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Bei Facebook streiten sich die Geister. Die einen mögen es, die anderen lehnen es komplett ab. Unbestritten dürfte jedoch der Unterhaltungswert sein, den das soziale Netzwerk des Öfteren hat. Vor allem dann, wenn sich Facebook-Nutzer für besonders schlau halten und mit ihren Straftaten auf Facebook prahlen. Das freut die Polizei, denn sie hat leichtes Spiel, die Straftäter zu überführen. Wir haben die skurrilsten Fahndungserfolge von "Kommissar Facebook" zusammengetragen.
Fälle, bei denen Facebook half, gibt es reichlich. So überführte eine US-Amerikanerin ihren Gatten der Bigamie, weil Facebook ihr eine Freundschaftsanfrage unterbreitete. Im Bild zu sehen: ihr Mann mit der anderen Frau vor dem Traualtar. Doch es geht noch dümmer. In Kolumbien überfielen zwei Ganoven den Kassierer in einem Internet-Café und flüchteten unerkannt. Und trotzdem stand kurz darauf die Polizei vor der Tür eines der beiden Räuber.
Die beiden Täter hatten vor dem Überfall in dem Internet-Café Computer benutzt. Einer der beiden Gangster vergaß, sich aus seinem Facebook-Konto auszuloggen. Damit gab er der Polizei unfreiwillig seine Adresse preis. Die Beamten trafen ihn auch kurz nach der Flucht in seiner Wohnung an und verhafteten ihn.
Der Kolumbianer ist nicht der erste, der sich selbst via Facebook der Polizei auslieferte. In den USA konnte ein Dieb über sein Facebook-Foto identifiziert werden, nachdem er einen Fernseher aus einer Tankstellentoilette gestohlen hatte. Er hätte zuvor seine Rechnung besser nicht mit der Kreditkarte bezahlt, denn so hatte die Polizei seinen Namen und fand sein Profil auf Facebook.
Auch unbescholtene Bürger stolpern über Facebook. Da war etwa der Fall einer getöteten Kreuzotter in Schweden. Diese Schlange steht in Europa unter Artenschutz. Eine Internetnutzerin hatte wohl nicht die Konsequenzen bedacht und ein erlegtes Tier auf ihrer Seite präsentiert. Eine Tierschützerin war darüber so erbost, dass sie die Frau anzeigte. Die stolze Kreuzotter-Bezwingerin wurde mit Hilfe der Facebook-Beweise angeklagt und zu einer Geldstrafe von umgerechnet 300 Euro verurteilt.
Mit der Äußerung: "er laufe Amok" verunsicherte unlängst ein Schüler aus Nordrhein-Westfalen seine Mitschüler und rief deshalb Schulleitung und Polizei auf den Plan. Der Richter nahm's ohne Humor und brummte dem Teenager 20 Stunden Sozialdienst wegen Störung des öffentlichen Friedens auf. Ein Amoklauf wie in Erfurt oder Emsdetten sollte sich nicht wiederholen.
Als eine der ersten Dienststellen in Deutschland hat übrigens die Polizei Hannover im März vorigen Jahres begonnen, Fahndungen auch über Facebook zu veröffentlichen. Mittlerweile hat die Behörde über 110.000 Fans und zieht eine positive Bilanz. Bis Ende Februar 2012 lieferten die Nutzer des sozialen Netzwerks entscheidende Hinweise auf zwei vermisste Kinder. Weiterhin konnten via Facebook Delikte wie Körperverletzungen und Diebstähle aufgeklärt werden.
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