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Google-Dienste unterwandern Street-View-Verpixelung

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Google-Dienste unterwandern Street-View-Verpixelung

18.11.2010, 16:46 Uhr | Christian Fenselau, t-online.de

Google-Dienste unterwandern Street-View-Verpixelung. Panoramio und Picasa zeigen, was Google Street View verpixelt (Foto: Google)

Panoramio und Picasa zeigen, was Google Street View verpixelt (Foto: Google)

Google hat in Google Street View zahlreiche Häuser auf Wunsch der Besitzer unkenntlich gemacht – doch die Häuserverpixelung verpufft in einigen Fällen wirkungslos. Das Kuriose: Der "Milchglaseffekt" wird ausgerechnet von Googles eigenen Diensten unterwandert. Beispiele zeigen wir in unserer Foto-Show.

Panoramio und Picasa sind zwei Dienste, die ebenso wie Street View in Google Maps und Google Earth integriert sind. Mit diesen Diensten kann jeder eigene Aufnahmen im Internet speichern und mit Google-Karten verknüpfen. Viele Hobbyfotografen nutzen diese Möglichkeit seit Jahren und stellen der Internetgemeinde so Bilder etwa von lokalen Sehenswürdigkeiten zur Verfügung. So ergibt sich mitunter die absurde Situation, dass ein Haus zwar von den Aufnahmen der Street-View-Kamera getilgt wurde, aber an gleicher Stelle über das Panoramio-Icon mit nur einem Klick wieder sichtbar gemacht werden kann. Erste Beispiele dafür, dass die beauftragte Verpixelung ins Leere läuft, sind schnell zu finden.

Im Gegensatz zu den Verpixelungspannen in Google Street View, die von Google schnell korrigierbar sind, ist den aufgenommenen Bildern schwerer beizukommen. Denn die Fotos stammen nicht von Google selbst, sondern von Nutzern, die sie eigenständig hochgeladen haben. In einigen Fällen ist auf dem Foto exakt das Haus zu sehen, das seine Bewohner zuvor verpixeln ließen. Da Google auch in Street View die Dienste Panoramio und Picasa einbindet, lassen sich die Bilder genau zuordnen. Anhand angrenzender Häuser besteht in einigen Fällen kein Zweifel, dass auf dem Foto das eigentlich verpixelte Haus abgebildet ist.

Häuserverpixelung läuft ins Leere

Die hochgeladenen Fotos unterwandern damit die Street-View-Verpixelung. Bewohner oder Besitzer der betroffenen Häuser dürften damit kaum zufrieden sein – die beauftragte Verpixelung lief ins Leere. Einige der hochgeladenen Fotos stehen bereits seit Monaten bei den Google-Diensten bereit. Ein Blick mit Google Maps auf den selbst bewohnten Häuserblock hätte vorab gezeigt, dass eine Beschwerde gegen die Abbildung der Fassade nichts bringt. Genau das bezweckt auch der Fotograf Jens Best – er möchte so viele Häuserfassaden wie möglich aufnehmen und im Internet zeigen. Für Google wird die eigentlich sinnvolle Verknüpfung seiner verschiedenen Dienste nachträglich zum Problem. Der Internetkonzern dürfte sich dessen schon längst bewusst sein. Auf der Informationsseite zum Widerspruch heißt es, der Antrag auf Unkenntlichmachung "führt nicht zur Unkenntlichmachung von Abbildungen desselben Hauses/Grundstückes auf Luftbildern in anderen Google-Produkten (wie Google Maps und Google Earth)". Nur: Im Fall von Panoramio und Picasa handelt es sicht nicht um Luftbilder.

Unklarheit über Menge der Widersprüche

Knapp 244.000 Bundesbürger legten vorab Widerspruch ein und ließen ihre abgebildeten Häuser überblenden. Google zufolge seien dies trotz der heftigen Diskussion der vergangenen Monate nur knapp drei Prozent der betroffenen Haushalte. Das klingt wenig, doch wer mit Street View auf Entdeckungstour geht, braucht nicht lange nach verpixelten Häusern zu suchen. Datenschützer sprachen von bundesweit mehr als einer Million Haushalten, wenn der Anteil der Widersprüche auf das ganze Land hochgerechnet werde. Die Zahl der unkenntlich gemachten Gebäude dürfte noch steigen, allein schon deshalb, weil Google einmal verpixelte Gebäude nicht nachträglich wieder rekonstruieren kann.

Wer hat die Grünen verpixelt?

Im Gegensatz zu den Pannen bei der Häuserverpixelung steht die Verpixelung des Gebäudes der Bundeszentrale der Grünen: Das Haus ist komplett hinter einem grauen Schleier verborgen - nur: Dort zeigt man sich ahnungslos. Wer die Verpixelung in Auftrag gab, ist bislang unbekannt. Auch Google selbst ist Opfer einer Verpixelung geworden, denn die Fassade, hinter der sich das Münchner Google-Büro befindet, ist verfremdet. Ein Bewohner hatte die Verpixelung beantragt. Google-Sprecher Stefan Keuchel zeigte sich darüber zwar wenig erfreut, erklärte aber, er nehme die Sorge des Nachbarn durchaus ernst.

Street View startet in 20 deutschen Städten

Zunächst 20 deutsche Städte sind in dem Straßenfoto-Dienst zu betrachten (Foto-Show), darunter die Bundeshauptstadt Berlin als auch die Metropolen München, Hamburg, Köln, Frankfurt und Stuttgart. Damit ist Google Street View nach einem ersten Vorgeschmack Anfang November nun endgültig der Start in Deutschland gelungen. Zu betrachten sind die Straßenfotos in Google Maps und Google Earth.

 
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