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USA - Gerichtsurteile: Bewährung für 20-jährigen Hacker

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Computer-Wurm Nugache  

Bewährung für 20-jährigen Hacker

30.04.2009, 11:27 Uhr | Christian Fenselau

20-jähriger Hacker kommt frei Bewährungsstrafe für den Erfinder des Nugache-WurmsDer Programmierer des Nugache-Wurms, Jason Milmont, kommt auf Bewährung frei – muss jedoch jahrelang für seine Taten zahlen. So das Urteil des US District Court in Cheyenne im US-amerikanischen Bundesstaat Wyoming. Der Wurm infizierte 2007 zwischen 5000 und 15.000 Computer, spähte Informationen von Online-Konten sowie Kreditkartennummern aus und war technisch anspruchsvoll. Schädlinge wie Conficker und Storm agieren nach einem ähnlichen Prinzip.

Der Wurm, der Nugache genannt wurde, nutzte fortschrittliche Verschlüsselungs-Techniken, so Dave Dittrich, Forscher der Universität Washington. Das vom Wurm erschaffene Botnetz verschleierte sehr geschickt Informationen über den Urheber. Dittrich untersuchte den Schädling zunächst mittels eines Sonderetats der Universität, entwickelte dabei aber eine derartige Faszination über die Funktionsweise des Wurms, dass er für die weitere Erforschung seine Freizeit opferte. Auch überrascht hätte ihn, dass der Schädling ausschließlich auf einen einzigen Urheber zurückgeführt werden kann.

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Hacker war noch minderjährig

Dem Hacker kommt bei dem Gerichtsurteil zugute, dass er zum Zeitpunkt der Tat erst 17, also noch minderjährig war. Fünf Jahre Gefängnis drohten ihm für seine Taten, sie wurden zur Bewährung ausgesetzt. Wird er nun erneut straffällig, wandert er hinter Schloss und Riegel. Zusätzlich muss Milmont eine empfindliche Geldstrafe zahlen: Rund 37.000 US-Dollar, die er in Monatsraten á 250 Dollar abstottern darf, werden ihn noch zwölf Jahre begleiten.

Lob vom Richter

Milmont ging es nicht darum, maximalen Schaden zu verursachen – im Gegensatz zu vielen anderen Hackern, die im Team und mit viel krimineller Energie ihre Viren verbreiten. Der Richter bescheinigte dem Angeklagten eine Portion Talent und wünschte, dass er seine Begabung in Zukunft für nützliche Zwecke einsetze. Jason Milmont leidet wie schon sein Vater an einer speziellen Ausprägung des Asperger-Syndroms. Die fehlende Fähigkeit, mit Menschen Kontakte zu knüpfen, kompensiert er mit seiner Computerleidenschaft. Mit 16 Jahren wurde bei ihm ein Hirntumor diagnostiziert, er verlor einseitig das Gehör. Das führte dazu, dass er sich noch weiter zurückzog.

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