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Daten-Sicherheit  

Drucker gefährden sensible Daten

05.06.2008, 14:09 Uhr | pressetext.de

Die EU-Behörde für Informationssicherheit (ENISA) hat davor gewarnt, dass Drucker und Kopiergeräte, die mit dem Internet verbunden sind, eine potenzielle Schwachstelle für das Unternehmensnetzwerk darstellen können. Hackern sei es über Schlupflöcher möglich, firmeninterne Daten auszuspionieren oder Kundendaten zu stehlen. Sorgen macht der Agentur jedoch vor allem das mangelnde Bewusstsein von Unternehmen für solche Risiken.

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Laut dem nun vorgestellten Bericht "Secure Printing" unternimmt lediglich die Hälfte der befragten Unternehmen etwas gegen den Missbrauch von Drucker- und Kopiergeräten. So werden etwa Smart-Cards, PIN-Codes oder biometrische Sicherheitseinrichtungen eingesetzt. Der Rest verwendet keine Sicherheitseinrichtungen, um sensiblen Daten des Unternehmens oder von Kunden zu schützen, so ein Sprecher der ENISA.

Interne Spionage wird zum Problem

Problematisch erweist sich dies im Fall von interner Spionage. Das Ausdrucken von Kundendaten ist somit ohne Hindernis möglich und kann auf diese Weise von einem kriminellen Angestellten aus dem Büro geschafft werden. Des weiteren können Cyber-Angreifer über Drucker in Netzwerke eindringen oder Einsicht in gespeicherte Dokumente nehmen. Unternehmen in Europa müssten sich vor Augen führen, dass Drucken und Kopieren nicht mehr so sicher seien wie zu Zeiten des Buchdruck-Erfinders Johannes Gutenberg, sagt ENISA-Chef Andrea Pirotti.

"Abgreifen der Daten eine einfache Übung"

"Drucker reproduzieren wichtige Dokumente, Memos, Strategiepapiere oder Stellungnahmen. Dabei vergessen die Verantwortlichen oftmals, dass vor allem die Übertragung vom Rechner zum Drucker zumeist eine ungesicherte Verbindung nutzt. Hier sei das Netzwerk verwundbar, ein Abgreifen der Daten eine einfache Übung", erklärt die ENISA-Expertin Isabella Santa im Gespräch mit pressetext.

Druckerhersteller weisen auf die Gefahr hin

"Die Sicherheitslücken beim Verteilen und Output über Drucker, Kopierer sowie andere Geräte und die dadurch leichte Vervielfältigung von sensiblen Informationen ist oft nicht Teil des Sicherheits-Managements", heißt es vonseiten Canons auf Anfrage von pressetext. Auch Drucker und Multifunktionsgeräte verfügen über eine Festplatte, die über ein Netzwerk erreichbar ist und auf der sich Daten aus verschiedenen Abteilungen und von Mitarbeitern befinden, die leicht gespeichert und beliebig weiter versendet werden können. "Multifunktionsgeräte sind Kommunikationszentralen des Bürobetriebs, ohne die kaum mehr ein Unternehmen auskommen würde. Gerade daher ist es wichtig, den Sicherheitsaspekt nicht außer Acht zu lassen und wertvolle Informationen zu schützen, um noch komfortabler zu arbeiten", meint Peter Baldauf, Geschäftsführer von Canon Österreich.

Daten auf der Festplatte verschlüsseln

Konkret empfiehlt der Druckerhersteller, alle Daten auf der Printerfestplatte zu verschlüsseln oder Aufträge nach der Abwicklung mithilfe eines digitalen Aktenvernichters zu löschen. Durch eine Sperre der USB-Schnittstelle kann verhindert werden, dass Druckaufträge über unautorisierte Drittgeräte erteilt werden. Als weitere Maßnahmen kann der Zugriff auf die Geräte nur von bestimmte IP- oder MAC-Adressen aus erlaubt werden. Um Druckaufträge nachvollziehbar zu machen, können diese zusätzlich mit der digitalen Signatur des Benutzers versehen werden.

Sicherheitsmaßnahmen sparen bares Geld

Die Sicherung von unternehmensinternen Daten habe neben sicherheitsrelevanten auch finanzielle Vorteile, führt Santa aus. "So konnte beobachtet werden, dass nach der Einführung von Securitymaßnahmen das Druckaufkommen in Unternehmen zwischen zehn und 30 Prozent gesunken ist", berichtet die Expertin. "Wir empfehlen abhängig vom Operationsfeld des Unernehmens einen Multi-Level-Ansatz, um das Drucken sicherer zu machen", so Santa. Erstens muss kontrolliert werden, wer Dokumente drucken, scannen oder kopieren darf, und die Authentifizierung über PIN-Code, Smart-Cardes oder Fingerabdruckscanner umgesetzt werden. Ein weiterer Rat der Experten ist, Dokumente nach ihrer Verwendung zu klassifizieren.

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