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Google soll Online-Pranger ausschließen

22.08.2008, 14:55 Uhr | dpa / t-online.de

Online-Pranger: Der Trend geht zur Bloßstellung unliebsamer Mitmenschen im Netz. (Quelle: t-online.de)Online-Pranger: Der Trend geht zur Bloßstellung unliebsamer Mitmenschen im Netz. (Quelle: t-online.de) Nervige Nachbarn, fiese Lehrer: So genannte Bewertungsportale im Internet geben ihren Nutzern die Möglichkeit, unangenehme Zeitgenossen an den Pranger zu stellen. Für besonderen Ärger sorgte dabei das amerikanische Angebot RottenNeighbor, das auch immer mehr Deutschen für die Verunglimpfung von Nachbarn nutzen. Die nordrhein-westfälischen Landesanstalt für Medien (LfM) will dagegen nun vorgehen – mit einem strengen Brief an Google.

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LfM-Direktor Norbert Schneider forderte Google Deutschland am Freitag in dem Schreiben auf, "die denunziatorischen Möglichkeiten des Portals zu beseitigen". Das US-amerikanische Portal ermögliche auch in Deutschland öffentliche verleumderische Aussagen und Beschimpfungen mit erheblichen Eingriffen in die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen, kritisierte Schneider. So könnten unzensierte Kommentare über Andere – etwa Bemerkungen über tatsächliche über vermutete Sexualtäter mit Angaben über deren Wohnort – ins Netz gestellt werden.

Anbieter nutzt Google-Technik

Der Anbieter nutzt dafür Kartenmaterial von Google Maps. Häuser und Wohnungen könnten so leicht identifiziert werden. Die Google Germany GmbH distanzierte sich von den Inhalten des Portals, betonte aber gleichzeitig, das Unternehmen habe mit dem Anbieter "nichts zu tun".

Genaue Adressangabe per Google Maps

Bei RottenNeighbor lässt sich auf einer Karte die genaue Adresse gehasster Nachbarn angeben. Die Farbe des Markers gibt dann Aufschluss darüber, ob ein potenzieller Nachbar sich als solcher gut verhält oder nicht. Ein rotes Haus steht beispielsweise für einen bösen Nachbarn, Interessenten sollten folglich diese Wohngegend eher meiden. Das gut gemeinte Informationsangebot verkommt jedoch auch in Deutschland immer mehr zu einem Forum für gegenseitige Pöbeleien.

"Gezielte Diskriminierung"

"Praktisch führt das dazu, dass Menschen gezielt und identifizierbar diskriminiert und denunziert werden können", kritisierte Schneider. "Google sollte sich nicht daran beteiligen, dass nun ein digitaler Pranger eingeführt wird." Das Web 2.0 eröffne leider schon genügend Möglichkeiten zum "Cyber-Mobbing".

Google setzt sich zur Wehr

Google Deutschland wies die Vorwürfe "auf das Schärfste" von sich. Das Unternehmen teilte mit, es hätte "keinerlei Einfluss auf den Inhalt des Webportals oder auf die dort von einzelnen Nutzern eingestellten Beiträge". Sollte Google in Amerika bekanntwerden, dass in dem Portal rechtswidrige Einträge nicht entfernt werden, behalte sich das Unternehmen vor, den Lizenznehmer von der Nutzung von Google Maps auszuschließen. Jedoch kritisierte Google, weshalb die LfM nicht mit dem Betreiber des Portals in Kontakt getreten sei.

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