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Urheberrecht  

GEMA lässt Musikvideos auf YouTube löschen

10.05.2010, 13:52 Uhr | afp, apn, dpa, t-online.de, dpa, AFP, dapd, t-online.de

GEMA lässt Musikvideos auf YouTube löschen. GEMA bricht Verhandlungen mit YouTube ab. (Archivfoto: dpa)

GEMA bricht Verhandlungen mit YouTube ab. (Archivfoto: dpa) (Quelle: dpa)

Stehen Musikvideos auf YouTube vor dem Aus? Die GEMA hat die Verhandlungen mit der Google-Tochter abgebrochen. Beide Seiten konnten sich nicht über eine angemessene Vergütung für Künstler einigen. Im ersten Schritt forderte die Verwertungsgesellschaft von YouTube, etwa 600 Musikvideos von dem Internet-Portal zu löschen. Gleichzeitig drohte die GEMA, dass ein internationaler Verbund sogar alle Clips seines Repertoires entfernen lassen könne.

Deutsche Fans von Musikvideos gucken auf dem Internetportal Youtube weiterhin in die Röhre: Die seit einem Jahr laufenden Lizenzvertragsverhandlungen zwischen dem Videoangebot des Internetriesen Google und der Verwertungsgesellschaft GEMA sind gescheitert, wie diese am Montag in München mitteilte. Bereits zum 1. April war der Nutzungsvertrag ausgelaufen, woraufhin viele Musikvideos hierzulande nicht mehr über Youtube abrufbar waren. Beide Seiten versuchten daraufhin, in Verhandlungen eine neue Lösung zu finden, konnten sich jedoch nicht über "eine angemessene Vergütung der Urheber" verständigen. Daraufhin forderte die GEMA gemeinsam mit acht Rechteverwertungsgesellschaften aus den USA, Frankreich und Italien das Internetportal am Montag auf, 600 seit April 2009 illegal genutzte Musikstücke zu löschen oder den Abruf in Deutschland zu sperren.

GEMA drohte mit der Löschung aller Musikvideos

Mit der geforderten Sperrung wollte die GEMA ein Zeichen setzen, dass Musik ihren Wert habe. Gleichzeitig drohte der internationale Verbund, dass er die anhaltende illegale Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke nicht akzeptieren werde und sogar sämtliche Werke seines Repertoires von YouTube entfernen lassen können. Wegen der Interessen der Musiker und Hörer hätten GEMA und Co. aber darauf verzichtet und sich auf etwa 600 ausgewählte Musikvideos beschränkt. "Uns geht es nicht darum, die YouTube-Anwender abzustrafen. Wir wollen Google zeigen, was wir könnten, wenn wir wollten", sagte GEMA-Direktor Urban Pappi. In eine ähnliche Kerbe schlug GEMA-Vorstandsvorsitzender Harald Heker: "Wir möchten deutlich machen, dass YouTube durchaus für die illegalen Angebote zur Verantwortung gezogen und theoretisch gezwungen werden könnte, die Inhalte zu löschen oder den Zugriff darauf zu sperren."

YouTube soll Künstler vergüten

Der GEMA ging es in den Verhandlungen aber darum, Geld für ihre Künstler herauszuholen. Die Betreiber der Online-Plattformen verdienten mit Werbeeinnahmen Millionen. Aber die Urheber der Musik hätten seit einem Jahr keine Tantiemen für ihre Werke erhalten, denn die Verhandlungen über einen Lizenzvertrag seien erfolglos geblieben, erklärte Heker. YouTube müsse endlich "dafür sorgen, dass diejenigen, die diese Werke schaffen und damit den sogenannten Content liefern, angemessen vergütet werden".

YouTube sperrte Musikvideos bereits aus Protest

Die Verhandlungen zwischen GEMA und YouTube liefen bereits seit April 2009. Spiegel Online berichtete damals, die GEMA wolle 12 Cent von YouTube für jeden Videoabruf kassieren, unabhängig davon, wie viel Geld die Werbeeinblendungen bringen. "Wir können die Höhe dieser Forderung nicht nachvollziehen. Das ist für YouTube nicht tragbar, wir würden mit jedem Abruf eines Videos Geld verlieren", sagte YouTube-Manager Patrick Walker. Diese Verhandlungen eskalierten, woraufhin YouTube für deutsche Nutzer alle Musikvideos sperrte, die von den Verhandlungen berührt sein konnten. Nach eigenen Angaben vertritt das internationale Bündnis der GEMA und ihrer Partner 60 Prozent des weltweiten Musikrepertoires. Die GEMA repräsentiert eine Million Rechteinhaber aus aller Welt sowie 60.000 deutsche Komponisten, Autoren und Musikverleger.

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