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Hacker-Attacken gehen von Nordkorea aus

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Angriff auf USA und Südkorea  

Hacker-Attacken gehen von Nordkorea aus

08.07.2009, 10:48 Uhr | Andreas Lerg mit Material von dpa

Mehrere US-Regierungsseiten gehackt.  (Quelle: t-online.de)Mehrere US-Regierungsseiten gehackt. (Quelle: t-online.de) Hinter den Hacker-Attacken auf die USA und Südkorea soll Nordkorea stecken. Das meldet der TV-Sender FoxNews. Mit den koordinierten und gezielten Attacken legten Internetnetseiten von Ministerien und Behörden sowohl in Amerika als auch Südkorea lahm. Doch auch die Börse an der Wallstreet sollte sabotiert werden.

Es begann am Sonntag und hält seitdem immer noch an. Die Hacker-Attacke, die verschiedene Internetseiten der US-Regierung teilweise bis zu zwei Tage lahmlegte, soll ein Cyberwar-Angriff aus Nordkorea sein. Das berichtete der US-Fernsehsender FoxNews am Mittwoch unter Berufung auf Beamte des US-Verteidigungsministeriums. Zeitgleich wurden auch Internetseiten der südkoreanischen Regierung auf vergleichbare Art und Weise unter Beschuss genommen. Der südkoreanische Geheimdienst NIS identifizierte das verfeindete Nachbarland im Norden als Ursprung der Attacken, meldete die Nachrichtenagentur Yonhap. "Die Angriffe scheinen auf der Ebene einer Gruppe oder eines Staates sorgfältig geplant und ausgeführt worden zu sein", hieß es in einer Erklärung des NIS.

Attacken dauern an

Bezüglich der Angriffswelle erklärte Ian Kelly, Sprecher des US-Außenamtes: "Sie läuft immer noch weiter, allerdings offenbar deutlich schwächer als vorher." Ein Computer-Notfallteam des Außenamtes arbeitete gemeinsam mit Fachleuten des Außen- und Heimatschutzministeriums an dem Problem und Maßnahmen zur Hackerabwehr. Laut Kelly sei es nicht zu größeren Schwierigkeiten bei der Nutzung der Internetseiten der Behörde gekommen. Anders beim US-Verkehrsministerium, dessen Internetseite durch die Sabotage für zwei Tage durchweg unerreichbar war. Die südkoreanische Kommunikationskommission teilte mit, dass seit Dienstag unter anderem die Internetangebote des Präsidialamts, des Verteidigungsministeriums und der Nationalversammlung (Parlament) Ziel der Angriffe gewesen seien. Immer wieder sei der Zugang zu den Seiten verweigert worden. In Südkorea setzte am heutigen Donnerstag ab 18.00 Uhr Ortszeit (11.00 Uhr MESZ) die dritte Welle von Hackerattacken seit Dienstag ein, berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap.

Attacken auch auf New-Yorker Börse

Die Angreifer haben scheinbar auch das Ziel, die US- und Weltwirtschaft zu schwächen. Denn sie versuchten, auch die Computersysteme der Börse in New-York lahmzulegen und somit den Börsenhandel zu stoppen. Die Angriffe erfolgen mit einer sogenannten Denial-of-Service-Attacke. Bei DoS-Angriffen werden Webserver mit einer massiven Flut von Anfragen über das Internet überschüttet. Das Ziel solcher Attacken ist, Server durch diese Überlastung zum Stillstand oder gar zum Absturz zu bringen. Laut dem NIS wurden im konkreten Fall etwa 12.000 Computer in Südkorea und 8000 Computer im Ausland über Viren gekapert und als Vehikel für die DoS-Attacke genutzt. Gelänge das mit der Börse an der Wallstreet, könnte das drastische ökonomische Folgen haben. Auch in Südkorea wurden Systeme zentraler Banken angegriffen und lahm gelegt.

In den USA bisher keine ernsten Schäden

In den USA haben die Hackerangriffe nach Medienberichten bisher keinen größeren Schaden angerichtet. Den Hackern sei es nicht gelungen, die Sicherheitsvorkehrungen der Seiten zu überwinden, hieß es. Daten seien nicht gestohlen oder beschädigt worden. In den meisten Fällen seien die Seiten lediglich für einige Zeit öffentlich nicht zugänglich gewesen, berichtete das "Wall Street Journal".

Nordkorea betreibt Cyber-Rüstung

Dass sich das kommunistische Nordkorea zum Cyber-Krieg rüstet und Hacker-Trupps zur virtuellen Kriegsführung ausbildet, haben südkoreanische Medien im Mai berichtet. Diese Rüstungspläne sollen genau das vorsehen, was jetzt aktiv geschieht: Kim Yong Ils Hacker-Truppe soll insbesondere auf südkoreanische und amerikanische Militärnetzwerke angesetzt werden. Ziel der Nordkoreaner sei, in die feindlichen Computernetze einzudringen, geheime Daten zu sammeln und die Kommunikation zu stören. Bestätigen sich die Erkenntnisse, dass Nordkorea der Angreifer ist, dann hat das Land quasi seine ersten virtuellen Kriegshandlungen begonnen.

USA rüstet ebenfalls massiv in Sachen Cyberwar

Die USA wappnen sich ebenfalls für den Cyberkrieg und wollen sich besser gegen Internet-Spionage schützen. US-Präsident Barack Obama hat vor kurzem die Stelle eines Internet-Beauftragten eingerichtet. Dieser "Cyberzar" wird die Umsetzung der milliardenschweren Abwehrpläne im Cyberkrieg beaufsichtigen und koordinieren. Ein Ziel ist es, Computer im ganzen Land gegen Hacker und Datenspionage abzusichern. Im vergangenen Jahr zählten US-Bundesbehörden mehr als 16.000 Vorfälle oder bedrohliche Situationen, ungefähr dreimal mehr als noch 2007. Tendenz steigend. Nach Angaben des US-Heimatschutzministeriums drangen Hacker im vergangenen Jahr rund 5500 Mal in Regierungscomputer ein, im Jahr davor wurden nur knapp 4000 solcher Zwischenfälle gezählt.


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