31.10.2011, 12:32 Uhr | Andreas Lerg
Facebook-Seite von t-online.de Facebook ist ein Phänomen: Vor wenigen Jahren wussten selbst Internetexperten wenig mit dem Begriff anzufangen. Heute zählt das Netzwerk weltweit über 600 Millionen Nutzer und ist weiter auf Wachstumskurs. Aber was genau ist Facebook eigentlich? Wozu dient diese Internetseite, welche Vorteile bietet Facebook und wo liegen die Gefahren? Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Facebook.
Facebook ist ein so genanntes soziales Netzwerk, eine Art Treffpunkt im Internet, an dem man mit Freunden und Bekannten kommuniziert. Die Inhalte werden von Nutzern selbst eingestellt. Neben Statusmeldungen stellen die Mitglieder auch Fotos, Videos, Links zu Internetseiten und vieles mehr ein. Zudem können die Nutzer auch live chatten. Der Name Facebook geht auf Jahrbücher an amerikanischen Universitäten zurück. Die Bücher werden Facebook genannt, weil darin alle Studenten eines Jahrganges mit Foto und Namen abgebildet sind. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg war Student, als er das Netzwerk erfand, um anfangs damit die Studenten der eigenen Uni zu vernetzen.
Nein, die Nutzung von Facebook ist kostenlos. Facebook verdient sein Geld vor allem mit Firmen, die Werbung auf Facebook schalten. Gerüchten, Facebook werde eines Tages eine Nutzergebühr einführen, hat das Untenehmen immer widersprochen.
Facebook ist derzeit das beliebteste soziale Netzwerk und zählt weltweit über 600 Millionen Nutzer. Auch in Deutschland wächst die Zahl der Mitglieder ständig an – Mitte 2011 waren über 20 Millionen Deutsche bei Facebook registriert. Konkurrenzangebote wie SchülerVZ oder StudiVZ verlieren unterdessen weiter Mitglieder. Weitere Netze wie Wer-kennt-Wen oder Lokalisten spielen zudem eher eine regionale Rolle. Offenbar ist es vielen Nutzern zu aufwändig, auf Dauer mehrere dieser Netze zu nutzen. Daher entscheiden sie sich früher oder später für ein soziales Netzwerk – Facebook ist hier derzeit meist die erste Wahl.
Damit nicht jeder gleich alles über Sie weiß: So schützen Sie Ihre Privatsphäre. zum Video
Facebook bietet eine Registrierungsseite an, auf der ein Neumitglied seinen vollständigen Namen, seine E-Mail-Adresse, seinen Geburtstag und das gewünschte Passwort einträgt. Danach kommt eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst wenn dieser angeklickt und die Mailadresse damit bestätigt wurde, ist Registrierungsvorgang abgeschlossen und das Nutzerkonto komplett freigeschaltet.
Facebook verlangt die Angabe des Namens und einer E-Mail-Adresse, da das Mitgliedskonto anhand dieser Daten verwaltet wird. Weitere Angaben muss der Nutzer nicht machen. Dennoch tragen viele Nutzer mehr Informationen ein. Beispielsweise zu Hobbys, der bevorzugten Musik, Lieblingsfilmen und anderen Themen. Je mehr persönliche Daten ein Nutzer einträgt, um so mehr weiß Facebook über ihn. Daher sollte jeder überlegen, wie viel er von sich wirklich preisgeben will.
Facebook sagt zwar, dass der Datenschutz beachtet und die Daten nicht an Dritte weiter gegeben werden. Doch in der Vergangenheit stand Facebook wegen mangelndem Datenschutz oft in der Kritik. Facebook führt Neuerungen meist mit niedrigen Datenschutzeinstellungen ein und bessert erst auf Druck und Kritik nach. Viele der Facebook-Apps von Drittherstellern wollen zahlreiche Informationen des Nutzers abfragen, um dann neue Funktionen zu bieten. Die Einstellung der Privatsphäre auf Facebook ist zwar deutlich einfacher geworden, aber dennoch muss der Nutzer genau überlegen, wem und welchen Funktionen er den Zugriff auf welchen Teil seiner Informationen gestattet.
Facebook bietet eine Suchfunktion, mit der der Nutzer nach Namen stöbern kann. Findet er einen Bekannten, klickt er auf "Als FreundIn hinzufügen". Damit sendet er eine Freundschaftsanfrage an die Person. Bestätigt die Person die Freundschaft, taucht der Name auf der Freundesliste auf. Es gibt auch den Freundefinder, der E-Mail-Datenbanken von Outlook, anderen Mail-Programme und Webmaildiensten durchsuchen kann. Doch die Facebook-Freundefinder ist sehr umstritten, da Facebook dabei die E-Mail-Adressen von Nichtmitgliedern einsammelt. Wenn Sie den Freundefinder schon benutzt haben, können Sie mit diesem Link die hochgeladenen Daten löschen: http://www.facebook.com/contact_importer/remove_uploads.php
Nein, das geschieht diskret. Wenn ein Mitglied eine Freundschaftsanfrage ablehnt oder auch einen anderen Nutzer auf die schwarze Liste setzt, um ihn zu blockieren, wird das dem Betroffenen nicht mitgeteilt.
