06.02.2012, 15:59 Uhr | Melanie Ulrich
Facebook tut sich mit dem Löschen von Daten recht schwer. (Quelle: imago)
Facebook-Nutzer können unliebsame Fotos aus ihren Profilen löschen. Verhindern, dass andere sie später noch ansehen, können sie jedoch nicht. Denn wer einmal den Link besitzt, kann ein Foto selbst dann noch ansehen und weiter verbreiten, wenn es vor Jahren "gelöscht" wurde. Facebook entfernt zwar ungewollte Bilder von den Profil-Seiten, löscht sie aber nicht von seinen Servern. Für das Problem hatte Facebook schon 2009 eine baldige Lösung versprochen. Passiert ist bis heute jedoch nichts. Facebook-Nutzer beklagen weiterhin, dass unerwünschte Fotos online seien.
Vor fast drei Jahren entdeckten Wissenschaftler der Universität Cambridge, dass Facebook und MySpace auf ihren Servern Fotos speicherten, die von Nutzern eigentlich gelöscht worden waren. Das Technik-Blog Arstechnica machte seinerzeit auf das Problem aufmerksam und fragte bei Facebook nach. Eine Unternehmenssprecherin sagte, dass die Fotos noch in Datensicherungen auf den Servern lägen, die von einem externen Partner betreut würden. Zukünftig sollten diese Sicherungsdateien schneller entfernt werden – von außen seien die Fotos jedoch nicht erreichbar, so die Facebook-Sprecherin damals.
Diese Aussage entsprach jedoch nicht der Wahrheit. Viele Facebook-Nutzer hatten sich nach dem Bericht bei Arstechnica gemeldet und erzählt, wie sie mit längst gelöschten Fotos schikaniert wurden. Als Arstechnica das Problem ein Jahr später erneut untersuchte, waren die Bilder noch immer sichtbar. Auf Nachfrage versprach Facebook damals erneut, dass die Fotos zukünftig in kürzeren Abstanden aus dem System entfernt würden. Bis heute hat sich an diesem Zustand nichts geändert. Noch immer sind zahlreiche Fotos online, die bereits vor Jahren gelöscht wurden.
Doch bis heute gibt es keine Möglichkeit, Bilder aus Facebook endgültig zu entfernen. Schuld ist laut Facebook die Technik: Alle betroffenen Fotos seien auf alten Systemen abgespeichert, die nie korrekt funktioniert hätten, sagte Facebook-Sprecher Frederic Wolens auf Nachfrage von Arstechnica am Freitag. Man sei gerade dabei, die Bilder auf neuere Systeme umzuziehen, mit denen sichergestellt werden könne, dass sie 45 Tage nach dem Löschen von der eigenen Profil-Seite auch endgültig vom Server gelöscht werden. Der Daten-Umzug sei sehr weit fortgeschritten und in einigen Monaten abgeschlossen. Nur noch ein kleiner Teil der Fotos sei auf dem alten System gespeichert.
Facebook hält sich also weiterhin bedeckt und macht nur vage Aussagen. Man mag kaum glauben, dass das Unternehmen tatsächlich drei Jahre brauchte, um ein Speicherproblem zu lösen, in der gleichen Zeit aber viele neue Funktionen einführen konnte. Und selbst wenn das Problem in einigen Monaten endlich behoben sein sollte, sind 45 Tage Speicherzeit für unerwünschte Fotos noch immer zu lang – und auch nicht nachvollziehbar. Bei Twitter und Flickr dauert es nur wenige Sekunden, bis ein Bild nicht mehr erreichbar ist.
06.02.2012, 15:59 Uhr | Melanie Ulrich
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