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Jack Tramiel ist tot: Commodore Gründer starb im Alter von 83 Jahren

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Der Vater des Commodore 64 ist tot

10.04.2012, 17:00 Uhr | Andreas Lerg

Ohne den Commodore 64 hätte Computertechnologie vielleicht nicht den Einzug in die heimischen Wohnzimmer geschafft. Ohne Jack Tramiel, den Gründer von Commodore, hätte es den C64 und den daraus entstandenen Erfolg der "Heimcomputer" nicht gegeben. Jack Tramiel starb am Ostersonntag im Alter von 83 Jahren.

Als Commodore im Jahr 1982 den "Heimcomputer" C64 vorstellte, öffnete das von Jack Tramiel geführte Unternehmen damit für Computertechnologie die Türen in Millionen Haushalte. Obwohl es schon Heimcomputer gab, blieb der Erfolg im Massenmarkt bis dahin aus. Doch mit dem C64 stand plötzlich ein Computer zur Verfügung, der deutlich billiger war als ein Apple II und deutlich leistungsfähiger als ein Sinclair ZX 81. Ein einfach zu bedienender Computer, mit dem vieles möglich war: Das begann bei Textverarbeitungen wie Star Texter und ging bis hin zu Computerspielen wie Elite, Paradroid oder Loadrunner. Über 20 Millionen "Brotkästen", wie der C64 von seinen Fans genannt wurde, verkaufte Commodore in den elf Jahren, in denen er produziert wurde.

Tramiel begann mit dem Bau von Schreibmaschinen

Jack Tramiel wurde 1928 in Polen als Jacek Trzmiel geboren und überlebte die Konzentrationslager der Nazis. Er wanderte in die USA aus und arbeitete als Büromaschinenmechaniker bei der US-Armee. Nach seiner Armeezeit machte er sich 1953 selbständig. Seine Firma nannte er Commodore International und baute zunächst Schreibmaschinen, dann Tischrechner und schließlich Taschenrechner. Schon in den siebziger Jahren erkannte Tramiel die Vorteile der Computertechnologie. 1976 kaufte er unter anderem den Chip-Hersteller MOS Technologies, der den 6502-Prozessor produzierte. Im Jahr darauf stellte Commodore mit dem PET den ersten Büro-Computer vor. Der Erfolg blieb vor allem mangels Anwendersoftware aus.

Computer für die Masse nicht die Klasse

Tramiel hatte schnell eine andere Zielgruppe im Visier. Und so kam mit dem Motto "Computer für die Masse nicht die Klasse" (Original: "Computer for the masses, not classes") 1981 der Commodore VC 20 als erster vollwertiger Heimcomputer für 700 DM auch auf den deutschen Markt. Tramiel bewies strategisches Geschick, denn der VC 20 war nicht für nur Experten im Fachhandel zu bekommen. Verkauft wurde der Computer an ein breites Publikum über Kaufhäuser, Discount-Ketten und auch den Spielwarenhandel. 1982 war der VC20 der meistverkaufte Computer und Tramiel setzte auf das Potential, das in Heimcomputern und dem Markt steckt, trieb die Weiterentwicklung des Konzeptes voran und landete mit dem Commodore C64 schließlich seinen größten Erfolg.

Tramiel wechselt zu Atari

Doch auf der Höhe des Erfolges wurde Jack Tramiel im Streit mit seinen Geschäftspartnern aus der von ihm gegründeten Firma gedrängt. Er wechselte zu Atari, wo er die Entwicklung des Atari ST verantwortete, mit dem Atari gegen den Amiga, das neue Flaggschiff von Commodore antreten wollte. Doch der Atari ST konnte mit dem Amiga nicht mithalten. Commodore konnte aber an den Erfolg von C64 und Amiga nicht anknüpfen. Durch Missmanagement ging es mit dem Unternehmen Anfang der 1990er Jahre immer mehr bergab. Im April 1994 beantragte Commodore offiziell die Liquidation. Jack Tramiel leitete unterdessen mit seinen drei Söhnen Leonard, Sam und Garry 12 Jahre lang erfolgreich die Geschäfte von Atari, bis das Unternehmen 1996 schließlich verkauft wurde. Jack Tramiel zog sich darauf hin aus dem Berufsleben zurück.

Der C64 ist auferstanden - als PC

Obwohl das von Tramiel gegründete Unternehmen nicht mehr existierte, blieb die Marke Commodore bestehen. Im Dezember 2010 kündigte das neu gegründete Unternehmen Commodore USA - mittlerweile Inhaber der Markennamen C64 und Amiga - an, den C64 als PC-System im klassischen Gehäuse auf den Markt zu bringen. Tatsächlich ist dieser C64-PC ab umgerechnet 270 Euro zu haben und kostet mit der maximalen Ausstattung 990 Euro. Auch einen Amiga bietet das Unternehmen mittlerweile an, der aber optisch keine Gemeinsamkeiten mit dem Original hat, sondern eher von Apples Mac mini inspiriert ist.

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