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Nigeria Connection  

Internet-Heiratsschwindler muss ins Gefängnis

17.03.2009, 17:42 Uhr | AFP, t-online.de

Immer wieder zockt die Nigeria-Connection gutgläubige Menschen ab. (Foto: dpa) Immer wieder zockt die Nigeria-Connection gutgläubige Menschen ab. (Foto: dpa) Knallharte Strafe für einen Internet-Betrüger: Weil er einer Frau etwa 36.000 Euro abgezockt hat, muss ein 29-Jähriger nun 19 Jahre hinter Gitter. Der wahrscheinlich zur berüchtigten Nigeria-Connection zählende Mann wandte dabei eine neue Masche an: den Heiratsschwindel über das Internet.

Der Student umgarnte eine Australierin im Internet, gab sich in Chatrooms als britischer Ingenieur aus und machte der Dame einen Heiratsantrag. Die 56-Jährige überwies insgesamt umgerechnet 36.000 Euro an den Heiratsschwindler. Wie die nigerianische Justiz am Dienstag mitteilte, wurde der 29-Jährige von einem Gericht in Lagos zu 19 Jahren Haft verurteilt und muss die erschwindelte Summe zurückzahlen. Zum Vergleich: Eine solch lange Gefängnisstrafe würde in Deutschland nur bei besonders schweren Verbrechen wie Mord verhängt werden.

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Heiratsschwindler mit mehreren Identitäten

Als britischer Ingenieur Benson Lawson eroberte der Student das Herz der einsamen Australierin. Die Phantasiefigur Lawson war demnach Witwer, 57 Jahre alt und für eine internationale Firma in Nigeria tätig. Einige Wochen nach dem Online-Heiratsantrag rief der Student den Angaben der nigerianischen Justiz zufolge bei der Frau an, gab sich als Arzt aus und überbrachte die Nachricht, dass ihr angeblicher Verlobter nach einem Autounfall im Krankenhaus liege und keine Geld für die Behandlung habe.

Australierin bezahlt sogar für Flug

Die Australierin überwies die geforderte Summe, wie die Justiz in Lagos mitteilte. Zwei weitere Wochen später rief der Student nochmals bei ihr an, diesmal als Ingenieur Lawson. Er bedankte sich für die Großzügigkeit, kündigte eine Reise zur Hochzeit nach Australien an - und ließ sich auch den Betrag für den Flug vorstrecken. Der Student ist den Angaben zufolge verheiratet und hat drei Kinder.

Nigeria-Connection auf Online-Betrug spezialisiert

Der Internet-Betrüger zählt wahrscheinlich zur sogenannten Nigeria-Connection. Diese lose Vereinigung hat sich auf Vorschussbetrug im Internet spezialisiert. Meist mit spamartig verschickten E-Mails gaukeln die Schwindler ihren Opfern teils hanebüchene Geschichten vor, in denen sie hohe Geldsummen versprechen. Der Mailempfänger müsse nur vorab einige Unkosten begleichen und könne dann viel Geld von brachliegenden Konten bekommen. Bei dem Heiratsschwindel handelt es sich allerdings um eine neuere Masche.

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