beispielsweise diente US-Behörden schon einige Male als Fahndungshilfe. Und die Great Manchester Police in Großbritannien hat sich einen eigenen YouTube-Kanal eingerichtet und sogar eine kleine Facebook-Anwendung gebastelt, mit denen Netznutzer zur Mithilfe bei der Suche nach Straftätern animiert werden sollen. Letztere hat bislang allerdings gerade mal 41 aktive Nutzer und 125 "Fans" - zudem gibt es bereits Proteste gegen die Anwendung: Die Polizei versuche doch bloß, sich eine Hintertür in die Netzwerke zu schaffen, um dort private Daten von Nutzern auszuspähen, befürchten Kritiker.

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