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Facebook: Datenschutz-Behörde kontrolliert die nächsten 20 Jahre

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Facebook kommt 20 Jahre an die Kette

01.12.2011, 07:10 Uhr

Facebook kommt 20 Jahre an die Kette. Facebook-Chef Mark Zuckerberg (Quelle: imago)

Facebook-Chef Mark Zuckerberg: "Wir haben Fehler gemacht." (Quelle: imago)

Facebook muss sich die nächsten 20 Jahre von einer Behörde der US-Regierung überprüfen lassen. Die unter anderem für Verbraucherschutz zuständige US-Bundeshandelskommission FTC wird als eine Art "Datenschutz-TÜV" agieren. Die Behörde soll kontrollieren, ob Facebook Auflagen einhält, zu denen sich das soziale Netzwerk jetzt verpflichtet hat um einer Strafe für bisher begangene Verstöße zu entgehen. Facebook-Chef Mark Zuckerberg räumt dazu im Unternehmens-Blog ein, Facebook habe in der Vergangenheit "eine Reihe von Fehlern" gemacht.

Die FTC hatte dem sozialen Netzwerk vorgeworfen, es habe Nutzer mit seinen Privatsphären-Einstellungen getäuscht und sie dadurch dazu gebracht, mehr Informationen mit anderen zu teilen, als sie ursprünglich preisgeben wollten. Vor allem Änderungen der Facebook-Einstellungen im Jahr 2009, durch die etwa Freundeslisten öffentlich einsehbar wurden, sind den Verbraucherschützern ein Dorn im Auge. "Sie haben die Nutzer nicht vor dieser Änderung gewarnt oder sie um Zustimmung gebeten", teilte die FTC mit. Im einzelnen wirft die Behörde Facebook vor, seinen Nutzern vorgegaukelt zu haben, Informationen zum Beispiel nur Freunden zugänglich machen zu können – obwohl auch Drittanbieter Zugriff auf die Daten nehmen konnten. Außerdem habe Facebook seine Nutzer unter anderem bei der Weitergabe von Daten an Werbekunden und App-Anbieter getäuscht.

Facebook muss Nutzer um Erlaubnis bitten

Gemäß dem nun vereinbarten Vorgehen muss Facebook seine Praxis ändern. In Zukunft muss das soziale Netzwerk seine Nutzer um Erlaubnis fragen, bevor es die Einstellungen zur Privatsphäre anpasst. Damit kann der Konzern nicht mehr einfach Einstellungen lockern, ohne dass die Nutzer dem vorher bewusst zugestimmt haben. Die mit der FTC geschlossene Vereinbarung legt außerdem fest, dass die durch Nutzer hinterlegten Inhalte spätestens 30 Tage nach ihrer Löschung oder der Kündigung des dazu gehörenden Facebook-Kontos keiner dritten Partei wie etwa Werbetreibenden mehr zugänglich sein dürfen.

Vereinbarung gilt für 20 Jahre

Die Vereinbarung gilt für 20 Jahre. In diesem Zeitraum muss Facebook sich alle zwei Jahre einer Überprüfung durch einen unabhängigen Datenschutz-Experten stellen. Dieser soll überprüfen, ob der Konzern die in der Vereinbarung festgelegten Vorschriften einhält. Das Vorgehen ähnelt dem, welches Google mit der FTC für sein mittlerweile eingestelltes soziales Netzwerk Buzz getroffen hatte. Sollte Facebook zukünftig gegen seine Verpflichtungen verstoßen, könnte eine Strafe von 16.000 Dollar pro Tag fällig werden, solange bis Facebook wieder konform agiert. Mit den jetzt gemachten Zugeständnissen des sozialen Netzwerks an die FTC entkommt Facebook der Zahlung für den Datenschutz-Verstoß aus dem Jahr 2009.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg schreibt in einem Blog, das Unternehmen habe "eine Reihe von Fehlern" gemacht. Das habe aber leider auch oft die gute Arbeit von Facebook überschattet. Viele der Bedenken der FTC würden bei Facebook bereits angegangen. Unter anderem habe Facebook zwei neue Führungsstellen für den Bereich des Datenschutzes als Reaktion auf den Vergleich mit der US-Regierung geschaffen, teilte Zuckerberg mit.

Neue Regeln haben weltweite Auswirkungen

In den Genuss des Schutzes der neuen Regeln dürften alle Nutzer des sozialen Netzwerkes kommen. Zwar hat der Vergleich mit der FTC juristisch keine Auswirkungen auf Deutschland. Facebook hat jedoch seinen Geschäftssitz in den USA hat und betreibt dort auch ein Großteil der Server-Infrastruktur, getrennte Auftritte für Nutzer verschiedene Länder gibt es nicht. Die nun vorgeschriebenen Änderungen werden demnach weltweit in Kraft treten.

 
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