02.05.2011, 11:28 Uhr | t-online.de
Was mit einigen Aufnahmen aus den USA begann, ist zu einem weltweiten Phänomen geworden: Internetnutzer durchforsten Google Street View nach intimen und peinlichen Schnappschüssen. Und dabei sind die Hobby-Schnüffler durchaus fündig geworden – wir zeigen kuriose Fotos aus Google Street View in einer Foto-Show.
Da stehen Männer mit heruntergelassenen Hosen am Straßenrand, Leute werden beim Pinkeln erwischt oder liegen sturzbetrunken im Vorgarten oder auf der Pritsche eines Autos. Den Kameras, die die Aufnahmen für Google Street View machen, entgeht kaum etwas. So werden Leute in Situationen erwischt, in denen sie nicht fotografiert werden wollen. Nur: Solche Kuriositäten und Alltagsgeschehen müssen in dem umfangreichen Fotodienst, der Panorama-Ansichten ganzer Straßenzüge aus der Fußgänger-Perspektive zeigt, erst entdeckt werden.
Internetangebote wie StreetViewFunny.com und StreetViewFun widmen sich den witzigen Seiten des Fotodienstes. Nutzer laden ihre Fundstücke hoch, bewerten und kommentieren. Häufige Fotomotive sind dabei sommerlich bekleidete Frauen, Passanten mit denunzierenden Gesten oder schlichtweg kuriose Schnappschüsse der Kameraautos von Google. Auch oft gelistet: Vogeldreck auf der Kameralinse.
Doch nicht alle Peinlichkeiten bleiben in Google Street View verewigt. Manche Funde in den Aufnahmen sind kurzlebig, denn Google entfernt gewisse Bilder, sofern Persönlichkeitsrechte verletzt oder Gewalttaten dargestellt werden. Beispielsweise entdeckte ein Nutzer, dass eines der Google-Autos ein Reh überfuhr, und veröffentlichte die Bildschirmfotos in seinem Blog. Kurz darauf waren in Street View an der entsprechenden Stelle nur noch schwarze Stellen zu sehen. Google hatte die Aufnahmen entfernt.
Seit Google seinen Dienst Street View gestartet hat, hagelt es Beschwerden von Datenschützern und Nutzern. Vielen geht der Schutz der Privatsphäre der unfreiwillig Fotografierten nicht weit genug. Dabei werden Gesichter und Nummernschilder von Autos überblendet. Nur funktioniert das automatische Verfremden nicht immer, was aber auch zu kuriosen Ergebnissen führt.
Bei Google Street View handelt es sich im Übrigen nicht um ein eigenständiges Internetangebot. Die Straßenfotos sind in der kostenlosen Software Google Earth und dem Web-Dienst Google Maps eingebunden. Google Street View startete im November 2010 in Deutschland. Zwanzig deutsche Städte wie Berlin, München und Köln lassen sich in dem Straßenfotodienst betrachten, eine Veröffentlichung von Fotos aus weiteren Städten ist derzeit nicht geplant. Microsoft konterte zwischenzeitlich mit Bing Streetside, das allerdings nur wenige Gebiete aus den USA abdeckt. Seit Mai 2011 fotografiert Microsoft deutsche Städte für Bing Streetside. Auch in diesem Straßenfotodienst dürften sich pikante Aufnahmen finden lassen.
Quelle: t-online.de
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