Studie beweist
Facebook-Nutzung macht schlechte Laune19.08.2013, 17:22 Uhr | t-online.de
Facebook-Nutzer neigen eher zu schlechter Laune als Menschen mit realen Kontakten. (Quelle: t-online.de)
Die Nutzung des sozialen Netzwerks Facebook kann zu schlechter Laune und Unzufriedenheit mit der eigenen Lebenssituation führen. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler der Universitäten Michigan (USA) und Leuven (Belgien) in einer neuen Studie gekommen, die sie an 82 jungen Erwachsenen durchführten.
Mit etwa 1,15 Milliarden Mitgliedern und knapp 700 Millionen täglich aktiven Nutzern stellt Facebook das größte soziale Netzwerk dar. Psychologen der Universitäten Michigan und Leuven wollten daher in einer Studie herausfinden, welchen Einfluss das fortwährende Vernetztsein auf die Nutzer der Plattform hat.
Für die Studie wählten die Forscher 82 junge Erwachsene aus, die jeweils einen Account bei Facebook vorweisen konnten sowie ein Smartphone besitzen mussten. Diese bekamen über einen Zeitraum von zwei Wochen fünfmal täglich einen Link zu einer Umfrage geschickt, in der sie Fragen zu ihrem Nutzungsverhalten von Facebook und ihrem Wohlbefinden beantworten sollten.
Im Fokus stand dabei unter anderem, wie oft sie das soziale Netzwerk seit der letzten Befragung genutzt und wie oft sie realen Kontakt zu Mitmenschen in dieser Zeit gehabt hatten, aber etwa auch, wie einsam sie sich zu diesem Zeitpunkt fühlten.
Nach dem Ende des Testzeitraums werteten die Forscher die Fragebögen aus und kamen zu folgenden Ergebnissen: Wann immer ein Proband zwischen zwei Befragungen Facebook genutzt hatte, fühlte dieser sich später schlechter als zuvor.
Auf die gesamten 14 Tage bezogen, konnten die Wissenschaftler feststellen, dass sich die Teilnehmer am Ende der Studie mit ihrem Leben unzufriedener zeigten, als es zu Beginn der Fall gewesen war. Realen sozialen Interaktionen dagegen konnte ein solcher Effekt nicht nachgewiesen werden.
Weshalb sich Facebook jedoch negativ auf die Gefühlslage der Testpersonen auswirkte, darauf haben die Psychologen noch keine eindeutige Antwort. Festzustellen war lediglich, dass Menschen, die sich einsam fühlten, verstärkter Facebook besuchten als andere. Doch auch hier führte der Besuch des sozialen Netzwerks nicht zu einer Erheiterung des Gemüts, sondern senkte die Laune auch dann noch.
Eine mögliche Erklärung lieferten dagegen bereits im Januar Wissenschaftler der TU Darmstadt und der Humboldt-Universität zu Berlin. Dort fand eine vergleichbare Studie unter 600 Facebook-Nutzern statt. Deren Ergebnisse deuteten darauf hin, dass vor allem Neid auf Facebook-Freunde zu negativen Emotionen und Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben führen können.
19.08.2013, 17:22 Uhr | t-online.de
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