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Neue Mahnwelle bedrängt Abzock-Opfer

16.09.2008, 17:50 Uhr

IQfieber.de: eines von zahlreichen dubiosen Internetangeboten der Online Services Ltd. (Bild: t-online.de) IQfieber.de: eines von zahlreichen dubiosen Internetangeboten der Online Services Ltd. (Bild: t-online.de)Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt: Erneut erhalten Verbraucher massenhaft Mahnungen von einer Anwältin, die Geld für dubiose Internetanbieter eintreibt. Ihre Forderung: Die Empfänger müssen ausstehende Rechnungen von einschlägig bekannten Abzockseiten bezahlen. Angeblich habe ein Gericht im Sinne der Anbieter entschieden. Dabei ist der Anspruch völlig haltlos: Verbraucherschützer raten, sich gegen diese Form der Abzocke zu wehren - es bestehe keine Zahlungspflicht.

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Im Auftrag des Hanauer Unternehmens Online Service Ltd. landen zur Zeit massenhaft Mahnungen in den Briefkästen von zehntausenden Verbrauchern. Anwältin Katja Günther untermauert ihre aktuellen Mahnungen mit einem Urteil des Amtsgerichts Wiesbaden (Az.: 93 C 619/08), welches angeblich die dubiosen Geschäfte ihres Auftraggebers gebilligt habe. Online Service Ltd bietet im Internet diverse Dienstleistungen wie Kochrezepte und Horoskope an und versteckt den Preis von etwa 60 Euro meist im Kleingedruckten.

Gerichtsurteil falsch ausgelegt

Dieses Geschäftsmodell billigte das Wiesbadener Gericht aber keinesfalls, sondern stellte lediglich fest, dass Kunden durch die Gestaltung der Internetseiten nicht vorsätzlich sittenwidrig getäuscht würden. Im April dieses Jahres versuchte Günther, die Verbraucher mit der Androhung eines Schufa-Eintrages einzuschüchtern. Doch auch von der neuen Masche sollten sich Empfänger dieser Mahnschreiben nicht einschüchtern lassen.

Verbraucher sollten sich rechtlich wehren

Iwona Gromek von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät, sich gegen diese Form der Abzocke rechtlich zu wehren. Es bestehe keine Zahlungspflicht und Betroffene sollten "sich von Drohungen nicht einschüchtern lassen, auf keinen Fall zahlen und der Forderung per Musterbrief zu widersprechen." Die Verbraucherjuristin weist zudem auf den wegen fehlender Preisklarheit unwirksamen Vertrag hin. "Die Verbraucher können den Vertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten und wegen der unzureichenden Hinweise auch unbegrenzt widerrufen", so Gromek.

Netzabzocke weit verbreitet

Vermeintlich kostenlose Dienste, die nach Anmeldung saftige Rechnungen verschicken, erfreuen sich in Deutschland weiterhin großer Beliebtheit. Verschickt werden diese Forderungen von Inkassobüros oder wie in dem aktuellen Fall von Anwaltskanzleien. Diese drohen mit unangenehmen juristischen Konsequenzen, sollte die Rechnung nicht beglichen werden. Viele Internetnutzer lassen sich von dem massiven Druck einschüchtern und zahlen. "Verbraucher fallen in Massen darauf rein", sagte auch Brigitte Sievering-Wichers von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Dabei stammen die Opfer aus allen Schichten und Altersklassen. Besonders häufig fallen Minderjährige auf die Abzocktricks herein. Doch wie können Verbraucher gegen solche ungerechtfertigten Geldforderungen vorgehen?

DownloadTipps der Verbraucherzentrale Baden-W. (PDF-Datei)
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