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Computer-Fehler macht Senioren zu Schwerverbrechern

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Computerfehler bringt Senioren-Ehepaar 50 Razzien ein

23.03.2010, 12:34 Uhr | Sascha Plischke

Computer-Fehler macht Senioren zu Schwerverbrechern. Ehepaar aus Brooklyn musste wegen eines Computerfehlers dutzende Razzien über sich ergehen lassen (Symbolbild: t-online.de).

Symbolbild: US-Polizist mit Hand an der Waffe leuchtet mit einer Taschenlampe in die Kamera (Foto: t-online.de). (Quelle: t-online.de)

Ein Computerfehler hat einem Ehepaar aus dem New Yorker Stadtteil Brooklyn mehr als 50 Besuche der Polizei eingebracht. Das berichtet die Zeitung New York Daily News. Der Fehler hatte die Adresse von Walter und Rose Martin mehrfach in Verbindung mit verschiedenen Ermittlungsverfahren ausgegeben. Entsprechend unsanft klopften die Polizisten auch an die Tür des älteren Paares, nur um sich dann unter vielfachen Entschuldigungen wieder zurückziehen zu müssen. Nun soll der Fehler endlich behoben sein.

"Das ganze klingt nach einer viel zu einfachen Lösung für etwas, das schon seit acht Jahren geschieht", sagte eine skeptische Rose Martin der Daily News. Die 82-Jährige hat allen Grund, an der Polizei zu zweifeln. Schon mehrfach hatte man ihr versprochen, dass ihr und ihrem ein Jahr älteren Mann Walter die unangenehmen Polizei-Besuche erspart bleiben würden. Doch dann hämmerte wieder ein schwerbewaffneter Trupp gegen Vorder- und Hintertür des kleinen Häuschens in Brooklyn, auf der Suche nach Mördern, Vergewaltigern und Räubern.

Erste Beschwerden schon 2007

2007 hatte sich das Ehepaar das erste Mal offiziell beschwert, als sich die irrtümlichen Razzien zu häufen begannen. Die Polizei hatte daraufhin versucht, die Adresse der Martins aus den digitalen Akten zu laufenden Verfahren zu streichen – ohne Erfolg. Für die beiden Senioren wurden die ständigen Polizeibesuche schließlich zur Tortur. Besonders Weltkriegsveteran Walter konnte mit dem Stress kaum noch umgehen. Zuletzt rückte die Polizei beinahe dreimal pro Woche an.

Polizeipräsident nimmt sich der Sache an

Nachdem jedoch erste Zeitungsberichte über die Polizeiheimsuchungen in Brooklyn auftauchten, versprach Polizeipräsident Raymond Kelly, sich persönlich um die Sache zu kümmern. Auf den Fall angesetzte Experten konnten das Phänomen schließlich auf einen Fehler Computersystem der New Yorker Polizeibehörde NYPD zurückführen. Dort war bei der Einrichtung des Systems 2002 die Adresse der Martins als Testadresse für die vollautomatische Entsendung von Streifenwagen verwendet worden.

Adresse war für Computertest benutzt worden

Seither schleicht sich die Adresse immer wieder in laufende aktuelle Ermittlungen, das System schickt die Beamten statt zu Schwerverbrechern an die Schwelle des unbescholtenen Ehepaars aus Brooklyn. Warum dafür ausgerechnet die Adresse der Martins benutzt worden war, konnten jedoch selbst die besten Spürnasen der Behörde nicht klären.

NYPD geht auf Nummer sicher

Damit nun endgültig Schluss ist mit den falschen Razzien, geht das NYPD auf Nummer sicher und verfolgt jetzt eine Doppelstrategie. So soll die Adresse nun endgültig aus den Computern gelöscht sein. Zusätzlich soll die Adresse eine spezielle Markierung erhalten. Die Einsatzleitung soll in Zukunft vor jedem Polizeieinsatz bei den Martins überprüfen, ob die Adresse stimmt.

Ehepaar verlangt schriftliche Bestätigung

Die skeptische Rose Martin dankte der Polizei für ihre Anstrengungen, verlangte jedoch eine offizielle und schriftliche Bestätigung, dass in Zukunft keine fehlgeleiteten Polizeibeamten mehr vor ihrer Tür stehen würden. Das alles sei schließlich ganz und gar nicht gut für den hohen Blutdruck ihres Mannes.

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