26.04.2012, 12:06 Uhr | Sascha Plischke, afp, t-online.de, AFP
Facebook-Panne: Hunderte ungeladene Gäste kommen zur Party. (Quelle: dpa)
Drohender Massenansturm statt kleiner Geburtstagsparty: Ein französischer Junge erlebte eine böse Überraschung, als er einige Freunde zu seiner Geburtstagsparty einladen wollte. 29 Gäste wollte der 14-Jährige per Telefon zusammentrommeln, rechnete jedoch nicht mit der Hilfsbereitschaft einer Freundin. Die erstellte kurzerhand ein Event auf Facebook, um darüber die Party schneller organisieren zu können. Es kam, wie es kommen musste: Das Mädchen vergaß, das Event nur für Freunde sichtbar zu machen, die Nachricht von der Party verbreitete sich viral im Web. Am Ende hatten sich insgesamt 48.000 Leute als Gäste eingetragen.
Der entsetzte Vater des Jungen versuchte noch panisch, per Hand tausende der verschickten Einladungen zu löschen. Doch konnte er die Flut der Einladungen und Party-Anmeldungen nicht stoppen, schließlich konnte jeder per Facebook geladene Gast selbst wiederum 60 weitere Gäste einladen. Daraufhin ließ der Vater die Facebook-Seite mit Hilfe der örtlichen Polizei-Behörden schließen und will nun Anzeige wegen "Identitätsdiebstahl" erstatten: "Der Name meines Sohnes wird genutzt, um ein Event zu veranstalten", sagte er der Nachrichtenagentur AFP.
Ganz ausgestanden ist die Affäre für den Jungen und seinen Vater jedoch noch nicht. Einige der Party-Gäste hätten schon damit gedroht, "alles zu zerschlagen", sollte das Fest nicht stattfinden. Nach der Schließung der Event-Seite auf Facebook organisierten sich tausende Jugendliche in einer separaten Gruppe in dem sozialen Netzwerk, die inzwischen ebenfalls 15.000 Mitglieder zählt. Der Bürgermeister der Heimatstadt des 14-Jährigen will deshalb ein Auge auf die Situation haben, sollten tatsächlich unerwünschte Gäste auftauchen. Die Geburtstagsparty sagte der erboste Vater inzwischen komplett ab.
Die Geschichte des jungen Franzosen ist kein Einzelfall. Immer wieder sorgen Facebook-Partys für Aufsehen, zu denen sich tausende Spaßvögel per Internet ankündigen. Zur Geburtstagsparty der 16-jährigen Hamburgerin Thessa erschienen im Juni 2011 rund 1600 Menschen, nachdem das Mädchen ihre Party auf Facebook aus Versehen öffentlich angekündigt hatte. Im April stürmten 300 Feierwütige die Party einer 13-jährigen Schweinfurterin, nachdem das Event auf Facebook verbreitet worden war. Doch es geht auch noch schlimmer: Zur Party einer jungen Australierin kündigten sich innerhalb weniger Tage 200.000 Feierwütige an.
Damit Ihre Veranstaltung nicht ähnlich aus dem Ruder läuft, sollten Sie immer darauf achten, dass die Einladung nur für Ihre ausgewählten Freunde sichtbar ist. Dazu müssen Sie in Facebook bei der Erstellung einer Veranstaltung das Häkchen vor "Jeder kann diese Veranstaltung sehen und für sie zu-/ absagen (öffentliche Veranstaltung)" entfernen.
Damit nicht jeder gleich alles über Sie weiß: So schützen Sie Ihre Privatsphäre. zum Video
Achtung: Auch wenn Sie Empfänger einer Nachricht sind, die an viele Menschen geht, schreiben Sie im Antwortfeld automatisch an alle zurück. Auch an Nicht-Freunde. Was eine sehr praktische Funktion für die Abstimmung in einer Gruppe ist, kann so schnell peinlich werden. Achten Sie deshalb immer darauf, wer mitliest. Bei Nachrichten gibt es, anders als bei der Pinnwand, zudem keine Möglichkeit die eigenen Einträge zu löschen.
Quelle: Sascha Plischke, afp, t-online.de, AFP
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