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YouTube muss Nutzerdaten rausrücken

03.07.2008, 16:52 Uhr | pressetext.de, dpa-tmn, t-online.de

Urteil: YouTube muss die Daten all seiner Nutzer an Viacom übermitteln. (Quelle: dpa)Urteil: YouTube muss die Daten all seiner Nutzer an Viacom übermitteln.Neuer Ärger für Google und sein Tochterunternehmen YouTube: Der New Yorker Bezirksrichter Louis S. Stanton hat den Suchmaschinenbetreiber zur Herausgabe sämtlicher Nutzerdaten zu YouTube-Videos an den Medienkonzern Viacom verdonnert - insgesamt zwölf Terabyte an Daten. Droht nun auch den Nutzern eine Klagewelle?

Das Urteil fiel im Zusammenhang einer Milliardenklage von Viacom gegen Google aufgrund von Urheberrechtsverletzungen. Der TV-Konzern argumentierte, YouTubes Erfolg basieren vor allem auf seinen illegalen Inhalten. Mit Hilfe der geforderten Daten wolle man beweisen, dass urheberrechtlich geschütztes Material auf der Videoplattform weitaus populärer sei als nutzergenerierte Inhalte. Zu den Daten gehören neben den YouTube-Benutzernamen auch Informationen, welche Videos die Nutzer wann unter welcher IP-Adresse angesehen haben.

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Droht YouTube-Nutzern eine Klagewelle?

Mit den gesammelten Daten hält Viacom nun genügend Material in den Händen, um eine Klagewelle gegen YouTube-Nutzer wegen Urheberrechtsverletzungen loszutreten. Dies jedoch plant der Konzern laut eigenen Aussagen nicht. "Viacom wird sich keine Informationen beschaffen, um einzelne Nutzer zu identifizieren", sagte ein Unternehmenssprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Jegliche Informationen würden nur für die Beweisführung im Gerichtsstreit mit YouTube und Google verwendet.

Deutsche Nutzer eventuell auch betroffen

Was jedoch mit den Daten von Anwendern aus Deutschland passiert, ist noch unklar, wie Google-Pressesprecher Kay Oberbeck sagte. Datenschützer hierzulande warnen bereits: Wenn ein US-Unternehmen die Nutzerdaten auf einem Server in Amerika speichert, gilt amerikanisches Recht. "Ein Nutzer in Deutschland hat dann keine Möglichkeit, die Weitergabe seiner Daten zu verhindern", erklärt Marit Hansen, stellvertretende Landesbeauftragte für den Datenschutz für Schleswig-Holstein. Der Nutzer könne nicht einmal in Erfahrung bringen, was mit seinen Daten geschieht.

Google drohen negative Folgen

Zunächst versuchte sich Google gegen die Herausgabe von Daten zu widersetzen und argumentierte, der Vorgang würde gegen seine Datenschutzbestimmungen verstoßen. Doch der Richter sah in dem Einwand nur eine "spekulative" Aussage und verurteilte Google zur Übermittlung der geforderten Nutzerinformationen. Auf Grundlage der Daten kann Viacom nun herausfinden, wie beliebt urheberrechtlich geschützte Inhalte auf YouTube sind. Diese Frage spielt eine entscheidende Rolle in dem Streit um Urheberechtsverletzungen auf der Videoseite. Sollte Google am Ende schuldig gesprochen werden, könnte sich der Umstand, dass auf YouTube vor allem geklautes Material geschaut wird, für den Internetkonzern negative Auswirkungen haben.

Google will seine Nutzer schützen

Google will nun zumindest verhindern, dass die Informationen unverschlüsselt an Viacom übergeben werden. So könnte der TV-Konzern Rückschlüsse auf die Identität der YouTube-Nutzer ziehen. Zwar enthält die Datenbank keine Namen oder eMail-Adressen. Über IP-Adresse Login-Namen lässt sich die Identität der Nutzer allerdings durchaus entschlüsseln. Dabei wirft der Vorfall ein schlechtes Licht auf Googles Datenschutzpolitik: Der Konzern speichert kommerzielle Zwecke die Verbindungsdaten 18 Monate lang. Seinen Kunden verspricht das Untenrehmen zwar, die Daten vertraulich zu behandeln. Gegen Datendiebstahl oder wie im aktuellen Fall eine gerichtliche Anordnung ist der Internet-Gigant allerdings nicht gefeit.

Milliarden-Klage gegen YouTube

Viacom hatte Google im März 2007 aufgrund von Urheberechtsverletzungen bei YouTube auf eine Summe von mehr als einer Milliarde US-Dollar (630 Millionen Euro) verklagt. Google beharrt darauf, sich innerhalb des gesetzlichen Rahmens zu bewegen. Sobald eine Beschwerde eingehe, würden die betreffenden Videos von der Plattform genommen.

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