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USA: Hacker stehlen 100 Millionen Kreditkartendaten

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Raubzug bei Abrechnungsunternehmen  

Hacker stehlen 100 Millionen Kreditkartendaten

21.01.2009, 09:39 Uhr | Sascha Plischke

USA: Hacker stehlen 100 Millionen Kreditkartendaten. Kreditkarten-Diebstahl: Hacker-Bande soll bis zu 100 Millionen Kartendaten entwendet haben. (Foto: dpa)

Kreditkarte mit Lupe. (Quelle: dpa)

Ein amerikanisches Unternehmen für Kreditkartenabrechnungen ist offenbar Opfer des größten Datendiebstahls aller Zeiten geworden. Das berichtet das Magazin Computerworld. Schon 2008 sollen Hacker einen in das Netzwerk des Rechnungsdienstleisters Heartland eingeschleust und so bis zu 100 Millionen Kreditkartendaten entwendet haben. Das Unternehmen bestreitet den Diebstahl wertvoller Informationen – in Untergrundforen wird derweil bereits um die besten Daten gefeilscht.

Heartland ist einer der größten Dienstleister für Kreditkartenabrechnungen in den USA. Viele Millionen Transaktionen laufen monatlich über die Computersysteme des Unternehmens aus New Jersey. Das macht Heartland jedoch zu einem perfekten Ziel für Datendiebe: Wer hier einbricht, hat Zugriff auf eine unerschöpfliche Datenquelle. Genau das ist offenbar Mitte 2008 geschehen, als es einer Bande von Online-Kriminellen gelang, Spionagesoftware in das Netzwerk des Dienstleisters einzuschleusen – und damit dessen kompletten Datenverkehr abhören konnten.

Werk einer internationalen Betrugs-Operation

Auf den Diebstahl aufmerksam wurde Heartland allerdings erst vergangene Woche, als die großen Kreditkartenunternehmen Mastercard und Visa Unstimmigkeiten im Datenverkehr entdeckten. Der Hinweis der beiden größten Kunden führte zu einer Untersuchung durch "verschiedene forensische Ermittler", die dem Diebstahl schließlich auf die Spur kamen. Das sagte der Präsident des Unternehmens Robert Baldwin Jr. in einem aktuellen Statement. Der Einbruch sei möglicherweise das Ergebnis einer "groß angelegten, weltweiten Online-Betrugs-Operation".

Heartland bestreitet Diebstahl sensibler Daten

Heartland bestreitet allerdings, dass die Kriminellen verwertbare Informationen erbeutet hätten. Weder Sozialversicherungsnummern noch PIN-Codes oder andere persönliche Daten der Kunden seien gestohlen worden. Abgesehen davon schweigt das Unternehmen zu den Details des Einbruchs. So bleibt unklar, wie lange genau die Kriminellen Zugriff auf die Systeme von Heartland hatten und wie viele Kreditkartendaten die Bande tatsächlich einsehen konnte.

Experten gehen von schwerwiegendem Raubzug aus

Doch angesichts des riesigen Datenvolumens, das Heartland monatlich verarbeitet, sei es sehr wahrscheinlich, dass mindestens 100 Millionen Kreditkartendaten gestohlen wurden, so Avivah Litan, Chef-Analystin bei dem renommierten Beratungsunternehmen Gartner. Der Diebstahl sehe aus "wie der größte aller Zeiten", sagte Litan. Außerdem erwecke die Operation den Anschein, als hätten die Gangster den Jackpot geknackt und die so genannten Track-2-Daten stehlen können. Das sind die Informationen in den Magnetstreifen der Karten, mit ihnen lassen sich problemlos Kopien einer Kreditkarte anfertigen.

In Untergrundforen beginnt das Feilschen

Für einen erfolgreichen Raubzug spricht auch der sprunghafte Anstieg der Aktivitäten in den Untergrundforen, in denen solche Daten gehandelt werden. Dan Clements, Präsident des Sicherheitsdienstleisters CardCops sagte, dass alles dort darauf hindeute, dass jemand einen großen Coup bei einem der Rechnungsdienstleister wie Heartland gelandet habe.

Hacker nehmen Rechnungsdienstleister ins Visier

Der Fall ist indes nicht der einzige in den vergangenen Wochen. So meldete die Rechnungsabteilung der Royal Bank of Scotland vor Weihnachten, dass auch ihre Systeme geknackt worden seien. Dabei waren persönliche Informationen von 1,5 Millionen Kreditkartenbesitzern gestohlen worden. Der Vorfall deute darauf hin, das Online Gangster zunehmend die Abrechnungsunternehmen ins Visier nehmen, so Litan. "Einen solchen Dienstleister anzugreifen ist deutlich ernster als ein Angriff auf den Aussteller der Kreditkarten", so Litan weiter. Die Abrechner säßen im "Nervenzentrum des Bezahlprozesses", sie verfügten über mehr Kreditkartendaten als jedes andere Unternehmen.

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