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Briten protestieren gegen Googles Straßenfotos

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Google Street View  

Briten protestieren gegen Googles Straßenfotos

23.03.2009, 09:47 Uhr | Sascha Plischke

Reisegruppe vor dem Tower of London: Google Street View zeigt Passanten nicht nur in unverfänglichen Situationen. (Foto: Google) Reisegruppe vor dem Tower of London: Google Street View zeigt Passanten nicht nur in unverfänglichen Situationen. (Foto: Google)Das Haus des Premierministers, Sex-Shop-Besucher, nackte Kleinkinder, die im Park spielen – den Briten geht deutlich zu weit, was Googles virtuelle Straßenrundfahrt Street View so alles zeigt. Der Dienst ist am Donnerstag vergangener Woche in Großbritannien gestartet und sorgt dort schon für eine Menge Ärger. Den Menschen sind die Bilder, die sie oft in privaten, manchmal in peinlichen Situationen zeigen, zu intim. gelobt Besserung – und muss nun reihenweise Fotos löschen.

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Die Kinder spielen im Park, es ist ein Picknick mit den Eltern. Die Kleinen sind drei oder vier Jahre alt, und wie viele Kleinkinder an einem warmen Sonnentag spielen sie nackt. Der einzige Unterschied: Diese Kinder wurden fotografiert und ihr Bild im Internet veröffentlicht, und zwar von Google. Das Foto ist Teil von Googles virtueller Straßenrundfahrt Street View, die Stadtrundfahrten per Mausklick erlaubt – und ganz nebenbei mit Bildern wie dem der nackten Kinder immer wieder für Skandale und Aufregung sorgt.

Peinliche Bilder erregen Briten

Am vergangenen Donnerstag startete der Dienst auch in Großbritannien, das Kinderfoto stammt aus der Stadtrundfahrt in London, aufgenommen in einem kleinen Park im Norden der Stadt. Es ist nicht das einzige, das seither für Aufregung gesorgt hat. So fanden sich zum Start von Street View auch Bilder von Sex-Shop-Besuchern oder Betrunkenen, die in ihrem eigenen Erbrochenen auf der Straße liegen, auf manchen sind die Gesichter der Abgelichteten deutlich erkennbar.

Datenschützer kündigen Reaktion an

Zahlreiche Beschwerden hat es schon gegeben, die Bilder sind peinlich für die Betroffenen. Doch das Foto der nackten Kinder sorgt nun für besondere Besorgnis, nicht nur bei Eltern. "Bilder von Kindern müssen angemessen unkenntlich gemacht werden," sagte etwa ein Sprecher des britischen Datenschutzbeauftragten. Sollte es ein grundlegendes Problem geben, etwa dass Kinder systematisch abgelichtet werden und immer wieder auftauchten, wolle man Google zur Rechenschaft ziehen.

Google verweist auf Löschfunktion

Google selbst ist sich keiner Schuld bewusst, die Aufnahmen stammten schließlich von einer öffentlichen Straße. "Dies ist immer noch Teil der Umgebung einer öffentlichen Straße," sagte eine Sprecherin des Unternehmens der britischen Tageszeitung The Independent. "Sie [die Bilder] zeigen nur, was in einem bestimmten Moment auf der Straße geschehen ist. Das ist nicht Live." Auf die Sorgen der Eltern reagiert das Unternehmen mit einem Verweis auf die automatische Anonymisierung der Bilder. "Die meisten Gesichter werden unkenntlich gemacht. Sind sie das nicht, dann können die Eltern das Bild mit einem Knopfdruck entfernen lassen."

Immer mehr Fotos verschwinden

Von der Option haben mittlerweile zahlreiche Betroffene Gebrauch gemacht. Nicht nur Eltern abgelichteter Kinder, sondern auch andere Menschen, die ihre Privatsphäre gefährdet sahen, haben Fotos der Stadtrundfahrt löschen lassen. Alleine in London finden sich immer mehr schwarze Löcher, wo Fotos entfernt wurden. So ist die Residenz des britischen Premierministers in der Downing Street inzwischen aus Street View verschwunden, genau wie ein Foto des Privathauses des ehemaligen Premiers Tony Blair. Auf beiden waren ganz deutlich Position und Anzahl der Wache stehenden Polizeibeamten zu erkennen.

Street View sorgt auch in Deutschland für Ärger

Auch in Deutschland hat Google mit Street View schon für Ärger gesorgt – obwohl der Dienst hierzulande noch gar nicht gestartet ist. So wehrte sich erst die kleine Gemeinde Molfsee in Schleswig-Holstein gegen die Durchfahrt von Googles Kamerawagen. Aber auch der Datenschutzbeauftragte der Bundesregierung Peter Schaar steht Street View skeptisch gegenüber. So ist im Gespräch, Google dazu zu zwingen, eine Genehmigung für die Aufnahmen einzuholen. Dann könnten die Gemeinden das Abfotografieren der Straßen ganz legal unterbinden. Google besteht hingegen darauf, dass Straßen öffentliches Eigentum seien und der Konzern keine spezielle Erlaubnis brauche. Schließlich, so eine Sprecherin, sei Street View "kein Werkzeug für Kriminelle".

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