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Banken haften großteilig für Phishing-Schaden

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Online-Kriminalität  

Phishing-Opfer bekommen Geld zurück

15.12.2009, 12:46 Uhr | Andreas Lerg

Gericht stärkt Rechte von Phishing-Opfern in Deutschland (Quelle: t-online.de)Gericht stärkt Rechte von Phishing-Opfern in Deutschland (Quelle: t-online.de) Das Landgericht Berlin stärkt mit einem wichtigen Urteil den Schutz von -Opfern. Auch bei Fahrlässigkeit bekommen sie ihr Geld zurück. Sie müssen lediglich, wie auch bei der EC-Karte üblich, mit einer Selbstbeteiligung von zehn Prozent der Schadenssumme haften. Das entschied das Landgericht Berlin im Rahmen eines Falles einer Bankkundin, die auf einem Schaden von 14.500 Euro sitzen bleiben sollte. Die Bank warf ihr grobe Fahrlässigkeit vor. Das Gericht stellte aber nur Fahrlässigkeit fest – nicht zuletzt, weil Phishing-Attacken immer schwerer zu erkennen sind.

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Das Landgericht Berlin stärkt mit einem aktuellen Urteil den Schutz der Opfer von Phishing-Attacken. Diese bekommen auch dann ihr Geld zurück, wenn sie durch Fahrlässigkeit Opfer von Phishing wurden. Da Phishing-Angriffe von den Tätern immer besser und geschickter eingefädelt werden, ist es für den Laien immer schwerer, diese zur erkennen. Nur wenn ein Opfer eindeutig erkennen kann, dass ein Phishing-Angriff vorliegt und dennoch darauf reinfällt, dann handelt es grob fahrlässig. In diesem Falle müsste eine Bank nicht haften. Bei Fahrlässigkeit aber muss die Bank haften und die gestohlene Summe erstatten. Dem Opfer kann allerdings eine Selbstbeteiligung abgezogen werden.

Grob fahrlässig oder nicht

Im konkreten Fall war eine Bankkundin beim Konto-Login auf eine Phishing-Seite geraten, die der Internetseite ihrer Bank zum Verwechseln ähnlich sah. Dort wurde sie aufgefordert gleich vier Transaktionsnummern (TAN) zur Authentifizierung einzugeben. Nachdem das geschehen war, wurde sie zur eigentlichen Bankseite weitergeleitet und konnte ganz normal ihre Bankgeschäfte erledigen. Doch wenige Tage später fehlten 14.500 Euro. Die Phishing-Gangster hatten mit den vier TAN das Geld ins Ausland überwiesen und dort direkt abgehoben. Die Bank wollte den Schaden nicht regulieren und begründete das mit dem Vorwurf, die Kundin habe grob fahrlässig gehandelt. Das Landgericht wertete ihr Verhalten aber nur als fahrlässig und verpflichtete die Bank zur Rückerstattung des Geldes. Die Kundin muss aufgrund der Fahrlässigkeit dennoch zehn Prozent der Summe selbst tragen, wie es auch beim fahrlässigem Umgang mit EC-Karten üblich ist.

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Banken müssen die Pflichten ihrer Kunden regeln

Wie das Landgericht im aktuellen Fall auch feststellte, müssen Banken die Pflichten der Nutzer ausführlich genug regeln. Die betroffene Bank hatte weder die Nutzung der TAN noch die Beachtung der Warnhinweise vor Phishing eindeutig genug vertraglich festgelegt. Nirgendwo in den Geschäfts- und Nutzungsbedingungen war definiert, dass TAN-Nummern nur einzeln verwendet werden dürfen. Daher hat die Bank nach Auffassung des Gerichtes die irrtümliche Annahme der Kundin gefördert, dass zur Freischaltung ihres Zugangs mehrere TAN nötig seien.

Phishing-Angreifer brauchen Hilfe der Opfer

Online-Kriminelle, die per Phishing beispielsweise Zugänge zu Bankkonten stehlen wollen, sind auf das Opfer als Helfer angewiesen. Nur wenn das Opfer auf die Phishing-Masche hereinfällt und den Anweisungen in der Mail folgt, gelingt der Beutezug. Wie eine Statistik des Sicherheitssoftware-Anbieters Avira zeigt, ist Deutschland ein sehr beliebtes Ziel von Phishing- und Malware-Angriffen. Über 14 Prozent aller Phishing-Seiten und mehr als 15 Prozent aller Malware-Seiten können eindeutig in Deutschland geortet werden. Damit ist Deutschland nach den USA auf Platz zwei der primären Angriffsziele der Cyber-Gangster.

So erkennen Sie Phishing-Seiten

Die Kriminellen versuchen, eine Phishing-Seite so perfekt wie möglich der Originalseite einer Bank, eines Online-Zahlungsdienstes wie PayPal oder auch eBay nachzubauen. Ungereimtheiten bemerkt der unbedarfte Nutzer oft erst auf den zweiten Blick. Beispielsweise durch Rechtschreibfehler, denn nicht selten sind die Angreifer keine Muttersprachler und vertippen sich beim Nachbauen der Internet-Seite. Meist fehlt die Verschlüsselung, was Sie daran erkennen, dass die Webadresse nicht mit https beginnt, sondern nur mit http. Auch das Schlosssymbol im Browser fehlt. Außerdem ist die URL selbst oft verräterisch. Die Gangster können zwar die Seite nachbauen, nicht aber die selbe Internetadresse des Originals benutzen. Statt der Adresse der Bank stehen in der Adresszeile des Browsers dann Zahlen oder kryptische Buchstabenfolgen. In unserem ausführlichen Ratgeber finden Sie weitere ausführliche Tipps zum Schutz vor Phishing und Passwortdiebstahl.

So können Sie sich schützen

Wichtig zur Abwehr von Phishing ist eine gesunder Skepsis. Kommt Ihnen auf einer Webseite irgendwas merkwürdig vor? Oder wundern Sie sich, warum schon per E-Mail die Eingabe von Bankdaten angefragt wird? Das sind die ersten Alarmsignale und Sie werden völlig zu recht stutzig. Moderne Browser haben in der Regel bereits einen Phishing-Schutz an Bord, der dabei hilft, die Echtheit einer Seite zu bewerten. In der Regel färbt sich die Adressleiste dann grün und zeigt so an, dass die Seite echt ist. Das kostenlose Web of Trust (WOT) ist ein Tool, dass ebenfalls helfen kann, schadhafte Internetseiten zu entlarven.

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