Sie sind hier: Home > Digital > Computer >

Piraten-Treff im Party-Keller

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Filesharing  

Piraten-Treff im Party-Keller

26.08.2008, 11:51 Uhr | Sascha Plischke

Innenleben einer Festplatte. (Foto: t-online.de)Viel Platz für Musik und Filme: Auf Hard-Drive-Partys knallen sich Filesharer die Festplatte mit Raubkopien voll. (Foto: t-online.de)Neue Front für die Musikindustrie: Statt in den bekannten Online-Tauschbörsen sind immer mehr Filesharer im eigenen Wohnzimmer aktiv – völlig offline. Bei so genannten Hard-Drive-Partys treffen sich die Teilnehmer in Privatwohnungen tauschen dort festplattenweise raubkopierte Filme oder Musik. Der Grund für den Trend ist einfach: Wer nicht mit dem Internet verbunden ist, kann beim illegalen Filesharing auch nicht so leicht erwischt werden.

Piraten im Untergrund So arbeitet die Warez-Szene
Klick-Show Die geheimen Tricks der Piratenjäger
Video Die schrägsten Werbevideos der Piratenjäger
Urheberrecht Was Sie jetzt noch dürfen

Wie die britische Times berichtet, stammt der Trend aus den USA, wird jedoch auch diesseits des Atlantiks immer populärer. "Bei Hard-Drive-Partys geht es um Pizza, Bier und den Austausch von Inhalten von 500-Gigabyte-Festplatten, die mit Tausenden von Musikstücken befüllt sind", schreibt etwa der britische Musikproduzent Cliff Jones in der Times. Sein eigener Nachbar, ein unbescholtener Familienvater, habe ihm erst kürzlich stolz berichtet, dass ihm ein Freund eine Festplatte mit 80.000 Klassik-Musiktiteln geschenkt habe. "Grob geschätzt entspricht das einem Gegenwert von 60.000 Pfund", rechnet Jones vor. Umgerechnet wären das 70.000 Euro.

Musikindustrie bleibt gelassen

"Derartige Filesharer-Partys sind für uns schon seit geraumer Zeit keine Neuheit mehr, sondern ein bekanntes Problem", erklärt Daniel Knöll, Sprecher des Bundesverbands Musikindustrie, im Gespräch mit dem Branchendienst pressetext. Auf so genannten LAN-Partys, bei denen eigentlich gemeinsam am Computer gespielt wird, würden Teilnehmer schon seit Jahren auch alle Arten von Dateien untereinander tauschen. "Das Kind hat jetzt nur einen neuen Namen bekommen, das Problem bleibt aber das selbe", stellt Knöll fest.

20 Milliarden raubkopierte Songs

"Natürlich ist diese Entwicklung ein Riesenproblem für die Musikindustrie. Im Grunde genommen geht es dabei aber nicht um das Problem der Raubkopien, sondern um das der Speichermedien", ergänzt Knöll. So würden sich weltweit gesehen insgesamt rund 20 Milliarden illegale Kopien von Musiktiteln auf den Festplatten der Nutzer befinden. "Diejenigen, die meinen, dass ihnen diese Musik zusteht, werden zudem wohl immer einen Weg finden, sich diese auf illegalem Wege anzueignen", räumt Knöll ein. Das heiße aber nicht, dass es keine Möglichkeiten gebe, um gegen solche Hard-Drive-Partys vorzugehen. "Für uns ist die gegenwärtige Entwicklung ein deutliches Indiz dafür, dass unsere bisherige Strategie, im Kampf gegen Online-Piraterie juristisch härter durchzugreifen, richtig war", meint Knöll.

Zahl der Filesharer geht zurück

Dass das Vorgehen der Musikindustrie bei den deutschen Internetnutzern greift, bestätigt die sogenannte "Brennerstudie" des Bundesverbandes. Demnach haben 2007 erstmals mehr Menschen in Deutschland legale als illegale Musikdownload-Angebote im Internet genutzt. "Nach einzelnen Songs gerechnet ist die Zahl der illegal herunter geladenen Musik im Netz aber immer noch zehnmal so hoch wie der rechtmäßig erworbenen", merkt Knöll abschließend an.

pressetext.de

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Anzeige

Shopping
Shopping
congstar „Allnet Flat“ mit bis zu 2 GB Daten
zu congstar.de
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Digital > Computer

Anzeige
shopping-portal
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017