Neben den meisten Inhalten auf Facebook ist eine Schaltfläche Melden, mit der Nutzer auf Missbrauch hinweisen können. Er kann dabei die folgenden Gründe angeben: "Spam oder Betrug", "Enthält Hassreden oder greift ein Individuum an", "Gewalt oder verletzendes Verhalten" und "Nacktheit, Pornografie oder sexuell expliziter Inhalt". Außerdem kann er mit dem Link "Diese Person melden/blockieren" auch andere Nutzer melden, wenn diese gegen Spielregeln verstoßen oder sich sonst auffällig zeigen. Weiterhin gibt es Blockierlisten, in die Nutzer eingetragen werden, von denen man nicht kontaktiert werden möchte.
Farmville ist das vermutlich bekannteste Online-Spiel, das Nutzer innerhalb von Facebook spielen können. Der Nutzer ist Landwirt und muss einen Bauernhof betreiben und sähen, ernten, Vieh hüten, Traktor fahren und vieles mehr. Andere Mitglieder sehen anhand der Statusmeldungen, was der Nutzer auf seiner Farm gerade macht. Es gibt dutzende dieser Spiele auf Facebook und manche davon sind kostenpflichtig. Die Gebühren erhebt nicht Facebook, sondern der Betreiber des Spiels. Facebook-Apps sind kleine Anwendungsprogramme innerhalb von Facebook, mit denen spezielle Funktionen und Dienstleistungen vor allem von Drittanbietern realisiert werden.
Das Anstupsen ist eine Art Aufforderung, sich zu melden. Der angestupste Nutzer bekommt darüber keine Nachricht. Auf seiner persönlichen Facebook-Seite wird ihm nur eine Meldung eingeblendet, dass er angestupst wurde.
Damit kann ein Facebook-Nutzer die Inhalte auf Facebook aber auch auf externen Internetseite empfehlen. Andere Nutzer sehen den Link zur Seite und das diese dem empfehlenden Nutzer gefällt. Der "Gefällt mir-Knopf" ist sehr in die Kritik geraten, da vermutet wird, dass Facebook damit Informationen von der Internetseite abgreift, die den Button zeigt. So soll der Knopf angeblich auch Daten von Nichtmitgliedern sammeln können.
Die Markierung zu löschen ist recht einfach. Der Nutzer klickt auf das Foto und findet darunter die Liste der auf dem Bild verlinkten Namen. Hinter dem eigenen Namen steht dann "Markierung entfernen". Soll hingegen das ganze Foto gelöscht werden, weil ein Nutzer darauf unvorteilhaft dargestellt ist, oder das Bild widerrechtlich gezeigt wird, dann genügt ein Klick auf "Dieses Foto melden". Damit kann man Facebook informieren und die Löschung veranlassen.
Innerhalb von Facebook gibt es so genannte Facebook-Würmer. Das sind Anwendungen, die sich selbst weiterverbreiten, indem sie sich an alle Kontakte eines Nutzers verschicken, wenn er den Wurm angeklickt und damit aktiviert hat. Innerhalb von Facebook können zwar keine für den Computer schädlichen Viren verbreitet werden. Aber die erwähnten Facebook-Würmer können durchaus Links auf externe Internetseiten enthalten, auf denen dann ein Computer-Virus lauert.
Bei den Einstellungen für die Privatsphäre kann ein Mitglied sein Nutzerkonto deaktivieren. Es wird damit stillgelegt aber nicht gelöscht. Das Profil mit allen Informationen wird vollständig von Facebook ausgeblendet und ist nicht mehr zu sehen. Auch in der Suche taucht man nicht mehr auf. Sobald der Nutzer sein Konto wieder aktiviert, sind alle Informationen wieder auf Facebook vorhanden. Um das Konto vollständig zu löschen, hält Facebook ein Formular vor, das ausgefüllt werden muss. Dann löscht Facebook das Konto endgültig. Alle Informationen, Bilder und andere Inhalte werden unwiderruflich gelöscht. Facebook hatte einmal Pläne, die Inhalte solcher gelöschter Nutzerkonten dennoch zu behalten, nahm aber nach massiven Nutzerprotesten davon Abstand.
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Quelle: Andreas Lerg
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