04.12.2012, 15:47 Uhr | t-online.de, dpa
Klarnamenzwang: Kieler Datenschützer droht Facebook mit Zwangsgeld (Quelle: dpa)
Facebook hat zum vermutlich letzten Mal eine Nutzer-Abstimmung gestartet. Das Unternehmen will die Mitbestimmung seiner Mitglieder bei den Nutzungsbedingungen und Datenschutzregeln abschaffen. Eine Woche lang können die mehr als eine Milliarde Facebook-Nutzer weltweit nun abstimmen, ob sie auch in Zukunft abstimmen dürfen. Als Alternative bietet Facebook direkte Kontaktmöglichkeiten für Fragen zum Datenschutz an.
Bis zum 10. Dezember dürfen die Nutzer jetzt vor allem über eine Frage abstimmen: Soll ihr Mitspracherecht abgeschafft werden? Facebook will die Abstimmungen durch einen direkten Kontakt zur Datenschutzabteilung ersetzen. In regelmäßigen Live-Schaltungen sollen Nutzer sich mit ihren Fragen direkt an Facebook-Manager wenden können. Facebook begründet diese Maßnahme mit der Tatsache, dass die Nutzer von ihrem Recht kaum Gebrauch machen – bei der letzten Abstimmung über Regeländerungen hatten sich nur 0,04 Prozent aller Mitglieder beteiligt. Facebook fordert eine Beteiligung von 30 Prozent, damit eine Abstimmung und deren Ergebnis wirksam werden.
Rechnerisch müssten also über 300 Millionen Menschen teilnehmen, um die notwendige Zahl an Mitgliedern zu erreichen. Facebook macht jedoch – wie schon bei der letzten Abstimmung – wenig Werbung für diese Möglichkeit. Immerhin werden die Nutzer per E-Mail über die Abstimmung informiert und auf eine Facebook-Seite hingewiesen, auf der alle Änderungen erläutert werden. Einen prominenten Hinweis auf der Webseite sucht man vergebens.
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Das Recht auf Mitbestimmung ist nicht die einzige geplante Änderung. Auch über geänderte Datenschutz-Einstellungen können die Nutzer abstimmen. Eine dieser neuen Regeln sieht vor, dass sich das Online-Netzwerk das Recht einräumt, Daten der Mitglieder mit anderen Firmen im Konzernverbund zu teilen. Facebook erklärt, dass diese Änderung notwendig sei, weil beispielsweise für Europa und die USA zwei unterschiedliche Konzerneinheiten von Facebook zuständig sind – Facebook Inc. für die USA und Facebook Ireland Ltd. für Europa. Diese Regel sei also Voraussetzung dafür, dass Nutzer in Europa mit Freunden in Amerika kommunizieren könnten. Aber auch Übernahmen wie etwa der Kauf des Fotodienstes Instagram erfordern die neue Regelung.
Außerdem wird in Zukunft deutlicher darauf hingewiesen, dass andere Anwender unter Umständen weiterhin Informationen sehen können, die ein Nutzer aus dem eigenen Profil entfernt hat. Diese Klarstellung hatte die zuständige irische Datenschutzbehörde gefordert.
Quelle: t-online.de, dpa
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