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Zango: Adware-Hersteller geht in den Ruin

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Netzwelt – Zango  

Adware-Hersteller geht in den Ruin

22.04.2009, 13:26 Uhr | Yaw Awuku

Der schlechte Ruf des Software-Herstellers Zango wurde ihm zum Verhängnis. (Quelle: t-online.de)Der schlechte Ruf des Software-Herstellers Zango wurde ihm zum Verhängnis. (Quelle: t-online.de) Mit kostenlosen Videos, Spielen, Musik und Wallpapers lockte Softwarehersteller Zango jahrelang ahnungslose Internet-Surfer. Doch nach zahlreichen Sicherheits-Skandalen und einem Bußgeld in Millionenhöhe, konnte auch eine Übernahme das Unternehmen nicht mehr retten. Der ehemalige Technische Leiter, Ken Smith, schiebt Zangos schlechten Ruf auf falsche Geschäftspartner.

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Nachdem die Video-Suchmaschine Blinkx PLC mit Zango einen der berüchtigsten Adware-Entwickler übernommen hatte, wird das Unternehmen nun endgültig geschlossen. Bereits im Januar 2008 entließ der Software-Hersteller 68 Mitarbeiter, die etwa ein Drittel der Belegschaft ausmachten. Den schlechten Ruf hatte sich das Unternehmen mit Toolbars aufgebaut, die den Nutzer über eine Symbolleiste im Browser zu kostenlosen Software-Angeboten führt – die Toolbar Hotbar.com zählt zu den bekanntesten Produkten Zangos. Das schlechte Image der Firma gipfelte 2006 in einer Bestrafung mit einem Bußgeld von drei Millionen US-Dollar.

Freeware installiert Spionagesoftware

Das Bußgeld wurde von der US-amerikanischen Handelsaufsicht verhängt, mit der Begründung, dass Zango unfaire und irreführende Methoden nutzte um Software auf den PCs der Nutzer zu installieren. Diese Software wird auch heute noch von vielen Sicherheitsprogrammen als gefährlich eingestuft, da sie das Surfverhalten der Benutzer beobachtet und die Internet-Browser mit zusätzlichen Werbe-Bannern spickt – so genannte Adware.

Sicherheits-Software zum Download bei Softwareload

Unseriöse Partner führten zum Ruin

Das Scheitern von Zango erklärt der ehemaliger Technische Leiter, Ken Smith, damit, dass "wir uns mit Leuten zusammengetan haben, mit denen wir niemals eine Partnerschaft hätten eingehen dürfen." Ihm zufolge wurde die Software von Drittanbietern übers Internet verteilt und installiert ohne die Nutzer darüber zu informieren. Sicherheitsbedenken habe Zango jedoch gelöst, so Smith. Das Toolbar-Konzept konnte jedoch nicht mehr zum Erfolg führen, da das Vertrauen der Internet-Gemeinde in die Software bereits zerstört war.

Keine Kompensation für Zango-Nutzer

Auch der Datenschützer und Rechtsanwalt Ben Edelmann sieht in dem schlechten Ruf einen wesentlichen Grund für das Aus der Toolbar-Schmiede Zango. Er betonte, dass die Software auch im letzen Jahr noch durch Verweise auf illegale Raubkopien und nicht gekennzeichnete, jugendgefährdende Angebote negativ aufgefallen sei. Zudem habe Zango es verpasst, die Beobachtung seiner Nutzer entsprechend zu vergüten: "Wie viel müsste eine Firma Ihnen zahlen, damit Sie ihr erlauben Ihr Surfverhalten zu verfolgen und Ihnen Werbe-Pop-Ups zu zeigen?", fragt Edelmann zu Recht, "vielleicht für einen kostenlosen DSL-Anschluss, aber wahrscheinlich wäre selbst das nicht genug."

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