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Australien: Behörden überwachen Bürger mit Google Earth

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Spionieren mit Google  

Australische Behörden überwachen mit Google Earth

26.09.2008, 15:07 Uhr | Sascha Plischke, t-online.de

Schöner spionieren mit Google: Australische Behörden haben die Kartendienste des Suchmaschinenriesen für die Überwachung ihrer Bürger entdeckt. Mit Google Maps und Google Earth werfen die Ordnungshüter Down Under gerne einmal einen Blick in private Hinterhöfe und schnüffeln dort nach Strafbarem. Wer erwischt wird, wird bestraft – die Privatsphäre der Menschen interessiert dabei offenbar wenig.

Für die Suche nach Gesetzesverstößen auf den privaten Grundstücken der Bürger setzen immer mehr australische Bezirksverwaltungen auf die gestochen scharfen Satellitenaufnahmen von Google. Das berichtet die australische Tageszeitung Sydney Morning Herald. Dabei geht es vor allem um illegale Bautätigkeiten, aber auch nach nicht angemeldeten Haustieren oder Verstößen gegen die Abfallentsorgungsrichtlinien der Städte wird gefahndet. Dabei gleichen die Beamten die Google-Bilder mit Bebauungsplänen ab oder überprüfen das Melderegister für Haustiere, wenn Hunde oder andere tierische Spielkameraden auf den Fotos zu sehen sind.

Wichtiges Werkzeug gegen Bausünder

Allein in der Stadt Yarra in der Nähe der australischen Hauptstadt Canberra konnten die Behörden so bisher 175 Fälle von Anbauten ohne Genehmigung feststellen, die in 35 Fällen auch zu Verurteilungen führten. Bauinspektor Dan Curliss ist begeistert von den Möglichkeiten der Technologie. Zwar verfügten die Städte auch über eigene Luftbildaufnahmen, Google Earth hätte aber "dem Köcher einen neuen Pfeil hinzugefügt". Mögliche Probleme im Bezug auf die Privatsphäre der Bürger sieht Curlis nicht: "Luftaufnahmen und, ja, auch Google Earth sind legitime Wege für uns um herauszufinden, was gebaut wird."

Bürgerrechtler fordern strenge Regeln

Anne O'Rourke, Vize-Präsidentin der Bürgerrechtsvereinigung Liberty Victoria, sieht das jedoch anders und fordert strengere Regeln für die Verwendung von Satellitenbildern. "Google Earth erlaubt allerlei Arten einer Überwachung der Bürger, und es wird eingesetzt ohne Rücksicht auf die Privatsphäre." O'Rourke fordert deshalb besonders für Behörden strenge Grenzen. "Dort laufen Menschen in Unterwäsche herum oder liegen nackt in der Sonne, und diese Menschen sollten ein gewisses Maß an Privatsphäre in ihrem eigenen Hinterhof erwarten dürfen."

Google Earth nicht das einzige Werkzeug

Yarras Bürgermeisterin Judy Morton sieht dafür jedoch keinen Anlass. "Das Programm ist frei verfügbar und kann von jedem verwendet werden. Es gibt also keinen Grund, dass die Behörden dieses Werkzeug nicht einsetzen sollten." Das Programm werde nicht eingesetzt, um die Privatsphäre von Steuerzahlern auszuschnüffeln. Außerdem seien die Google-Dienste bei weitem nicht die einzigen Möglichkeiten, um Bausündern auf die Spur zu kommen. So lassen andere australische Gemeinden jährlich eigene Luftaufnahmen erstellen – und die schauen dort besonders genau hin, wo Sonnenanbeter sich am liebsten entspannen. In der Gemeinde Port Philip wird so ein Gesetz überwacht, dass vorschreibt, dass private Pools eingezäunt sein müssen.

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