Sie sind hier: Home > Digital > Computer >

Online-Kriminalität: Drei Jahre Haft für dreisten Internet-Betrüger

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Internet-Kriminalität  

Drei Jahre Haft für dreisten Online-Betrüger

25.08.2008, 11:25 Uhr | Sascha Plischke

Ein 28-jähriger Wiener ist nun einem österreichischen Gericht in einem besonders dreisten Fall von Online-Betrug verurteilt worden. Über den eigens eingerichteten Online-Shop Discontklick hatte der Mann Notebooks, Flachbildschirme und Fernseher zu Schnäppchenpreisen angeboten – ohne die Absicht, die Waren jemals auszuliefern. Mehrere hundert Opfer wurden so geprellt, die Justiz geht von einem Schaden von 300.000 Euro aus. Besonderes Schmankerl: Die notwendigen Kenntnisse für den Coup hatte sich der Wiener im Knast angeeignet.

Testen Sie sich Kennen Sie die Nachrichten der letzten Wochen?
Klick-Show Diese Computer-Erfindungen veränderten die Welt

Ein Mithäftling hatte den Vorbestraften bei einem früheren Gefängnisaufenthalt in die Geheimnisse des ausgefeilten Online-Betrugs eingeweiht: "Ich hatte das Know How, ich wusste, wie man einen Shop eröffnet und ein Marketing-Konzept erstellt", sagte der Angeklagte vor Gericht. Die kriminell clevere Idee: Um an die vermeintlichen Schnäppchen zu kommen, sollten die Kunden eine Vorauszahlung von 30 Prozent des Preises zahlen. So wollten der Mann und drei weitere Komplizen schnell an Geld kommen, ohne tatsächlich ausliefern zu müssen – ein Warenlager unterhielt die Bande erst gar nicht.

Ausgeklügelte Masche

Mit ähnlicher Bauernschläue wollte die Bande im Ernstfall auch einer Verurteilung entgehen. Zum Geschäftsführer des verbrecherischen Unternehmens machten sie einen israelischen Staatsbürger, weil Israel kein Auslieferungsabkommen mit Österreich hat. Bei den ersten Anzeigen sollte dieser sich in sein Heimatland absetzen, die übrigen Bandenmitglieder wollten ihre Hände in Unschuld waschen. Zunächst lief auch alles wie am Schnürchen: Drei Monate lang ging alles gut, dann schloss die Bande ihren Shop – mit einem Profit von 300.000 Euro.

"So a' Sauhund!"

Von dem Geld gönnte sich der Wiener mit seiner Lebensgefährtin einen ausgedehnten Luxus-Urlaub in Mexiko. Bei seiner Rückkehr klickten jedoch die Handschellen, die österreichische Justiz hatte die ausgefeilten Masche durchschaut. Nun muss der 28-Jährige als Haupttäter für drei Jahre ins Gefängnis, seine Mittäter erhielten jeweils eine 21-monatige Haftstrafe. Der israelische Strohmann hat sich wie geplant abgesetzt und ist für die Behörden nicht mehr greifbar. Die Opfer bleiben wohl auf ihren Kosten sitzen, zeigten sich aber dennoch mit dem Urteil zufrieden. Der Zorn auf den Verurteilten ist schließlich groß: "Und i bin daham g'sess'n und hab g'fror'n, weil i auf den b'stellt'n Heizofen g'wartet hab. So a' Sauhund!"

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Skurriles Hochzeitsspiel 
Bräutigam untersucht Braut auf "Echtheit"

Hochzeitsrituale in China unterscheiden sich bisweilen etwas, von dem, was wir so gewohnt sind. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Die NIVEA Fotodose mit Ihrem Lieblingsbild

Gestalten Sie Ihre eigene Cremedose mit Ihrem Lieblingsfoto. Jetzt bestellen auf NIVEA.de.

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILBabistadouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal